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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Do 28. Feb 2008, 23:14 
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In der SZ (Sächsische Zeitung) gibt es zwei Bilder vom Zugunglück von 1988 zu sehen, bei dem ein D-Zug auf einen Panzer stieß.

Hier gibts die Bilder.

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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Fr 29. Feb 2008, 23:22 

Beiträge: 134
Ich habe damals von diesem Unglück gehört. Aber auf Grund der Brisanz, das das sowjetische Militär daran beteiligt war, sagte man nicht viel zu den Ermittlungen.
Ist es eigentlich Amtlich, das der Panzer in den Zug gefahren ist? (Nach meinem letzten Wissensstand, hatte dieser Panzer das Gleis befahren, und wäre mit der Kette hängen geblieben, und kam deshalb nicht mehr weg.)


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Sa 1. Mär 2008, 05:43 
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Freddie hat geschrieben:
Ist es eigentlich Amtlich, das der Panzer in den Zug gefahren ist?


Sieht man doch, oder?

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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Sa 1. Mär 2008, 11:20 

Beiträge: 2008
Wie auch immer und wer auch immer mag die Schuld gehabt haben. Warum wird das heute wieder ausgegraben? Eben, weil das eins von vielen Beispielen ist, wo man der sozialistischen DDR noch nachträglich eins reintreten kann. Schließlich muß das Bild des Reiches des Bösen in den Köpfen der Menschen gehegt und gepflegt werden. Nicht das etwa einer auf den Gedanken kommt, das dies womöglich eine Alternative zu seiner beschissenen Lebenssituation heute ist.

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Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Sa 1. Mär 2008, 12:30 

Beiträge: 79
denken die menschen nun "im sozialismus fahren panzer in züge. das will ich nicht, deshalb will ich keinen sozialismus" oder wie?


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Sa 1. Mär 2008, 12:36 

Beiträge: 2008
Die Menschen sollen denken, dass im Sozialismus schlimme Dinge geschehen und durch noch schlimmere Verhaltensweisen der noch schlimmeren Behörden (MfS) unter den Teppich gekehrt werden. Wenn es diese schlimmen Behörden im Sozialismus gibt, dann ist da sicher auch noch vieeeeel schlimmeres denkbar. Letztendlich, will dann keiner mehr diese gruselige Gesellschaftsordnung.
Mal sehr einfach dargestellt. Könnte auch ein BILD-Leser verstehen. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Sa 1. Mär 2008, 13:33 
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Na ja, abgesehen von dem Seitenhieb auf die Stasi durch die SZ & Birthler, würde ich das jetzt mal nicht so eng sehen.

Und wenn jemand Angst vor dem Sozialismus kriegen würde, weil da mal ein Zug in einen Panzer gefahren ist, dann wäre er nicht nur dumm sondern man könnte ihm auch das Zugunglück vom 2. August 1982 in Ostercappeln bei Osnabrück entgegenhalten.

Der D 233 "Nord-Expreß" kollidierte mit einem Panzerfahrzeug der britischen Rheinarmee, das von zwei Soldaten unerlaubt entwendet und auf die Gleise der Strecke Osnabrück-Bremen gefahren worden war. Die beiden Soldaten kamen bei dem Unfall ums Leben, der Lokführer und mehrere Reisende des Zuges wurden schwer verletzt. An der Strecke entstand erheblicher Sachschaden.

([url=http://de.wikipedia.org/wiki/Zugunglück]Wikipedia[/url])

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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Sa 1. Mär 2008, 15:18 

Beiträge: 134
Woschod hat geschrieben:
Sieht man doch, oder?
Klar sieht man das! :x
Aber siehst du, ob der schon auf den Gleisen stand und der Zug reingefahren ist, oder ob der Panzer in den Zug fuhr. Das erklär mir mal bitte, wie man das sehen kann!
Ich wollte nur wissen, ob jemand zufälliger Weise den genauere Unglücksursache kennt.


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Sa 1. Mär 2008, 15:31 
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Die genaue Unglücksursache war, dass ein Panzer auf der Schiene stand und der Zug volle Kanne reingefahren ist. Ich wüsste auch nicht, warum ich daran zweifeln sollte. Umgedreht sähe das sicher anders aus.

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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Sa 1. Mär 2008, 15:56 

Beiträge: 134
Freddie hat geschrieben:
(Nach meinem letzten Wissensstand, hatte dieser Panzer das Gleis befahren, und wäre mit der Kette hängen geblieben, und kam deshalb nicht mehr weg.)
Also diese Variante, ich hatte nur meine Bedenken, wie es sich zugetragen hat, denn das...

Zitat:
Ein sowjetischer Panzer war dort in den D-Zug Leipzig-Berlin-Stralsund gefahren...
...ist der Wortlaut, der SZ Online!Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Mo 3. Mär 2008, 16:37 
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Beiträge: 104
Bei dem erwähnten Unglück hatte ein Panzer - Fahrschüler bei einer Nacht - Fahrübung die Kontrolle über den Panzer verloren, ist dabei auf die Gleise geraten und hat dabei den Motor abgewürgt. Nicht ganz richtig war die damals verbreitete Meldung, dass der Panzer versucht hätte, die Gleise zu überqueren.

Fahrlehrer und Fahrschüler waren mit der Situation völlig überfordert. Der Motor ließ sich nicht mehr starten, sie haben den Panzer verlassen und wohl in der Ferne auch schon die Spitzenlichter des Zuges gesehen. In dieser Situation hätte es nur ein richtiges Verhalten gegeben: Irgendwie versuchen, die Unfallstelle zu beleuchten und dem Zug ein Haltesignal zu geben. Da sie darüber nie belehrt wurden, haben sie das getan was für sie richtig war. Sie sind in die Kaserne gelaufen und haben ihren Vorgesetzten informiert.

Alle Informationen zu diesem Unfall gibt es hier: http://drehscheibe-online.ist-im-web.de/forum/read.php?17,3637304. Wie man sehen kann war die Berichterstattung damals in der DDR doch recht umfangreich.

Um auf die erwähnten Fotos des MfS zurückzukommen: Die Deutsche Reichsbahn war in der DDR nicht nur das Hauptverkehrsmittel, sie hatte auch eine immense militärische Bedeutung. Leicht daran zu erkennen, dass neben den Grenztruppen, der NVA und der Volkspolizei auch die Reichsbahn eine eigene politische Verwaltung hatte. Und natürlich gab es im MfS auch einen Bereich, der jeden größeren Zwischenfall bei der Bahn untersuchte.

gewe hat geschrieben:
Die Menschen sollen denken, dass im Sozialismus schlimme Dinge geschehen und durch noch schlimmere Verhaltensweisen der noch schlimmeren Behörden (MfS) unter den Teppich gekehrt werden.


@gewe Zugunglücke geschehen überall wo Züge fahren. Wenn so ein Unglück geschehen ist, sucht man nach den Ursachen und den Schuldigen, was bei einem so komplizierten System wie der Bahn nicht immer ganz einfach ist. Bei dem beschriebenen Beispiel war es, zumindest aus Sicht der Bahn, nicht besonders kompliziert. Es wurde auch nichts vertuscht.

Anfang der 80er sind in unserer Gegend auf einer eingleisigen Strecke zwei Güterzüge frontal zusammengestoßen. Beide Lokführer wurden getötet, und es gab eine Menge Schrott. Am nächsten Tag gab es in der Kreisausgabe des Bezirksorgans der SED einen Bericht mit Foto. Wahrscheinlich waren die Genossen dort etwas voreilig, denn weitere Berichte darüber gab es nicht. Dabei waren die Schuldigen schnell gefunden: Die beiden Fahrdienstleiter hatten bei ihrer telefonischen Absprache grob gegen die Regeln verstoßen, und einer hatte wohl sogar etwas Alkohol im Blut. Sogesehen eigentlich kein Grund, etwas zu vertuschen.

Tatsache war aber auch, dass beide ihren Fehler sofort bemerkt habe. Sie haben aus ihrem Stellwerk die Züge abfahren sehen. Man sollte denken, dass das Problem damit gelöst wäre: Sag den Lokführern über Funk, dass sie stoppen sollen. Nur dumm, dass es auf den Loks keinen Funk gab: Immer wieder versprochen und immer wieder verschoben.

Wichtiger war aber noch etwas anderes: Was sich Fahrdienstleiter am Telefon erzählen ist eigentlich nur in Ausnahmesituationen relevant. Im Normalfall verhindert die Sicherungstechnik zuverlässig, dass die Ausfahrsignale gleichzeitig auf Fahrt gestellt werden. Also hatte offensichtlich auch die Technik versagt.

Nur, sie hatte nicht versagt, weil sie nicht versagen konnte: Es gab sie garnicht. Diese dicht befahrene Strecke wurde immer noch so betrieben wie zu Ihren Anfangszeiten.

Und deshalb haben die Genossen beschlossen, über dieses Unglück nicht zu berichten. Recht gründlich, denn auch heute noch kann man in Google nichts darüber finden.

@gewe Was ich mich jetzt frage: Sollen wir Dinge wie diese ruhen lassen, weil das noch ein klein bisschen mehr Munition für den Klassenfeind wäre, oder sollen wir es aufarbeiten, damit es so nicht wieder passieren kann?

Ich habe die beiden getöteten Lokführer gut gekannt. Der schuldige Fahrdienstleiter war ein Cousin meines Vaters, er ist im Gefängnis zerbrochen. Zugfunk und Streckenblock wurden wenige Wochen nach dem Unfall eingeführt.

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"Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben, und er muss es so nutzen, dass ihn später sinnlos vertane Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen nichtigen Vergangenheit ihn nicht bedrückt und dass er sterbend sagen kann: Mein ganzes Leben, meine ganze Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt - dem Kampf für die Befreiung der Menschheit - geweiht."

Nikolai Ostrowski


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Mo 3. Mär 2008, 18:39 

Beiträge: 2008
Marc hat geschrieben:
@gewe Was ich mich jetzt frage: Sollen wir Dinge wie diese ruhen lassen, weil das noch ein klein bisschen mehr Munition für den Klassenfeind wäre, oder sollen wir es aufarbeiten, damit es so nicht wieder passieren kann?


Ich bin dafür, derartige Dinge so objektiv wie möglich zu untersuchen und wenn die Ergebnisse vorliegen, sachlich und ehrlich darüber zu informieren.
Das dies für die Betroffenen unangenehm ist, ist keine Frage. Doch wer Verantwortung übernimmt (und dies bezahlt bekommt) der muß sich dieser Verantwortung auch stellen. Dies gilt auch, wenn er seiner Verantwortung nicht gerecht geworden ist und einen schweren Fehler gemacht hat.
Nur so kann ich verhindern, dass derartige Fehler zu häufig geschehen. Gänzlich vermeiden werde ich das nie können.

Das Argument der Munition für den Klassenfeind habe ich oft genug zu hören bekommen. Hat es letztendlich was genutzt? Ich befürchte, da haben einige ihre Verantwortung nicht wahrgenommen und wollten für Fehler nicht öffentlich genannt werden. Letztendlich war die Situation dann meist noch schlimmer, denn vielfach dauerte es nicht lange und die "Information" kam von den Medien der anderen Seite. Hätte man offen, sachlich und ehrlich die fehlende Signaltechnik bei Zeiten angesprochen, wäre wahrscheinlich zeitiger eine technische Lösung installiert worden, die vielleicht diese dramatische Situation verhindert hätte.

Generell zur Informationspolitik in der DDR: Ich stimme Dir zu, dass über vieles richtig informiert wurde. Doch was richtig gelaufen ist, bleibt kaum im Kopf eines Menschen hängen. Das was nicht funktioniert hat, dafür um so besser. Leider gab es auch dafür Beispiele (Flugzeugabsturz bei Schönefeld (IL62) oder bei Bohnsdorf (TU134)). Hier mag es etliche Gründe gegeben haben, das in der öffentlichkeit zu verschweigen. Wahrscheinlich vor allen politische Gründe. Diese dumme Ideologie, dass es im Sozialismus keine Probleme geben darf, hat immer wieder Anwender gefunden. Vor allen dann, wenn man für Fehler hätte zur Verantwortung gezogen werden können oder weil man zu faul war, sich den Problemen zu stellen und die Kraft für die Lösung zu investieren.

Der häufige Gebrauch des Satzes von der Munition für den Klassenfeind hat letztendlich mit der Sprachlosigkeit der politischen Führung der DDR geendet. Damit war dann das Terrain wirklich für den Gegner freigegeben. Ein Fall ist mir persönlich in guter Erinnerung. Da wurde genauso argumentiert, um sich ja nicht mit einer problematischen Situation auseinandersetzen zu müssen. Anfang der 90-ziger hat sich genau diese Person dann als DDR-Wiederständler aufgeführt und Genossen der Partei, der diese Person einst angehörte, erst mal kräftig angeschwärzt und vor Kommissionen und Ausschüsse gebracht.

Die Informationspolitik von Perestroika und Glasnowst hat sich auch als völlig unbrauchbar für die Verbesserung und Erhaltung des Sozialismus erwiesen.

Man hat sachlich und ehrlich, aber auch überlegt zu informieren und dabei nicht die Sensationslust der Menschen zu befriedigen. Die Rechte Betroffener sind zu achten und Vorverurteilungen haben zu unterbleiben. Wer Auseinandersetzungen scheut, der darf sich nicht wundern, wenn man sich eines Tages mit ihm selbst auseinandersetzt.

Was die SZ_Veröffentlichung angeht, habe ich derartige Art zu informieren nicht gelesen. Das hat nichts damit zu tun, das derartige dramatische Ereignisse nicht auch weiterhin geschehen können. Geschehen diese heute, steht vor allen die Sensation (Einschaltquoten, Auflagenhöhe) im Vordergrund. Sind es Ereignisse, die in der DDR geschahen, dann wird mehr oder weniger tendentiös berichtet. Die SZ mag da noch zu den weniger Schlimmen gehören.

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Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Mo 3. Mär 2008, 22:04 

Beiträge: 134
gewe hat geschrieben:
Generell zur Informationspolitik in der DDR: Ich stimme Dir zu, dass über vieles richtig informiert wurde. Doch was richtig gelaufen ist, bleibt kaum im Kopf eines Menschen hängen. Das was nicht funktioniert hat, dafür um so besser. Leider gab es auch dafür Beispiele (Flugzeugabsturz bei Schönefeld (IL62) oder bei Bohnsdorf (TU134)). Hier mag es etliche Gründe gegeben haben, das in der öffentlichkeit zu verschweigen. Wahrscheinlich vor allen politische Gründe. Diese dumme Ideologie, dass es im Sozialismus keine Probleme geben darf, hat immer wieder Anwender gefunden. Vor allen dann, wenn man für Fehler hätte zur Verantwortung gezogen werden können oder weil man zu faul war, sich den Problemen zu stellen und die Kraft für die Lösung zu investieren.

...BildBildBild :daumen:


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Di 4. Mär 2008, 20:03 

Beiträge: 2008
Ich wäre dennoch glücklicher, wenn wir das heute nicht so bennennen und beklatschen bräuchten. Nunja, beim nächsten mal sind wir schlauer.

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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Di 4. Mär 2008, 21:15 

Beiträge: 134
@gewe,
ich beklatsche nicht das Unglück bzw. die DDR Informationspolitik!
Ich applaudiere wegen deiner trefflichen Formulierung zu diesem Thema. Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Mi 5. Mär 2008, 18:32 

Beiträge: 2008
Ich habe Dich schon richtig verstanden. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Mo 10. Mär 2008, 18:58 
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Beiträge: 104
@gewe, ganz sicher beklatsche auch ich kein Eisenbahnunglück oder irgendein anderes tragisches Ereignis, und bestimmt versuche ich nicht, mit der Erwähnung solcher Ereignisse in irgendeiner Weise die DDR zu diskriminieren. Ganz im Gegenteil.

Du hast geschrieben:

gewe hat geschrieben:
Doch wer Verantwortung übernimmt (und dies bezahlt bekommt) der muß sich dieser Verantwortung auch stellen. Dies gilt auch, wenn er seiner Verantwortung nicht gerecht geworden ist und einen schweren Fehler gemacht hat.


Richtig. Aber auch: Leicht gesagt. @gewe, warst du schonmal beruflich in einer Situation, in der du ganz direkt Verantwortung übernehmen musstest für Menschenleben? Wo der Druck auf die falsche Taste eben nicht "On Error Resume Next" bedeutet sondern "On Error GoTo Hell"? Wenn nicht beschreibe ich dir gern das Gefühl, mit einem Bein immer im Knast zu stehen. Und wie es ist, wenn man zum Sündenbock wird für Fehler, deren Ursache zu neunzig Prozent im System liegt.

Aber vielleicht sollte man das weder benennen noch beklatschen. Bis zum nächsten Unfall.

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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Mo 10. Mär 2008, 19:57 

Beiträge: 2008
Marc hat geschrieben:
Leicht gesagt. @gewe, warst du schonmal beruflich in einer Situation, in der du ganz direkt Verantwortung übernehmen musstest für Menschenleben? Wo der Druck auf die falsche Taste eben nicht "On Error Resume Next" bedeutet sondern "On Error GoTo Hell"? Wenn nicht beschreibe ich dir gern das Gefühl, mit einem Bein immer im Knast zu stehen. Und wie es ist, wenn man zum Sündenbock wird für Fehler, deren Ursache zu neunzig Prozent im System liegt.


Für gewöhnlich spreche / schreibe ich über Dinge die mir durchaus auch persönlich bekannt sind.

Im konkreten Fall war es nicht die richtige oder falsche Taste. Es waren gezwungener Maßen von mir Entscheidungen der Teilnahme an der Fortführung eines Vorganges zu treffen, für dessen Einleitung und ursprünglichen Ablauf ich nicht mal die Verantwortung zu tragen hatte.
Verantwortung hatte ich für die Menschen zu tragen, die vom weiteren Verlauf des Vorganges betroffen waren. Dazu mußte ich einige Zeit einen Weg mitgehen, der alles andere als angenehm war und während dieser Zeit stand ich mit Sicherheit mit einem Bein im Knast. Da gab es keinen Ausweg, keine Alternative für eine andere Entscheidung. Klingt alles etwas verworren und irre. Aber Details kann ich nicht öffentlich ausbreiten. Die Ursachen lagen mit Sicherheit zu 100% im System und ich hatte die dankbare Rolle des Sünderbocks angetragen bekommen. Über gesundheitliche Konsequenzen werde ich mich auch nicht ausbreiten.
Ich habe versucht, so gut es ging, mich und die Menschen, für die ich Verantwortung hatte, vor Konsequenzen zu schützen. Letzteres ist gelungen und einige Jahre später habe ich dafür gesorgt, dass sich diese Situation für mich nicht wiederholen kann. 50% der wirklichen Verursacher sind beruflich auf der Strecke geblieben. Doch diesen Bilderbuchkapitalisten braucht keiner eine Träne nachzuheulen.
Ich habe nicht das geringste Bedürfnis, den Kapitalismus auf diese fieseste und perverseste Art nochmal zu erleben. Man kann es aber letztendlich nur hoffen ...

Wenn ich also diese - für dich wahrscheinlich großkotzigen Worte - über die Verantwortung geäußert habe, dann sicher auch in Erinnerung an diese persönlich unangenehmen Zeiten.

Mir ging es einfach nur darum, zu sagen, daß die Übernahme von Verantwortung für die meisten Menschen kein erstrebenswertes Lebensziel ist. Dennoch kommen die meisten Menschen zwangsläufig auf die verschiedensten Arten nicht darum herum (in größerem oder kleineren Umfang). Verantwortung ist nach meinen Erfahrungen meist mit mehr oder weniger unangenehmen Konsequenzen verbunden. Das ist anders auch nicht möglich und sollte erst recht in einer sozialistischen Gesellschaft nie anders möglich sein. Wenn ich einen Auftrag übernehme und damit Verantwortung für eine bestimmte Sache, dann habe ich die gottverdammte Pflicht, dieser Verantwortung gerecht zu werden und die Konsequenzen im anderen Fall zu tragen. Wenn man es anders handhabt, kann man es auch gleich sein lassen oder Politiker mit viel Scheinverantwortung und ohne Konsequenzen in der heutigen superdemokratischen, bürgerlichen Gesellschaft werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Di 11. Mär 2008, 07:07 

Beiträge: 55
Hallo,

@gewe – dem ist nichts hinzuzufügen.

Doch eine Frage hab ich noch: Auf dem Bild Nummer drei kann ich gar keinen Panzer und nur mit Mühe einen Zug erkennen!
Ist das etwa ein Bilderrätsel?

Oder trifft vielleicht doch zu, was gewe anfangs schrieb:
„Eben, weil das eins von vielen Beispielen ist, wo man der sozialistischen DDR noch nachträglich eins reintreten kann. Schließlich muß das Bild des Reiches des Bösen in den Köpfen der Menschen gehegt und gepflegt werden. Nicht das etwa einer auf den Gedanken kommt, das dies womöglich eine Alternative zu seiner beschissenen Lebenssituation heute ist.“

Und war der Rest der geführten Diskussion um „Verantwortung“ nur dazu da, wieder mal vom eigentlichen Thema abzulenken?

Denn Beispiele der „Verantwortungslosigkeit“ könnte ich ellenlang aus DDR-Zeiten nicht nur von “Parteibonzen“ berichten – auch von „einfachen“ Arbeitern, die durch Schlamperei, Diebstahl, Betrug, Gammelei auch wesentlichen Anteil daran hatten, daß so mancher „Verantwortliche“ erst in so eine Bedrängnis gekommen ist. Und genau solche Verhaltensweise trifft auch für die Gegenwart zu – wo „Verantwortliche“ ihrer Verantwortung nicht nachkommen und dadurch Schäden provozieren.

Doch das hier gezeigte Beispiel des „dritten Bildes“ suggeriert den „Beweis“, daß nur die „Stasi“ hier untersucht hat. Stammen vielleicht die Fotos von der Kripo? Oder der Trapo? Nein, es müssen ellenlange Aktenreihen der „Stasi“ herhalten, um wieder mal zu zeigen, daß sie die alles beherrschende Schnüffelbrigade von Mielkes Gnaden war.
Na klar war das MfS vor Ort – bei solch einem brisanten und sensiblen Vorkommnis – und hat auch Fotos geschossen.
Und, was soll das jetzt? Der Vorgang wurde in der DDR ermittelt und abgeschlossen. Die Schuldigen sind zur Rechenschaft gezogen worden.
Den Toten kann sowieso niemand mehr helfen und den Hinterbliebenen wird durch die Veröffentlichung der Fotos auch keine Hilfe bei der Bewältigung ihres Kummers und Schmerzes zu teil.

Doch den Schülern, die durch die Stasi-Pflich-Ausstellung gejagt werden wird eingetrichtert: „Russischer Panzer jagte in der DDR Reichsbahnzug und ermordete sechs Menschen“. Und die „Stasi“ war dabei.

Stark bleiben!

D. Krüger


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Fr 14. Mär 2008, 17:15 
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Beiträge: 104
D. Krüger hat geschrieben:
Und war der Rest der geführten Diskussion um „Verantwortung“ nur dazu da, wieder mal vom eigentlichen Thema abzulenken?

Das "eigentliche" Thema war ein tragisches Zugunglück, welches sich vor ziemlich genau zwanzig Jahren in der DDR ereignete. Fragen die in der weiteren Diskussion gestellt wurden waren, ob man mit der Erinnerung an dieses Unglück der DDR schaden will (und kann) und daraus resultierend die immer aktuelle Frage nach der Informationspolitik in der DDR. Ganz besonders wichtig aber fand ich die Aussage von gewe:

gewe hat geschrieben:
Nunja, beim nächsten mal sind wir schlauer.

Dazu gehört aber auch, dass die Ursachen für alle Fehler und natürlich für die Katastrophen schonungslos aufgearbeitet werden.

D. Krüger hat geschrieben:
Der Vorgang wurde in der DDR ermittelt und abgeschlossen. Die Schuldigen sind zur Rechenschaft gezogen worden.


Bist du sicher, dass alle Schuldigen bestraft wurden? Nach dem Unfall wurden eiligst Panzersperren neben den Gleisen errichtet. Dass dies eigentlich normal ist liegt auf der Hand. Dass die Lokführer auf dieser Strecke, in Sorge um ihr Leben, dies immer und immer wieder gefordert hatten, lässt sich belegen. Die zwei armen Schweine, die in dem defekten Panzer saßen, hat man für alles bestraft!

Deshalb die Diskussion über Verantwortung und Verantwortliche.

@D. Krüger, darüber hinaus und im Rahmen der Thematik gibt es eine Frage, die ich mir schon oft gestellt habe. Deine Antwort auf diese Frage würde mich sehr interessieren.

In wenigen Wochen wird man an ein anderes Eisenbahnunglück erinnern: Den ICE - Unfall von Eschede. Sieht man sich die Geschichte dieses Unfalls an dann sieht man eine lange Liste von Fehlentscheidungen und immer wieder ignorierten Warnungen, einzig und allein aus Gründen der "Kostensenkung", sprich Profitgier. Ohne zu übertreiben kann man sagen, dass die 101 Toten von Eschede Opfer des Imperialismus waren.

Aber, um auf meine Frage zurückzukommen: Wieso schaden solche Unglücke und die umfassenden Informationen darüber dem Imperialismus in keinster Weise? Das ist wirklich eine Frage, die mich seit Jahren bewegt.

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Nikolai Ostrowski


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Fr 14. Mär 2008, 17:18 
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Zumindest in Großbritannien schaden sie schon, da dort nach den Unfällen der letzten Jahre der Unmut über die Privatisierung der Bahn immer größer wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Fr 14. Mär 2008, 18:52 
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@woschod, was GB betrifft hast du absolut recht, die Unfälle dort lassen sich recht direkt auf die Privatisierung von BritishRail zurückführen, und eine Mehrheit dort ist zu Recht empört. Allerdings stellt sich da schon die Frage, ob die nun eine andere Gesellschaftsordnung wünschen oder einfach ihre alte Staatsbahn wiederhaben wollen.

Um mal auf das Unglück mit dem Panzer und die Diskussion in diesem Faden zurückzukommen. Weiter oben hatte ich einen Link gepostet, unter dem man alle Informationen zu diesem Unfall finden kann. Auch die Ausschnitte aus den damaligen DDR Zeitungen, die wohl eindeutig beweisen, dass damals nichts verheimlicht oder vertuscht wurde.

Eine Kleinigkeit ist mir allerdings aufgefallen: Es heißt überall, der Panzer sei liegengeblieben beim "Versuch, die Gleise zu überqueren". Sollte das vielleicht den Eindruck erwecken, dass dort ständig sowjetische Panzer über die Gleise gefahren sind und es dann eben einfach mal so kommen musste? Genau das war nämlich damals die allgemeine Meinung, und die Frage ist schon, ob das in dieser Situation (Verhältnis DDR - UdSSR) nicht beabsichtigt war.

Wer sich ein wenig auskannte wusste natürlich, dass derart schwere Panzer nicht einfach über Gleise fahren können ohne die zu beschädigen...

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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Fr 14. Mär 2008, 19:09 

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Marc hat geschrieben:
Aber, um auf meine Frage zurückzukommen: Wieso schaden solche Unglücke und die umfassenden Informationen darüber dem Imperialismus in keinster Weise? Das ist wirklich eine Frage, die mich seit Jahren bewegt.


Ob diese Unglücke wirklich nicht auch nur ein kleinwenig schaden, sei dahingestellt. Fakt ist aber, das die Medienprofis ihr Geld letztendlich damit verdienen, die Dinge so zu verdrehen und darzustellen, dass immer nur die vordergründigen Fakten sentationell aufgemacht dargestellt werden. Die Menschen werden also durch Sensationen einerseits zu hohen Einschaltquoten veranlaßt (Profit muß stimmen) und andererseits werden damit niedere menschliche Instinkte und Gefühle bedient, ohne dass das den betroffenen Menschen bewußt wird (den meisten jedenfalls).
Wie an anderer Stelle im Forum angemerkt, müssen wir davon ausgehen, dass 95% der Bundesdeutschen politische Analphabeten sind. Auch eine Folge der Erziehung durch das heutige Schulsystem und vor allen der medialen Massenbeeinflussung in die Verdummungsrichtung.
Folge ist, dass bei derart traurigen Ereignissen die Menschen erschüttert und beeindruckt vor den Bildern der Katastrophe stehen (ihre Gefühle sind als ehrlich einzuschätzen) aber nur die allerwenigsten sich fragen, was hinter der Ursache der Ursache der Ursache steht. Für die meisten ist die Ursache eines geplatzten Radreifens ausreichende Ursachenklärung. Da fragt doch kaum einer danach, warum ist der Reifen geplatzt und was war die Ursache für dies evtl. Antwort. Also wirklich solange nach dem warum fragen, bis man zu den Erkenntnissen kommt, die zeigen, dass es das bestehende gesellschaftliche System ist, was grundsätzliche Ursache aller in Folge auftretenden Fehler ist.

Solange also nicht hartnäckig und kritisch hinterfragt wird, bis man das Wesen und nicht nur die Erscheinung eines Vorganges erkennt, wird der Imperialismus keinen Schaden nehmen.

Zu diesem Hinterfragen sind sicher nicht viele Menschen in der Lage. Auch in einer sozialistischen Gesellschaft nicht. In einer soz. Gesellschaft haben aber andere als heute die Macht über die Medien und können diesbezüglich aufklärend und bildend wirken. Dies kann unter heutigen Umständen nur in kleinerem Rahmen (Parteien, Internetforen, Veranstaltungen) erfolgen. Dementsprechend ist die den Imperialismus schädigende Wirkung weitaus geringer bis gar nicht.

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: DDR-Zugunglück 1988
BeitragVerfasst: Do 27. Mär 2008, 22:33 
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Beiträge: 104
@gewe, deinen Ausführungen stimme ich zu sofern es um die Menschen geht, die über die Umstände des Unglücks nur aus den Medien wissen und die die Details nicht interessieren. Aber die hatte ich garnicht gemeint.

Ich meinte die, die aus beruflichen Gründen oder aus persönlichem Interesse die Umstände des ICE - Umglücks genau kannten. Als Eisenbahner, noch dazu in einer Wagenwerkstatt, kannten ich und meine Kollegen die genauen Fakten recht schnell. Man hat auf die Bahn geflucht und das Management, auch das Argument "Das ist eben so im Kapitalismus" wurde genannt. Aber eine grundlegende Kritik am herrschenden System oder gar die Frage nach einer gesellschaftlichen Alternative hat es nie gegeben.

Nun stell dir vor, das Unglück wäre in der DDR passiert. Die Deutsche Reichsbahn hätte alle Warnungen in den Wind geschlagen und damit diese Katastrophe erst möglich gemacht. Das wäre doch sofort eine flammende Anklage gegen das ganze System geworden!

Und das war meine Frage: Wieso hätte es uns so geschadet, was denen, sorry, derart am Arsch vorbei geht?

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"Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben, und er muss es so nutzen, dass ihn später sinnlos vertane Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen nichtigen Vergangenheit ihn nicht bedrückt und dass er sterbend sagen kann: Mein ganzes Leben, meine ganze Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt - dem Kampf für die Befreiung der Menschheit - geweiht."

Nikolai Ostrowski


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