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 Betreff des Beitrags: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:06 

Beiträge: 53
Doernberg warnte davor, kurzschlüssigen Hypothesen zu folgen. So gab es keine "Seydlitz-Armee", wie von seinen Gegnern lange Zeit unterstellt wurde. Es gab Memoranden von Seydlitz an Stalin, in denen er die Chance zur Aufstellung deutscher Truppen erbat, um zur Befreiung Deutschlands von faschistischer Herrschaft beitragen zu können. Das war nicht erwünscht. Die Hauptaufgabe des Nationalkomitees bestand in aufklärerischer Mission.

Aber diese aussage scheint nicht zu stimmen;


Das habe ich gefunden, im Buch "Durchbruch an der Oder" steht ,
Zitat;
ich war kurz eingeschlafen im Graben, da tauchte plötzlich ein Soldat auf und forderte mich auf den gräbern zu verlassen, kurze Zeit später war er weg und ich hielt es für einen bösen Traum!

Zitat;
Auf eine andere Seite heißt es, als wir uns zurück zogen, wurden wir angegriffen, mit Deutschem Hurra, stürmten sie auf uns zu, wir drehten uns um und feuerten auf sie, wo bei sie sich schließlich zurück zogen und wir uns an diesem Tage noch mehrmals im Kampf begegneten!


Grüße
Chris


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 Betreff des Beitrags: Re: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:06 
Literat

Beiträge: 2947
Grüß dich Chris,
wo liegt das Problem?

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 Betreff des Beitrags: Re: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:07 

Beiträge: 53
Wollte mal wissen was denn nun stimmt, und wenn es die Armee gab wie stark sie war.


Grüße
Chris


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 Betreff des Beitrags: Re: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:07 
Literat

Beiträge: 2947
Das Nationalkomitee Freies Deutschland - wenn du das meinst - war eine Verbindung von kriegsgefangenen deutschen Soldaten. Seine Aufgabe war propagandistischer Art.
Es gab auch deutsche Soldaten, die an der Front kämpften, meistens aber nicht mit Waffen. Nur hat das (zumindest nicht direkt) mit dem Nationalkomitee nichts zu tun.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:07 

Beiträge: 53
@NumaPompilius

Aber aus dem Buch geht hervor das Deutsche Soldaten sehr wohl gegen das Faschistische Regim kämpfen !

Was ich sehr gut finde!


Grüße
Chris


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 Betreff des Beitrags: Re: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:07 
Literat

Beiträge: 2947
Zum einen können das einfach Deutsche gewesen sein, die aufseiten der SU gekämpft haben. Dann hat das mit dem Nationalkomitee nichts zu tun.

Es könnten aber auch tatsächlich ehemalige Kriegsgefangene gewesen sein. dann hätte das aber nur insofern mit dem Nationalkomitee zu tun, daß diese Kriegsgefangenen dort sicherlich Mitglieder waren. Wenn sie später an der Front gekämpft haben, dann nicht in ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Nationalkomitees.

Das Nationalkomitee war keine Kampfeinheit der Roten Armee, sondern hatte in der Tat hauptsächlich Propaganda-Funktion. Demnach werden die meisten seiner Mitglieder, wenn sie überhaupt an der Front waren, dort nicht mit der Waffe, sondern mit dem Mikrophon gekämpft haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:07 
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Beiträge: 4023
Die hatten gekämpft das geht aus dem Buch hervor!

Was aber interresant währe;

Wo und wie Rekrutierte man sie, im Gefangenen Lager muß es nicht einfach gewesen sein da mann ja noch unter Kameraden war, die Nazis oder mit leufer waren.

Gibt es berrichte wie so eine Anwerbung aus sah und gab es von der Stavka vorschläge welche Stärke sie zu erreichen war?

Manifest des "Nationalkomitees Freies Deutschland"
Auszug aus dem Manifest des "Nationalkomitee Freies Deutschland" vom 13. Juli 1943:

"Der Krieg ist verloren ... Die Weiterführung ... würde das Ende der Nation bedeuten. Aber Deutschland darf nicht sterben! Es geht jetzt um Sein oder Nichtsein unseres Vaterlandes. ... Wenn das deutsche Volk durch seine Taten beweist, dass es sich das Recht, über sein künftiges Geschick selbst zu bestimmen und in der Welt gehört zu werden ...
Das deutsche Volk braucht und will unverzüglich Frieden. Aber mit Hitler schliesst niemand Frieden. Niemand wird auch nur mit ihm verhandeln. Daher ist die Bildung einer wahrhaft deutschen Regierung die dringenste Aufgabe unseres Volkes."


Zur Geschichte:
Nachdem Josef Stalin einen Appell an das deutsche Volk richtete, wird am 12./13. Juli 1943 das Nationalkomitee "Freies Deutschland"(NKDF) gegründet. In einem Manifest forderten die Unterzeichner zum Widerstand gegen Hitler, zur Beseitigung des Nazi-Regimes und zu einer Friedensverhandlung auf. Die Mitglieder waren überwiegend deutsche Emigranten und Offiziere(W. Pieck, W. Ulbricht, E. Weinert, J.R. Becher, T. Plivier). Hauptforderungen waren die "Beseitigung aller auf Völker- oder Rassenhass beruhende Gesetze", die "Wiederherstellung der politischen Rechte und sozialen Errungenschaften" und die "Freiheit des Wortes, der Presse, der Organisation, des Gewissens und der Religion".
Als Ergänzung zu dieser Organisation gründete sich im folgenden September im Kriegsgefangenenlager Lunjowo der "Bund deutscher Offiziere"(BdO), der in seinen Zielen mit dem Nationalkomitee übereinstimmte. Beide Organisationen gaben zusammen das Wochenblatt "Freies Deutschland" heraus. An der Spitze der Organisation stand General Walther von Seydlitz-Kurzbach. Der Vorsitzender beider Organisationen wurde E. Weinert. Auch der Chef der bei Stalingrad geschlagenen 6.Armee des deutschen Heeres, Friedrich Paulus, arbeitete in den neuen Widerstandsbewegungen gegen Hitler mit.
Im November 1945 wurde dann das Nationalkomitee aufgelöst. Die meisten Mitglieder erhielten wichtige politische und militärische Funktionen in der Sowjetischen Besatzungszone(SBZ) bzw. DDR.
Ausser dieser Gedenkstätte in Köln gibt es noch eine Stätte im Berliner Tiergarten. Ausserdem wurde ein Film: "Man nannte sie Verräter" ,1989, darüber gedreht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:08 
Held der Arbeit

Beiträge: 113
Meines Wissens fanden die Anwerbungen für das Komitee in den Gefangenenlagern statt.
Die Ressentiments gegenüber den Russen und die Wortführerschaft vieler überzeugter Nazis erzeugte keine große Bereitschaft sich dort anzuschließen.
Die Mitarbeit wurde den Gefangenen mit kleinen Privilegien schmackhaft gemacht, was allerdings den Neid der anderen förderte und sie fortan in der Lagergemeinschaft Ausgegrenzte waren.
Es galt quasi als Ehrenkodex sich dort nicht anzuschließen.
Allerdings gingen die Kompetenzen kaum über Propagandatätigkeit hinaus.
Sie gestalteten meist das Lagerleben und sollten Überzeugungsarbeit leisten.
An der Front ist mir ebenso nur propagandistischer Einsatz bekannt. Sie sollten die Deutschen zum Überlaufen bewegen.
Das Kampfverbände nicht aufgebaut wurden, ist auch verständlich, denn einige traten sicher nur wegen der privilegien ein, die ´welche das Überleben derselbigen durchaus erleichterte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:08 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Meines Wissens fanden die Anwerbungen für das Komitee in den Gefangenenlagern statt.


Das Komitee selber fand in den Gefangenenlagern statt. Denn es bestand zum großen Teil aus Kriegsgefangenen. Die hauptsächliche Tätigkeit war Agitation in den Lagern und politische Ausbildung von ehemaligen Soldaten, weil - wie man voraussah - direkt nach Kriegsende Leute benötigt werden würden, um die Verwaltung und Ordnung im Besatzungsgebiet aufrecht zu halten. Abgesehen davon würde ich davon abraten, die Vokabel "Anwerbungen" zu verwenden.
Was dann über die politische Arbeit in den Lagern und über die üblichen Schulungen durch die Partei hinaus getan wurde (also z.B. Fronteinsatz), hat mit dem Nationalkommitee nur mittelbar was zu tun. Die Deutschen, die für die SU an der Front Dienst geleistet haben, haben das unter dem Kommando der Roten Armee getan. Sie waren den politischen Stellvertretern unterstellt.
Das mag ja vielleicht kleinlich klingen, darauf hinzuweisen. Aber es ist hier eingangs die Vermutung geäußert worden, die Arbeit des Komitees wäre über das Politische hinausgegangen. Und das ist aber nicht der Fall gewesen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:08 
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Beiträge: 4023
Mir scheint, es werden hier zwei Dinge vermischt. Einmal das Nationalkomitee Freies Deutschland, in welchem u.a. auch Walter Ulbricht und Ericht Weinert waren, und anderseits die Soldaten deutscher Herkunft, die direkt an der Front im Dienste der Roten Armee gekämpft haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:09 
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Beiträge: 353
Zitat:
Auf eine andere Seite heißt es, als wir uns zurück zogen, wurden wir angegriffen, mit Deutschem Hurra, stürmten sie auf uns zu, wir drehten uns um und feuerten auf sie, wo bei sie sich schließlich zurück zogen und wir uns an diesem Tage noch mehrmals im Kampf begegneten!


Vielleicht waren es Wolgadeutsche, die auf Seiten der Roten Armee kämpften und im Kampf deutsche Ausdrücke verwendeten, um den Feind zu verwirren.

Ich habe vor kurzem die Ulbricht-Biografie aus der DDR erhalten und habe dort nachgeschlagen und zitiere hier mal, wenn es mir gestattet ist, einen Auszug, der zeigt, unter welchen harten Bedingungen die deutschen Kommunisten und Antifaschisten an der Front Propaganda betrieben:

Zitat:
In Absprache mit Wilhelm Pieck und der Politischen Hauptverwaltung der Roten Armee fuhr er (Ulbricht) Ende November 1942 an die Stalingrader Front, wo er bis zum 27. Januar 1943 mit Willi Bredel, Arthur Pieck, Leo Stern, Erich Weinert und anderen deutschen Genossen unter schwersten Bedingungen in den vordersten Kampflinien bemüht war, die Angehörigen der 6. deutschen Armee utner Generalfeldmarschall Paulus von der Sinnlosigkeit des weiteren Kampfes zu überzeugen und sie zur Kapitulation zu bewegen. In seinen Tagebuchaufzeichnungen vermerkte Walter Ulbricht: "Wir sind täglich an der Front im Gebiet von Begetowka, sprechen zu den deutschen Soldaten. Da natürliche Deckung nicht vorhanden ist, graben wir uns ein Loch. Die deutschen Truppen antworten am Anfang mit Maschinengewehrfeuer. Später hörten sie jedoch itneressiert zu.
Wir fahren mit dem Lautsprecherwagen in einer vorgeschobene Artilleriestellung. Der uns begleitende Sowjetoffizier, eine Wissenschaftler aus Leningrad, spricht als sowjetischer Offizier und Wissenschaftler zu den deutschen Truppen. ..... WIr fahren zum Südabschnitt der Front. Am 20. Januar sprechen wir nachts sechsmal an der Front. Deutsche Soldaten, die übergehen wollen, werden von den deutschen Stellungen aus mit Maschinengewehren beschossen. Im südlichen Vorort von Stalingrad hat die sowjetische Truppenführung ihren Kommandostand im großen Betontunnel, der ursprünglich als Abflussrohr diente. Ich spreche nachts zusammen mit einigen kriegsgefangenen deutschen Offizieren, die Antifaschisten geworden sind, zu den deutschen Truppen. Wir werden mit Maschinengewehren beschossen." usw.


Ulbricht bekam den Orden des Vaterländischen Krieges 2. Stufe.
Mir gefällt der Auszug, er zeigt sehr schön, wie Ulbricht und andere "mit dem Mikrophon gekämpft haben."
Und weil die Propagandisten so unmittelbar an der Front ihre Propaganda betrieben, so haben haben deutsche Soldaten womöglich gedacht, die Propagandisten würden auch kämpfen.

_________________
Eine gut geleitete Staatsregierung muß ein ebenso festgefügtes System haben wie ein philosophisches Lehrgebäude. Alle Maßnahmen müssen gut durchdacht sein, Finanzen, Politik und Heerwesen auf ein gemeinsames Ziel steuern.
Ein System kann aber nur aus einem Kopfe entspringen; also muß es aus dem des Herrschers hervorgehen.


Friedrich der Große


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 Betreff des Beitrags: Re: Seydlitz Armee
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 15:09 

Beiträge: 53
In ein anderes Buch heißt es;

Wir standen an der Oder und der Gegner(Sowjet), machte einige Kommando unternehmen, wie zum beispiel, eines Tages brachte ein Trupp Soldaten die sich als Deutsche aussgaben, gefangene zu uns, in dem Gefechts HQ als plötzlich wir die gefangenen waren, sie waren scheinbar durch mehere Posten durch gekommen weil sie perfekt Deutsch sprachen und unsere Uniformen an hatten.

Da ein durchschnitts Sowjet weder richtig Deutsch konnte, noch das Loß wort kannte gingen wir von Seydlitz Männern aus.

Der Kommandant wurde gefangen genommen.


Grüße
Chris


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