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 Betreff des Beitrags: Re: Faschistische Partei - Herrschende Klasse
BeitragVerfasst: Di 13. Jan 2009, 12:02 

Beiträge: 105
Jens hat geschrieben:
kortschagin hat geschrieben:
Ich will hier erstmal ein kleines Zitat von der Wikipedia-Seite bringen, auf die Jens verweist.


Dieser Abschnitt wurde vom Nazi und Revisionisten Stefan Scheil abgeschrieben. ;)
Man sollte bei Wikipedia aufpassen was man zitiert.

kortschagin hat geschrieben:
Es geht um die sog. Singularität des Holocaustes.


Der ganze bürgerliche Holocaust-Kult und das Gerede von der Singularität, dient nur dazu den Klassencharakter des Faschismus zu leugnen und den Faschismus für einmalig zu erklären um den Antifaschismus zu schwächen.

Das ist meine feste Überzeugung.


Verstehe ich es richtig, daß der Nazi Stefan Scheil den Text von Wikipedia abgeschrieben hat? Oder hat er den Text bei Wikipedia eingefügt?
Wenn ersteres der Fall ist, ändert es nichts an der Aussage. Wenn zweiteres der Fall ist, wüßte ich gern den Benutzernamen dieser Person von Wikipedia!
Beim Lesen der Diskussion bei Wikipedia finde ich nun auch nichts, was auf die Zweifelhaftigkeit der Kritik an der Hungerthese hinweist.
Was die Sache mit dem Kult angeht: Wenn es einen Kult um die Aufarbeitung Holocausts gäbe, könnte man schlecht etwas Negatives daran finden. Die Art und Weise, wie heute mit dem Thema umgegangen wird, führt aber dazu, daß viele Leute die Nase voll haben. Das liegt aber gerade daran, daß die Ursachen nicht oder kaum im sozio-ökonomischen Bereich gesucht werden.
Ich will mal etwas zitieren aus dem Buch "Inszenierter Antisemitismus". Der Autor unterstellt zwar der DDR auch einen Vernichtungswillen gegenüber den Juden, doch er muß folgendes eingestehen, was seine ganze Aussage auch ad absurdum führt.

Zitat:
Zu Beginn der 1990er Jahre zeigten sozialwissenschaftliche Erhebungen zunächst, dass antisemitische Einstellungen in der DDR offenbar ein geringeres Ausmaß besaßen als in der BRD. Reinhard Wittenberg und Kollegen führten 1991 die erste repräsentative Bevölkerungsumfrage zum Antisemitismus in der DDR durch. Befragt wurden 1000 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger der damaligen DDR. Der Fragebogen enthielt Fragen zur "Relativen Ablehnung von Juden", zum "Jüdischen Einfluss auf die DDR-Gesellschaft", zu "Stereotypen über Juden", zu "Sozialen Kontakten mit Juden" und zum "Faktenwissen". Die Autoren attestieren den Bewohnern der damaligen DDR eine weitgehende Vorurteilsfreiheit gegen Juden. Vier Fünftel der Befragten werden als völlig oder weitgehend vorurteilsfrei eingestuft. Der "harte Kern" antisemitisch orientierter Personen wird mit rund sechs Prozent der DDR-Einwohner angegeben. Vor allem jüngere Altersgruppen wiesen sehr geringe Ausprägungen antisemitischer Einstellungen auf. Am wenigsten antisemitisch antworteten die 31- bis 43jährigen, also jene Altersgruppe, die ihre grundlegende Sozialisation im "realen DDR-Sozialismus" erfahren hat. Die Autoren vergleichen diese Befunde mit den 1990 vom Institut für Demoskopie in Allensbach vorgelegten Ergebnissen aus der BRD und kommen zum Schluß, alles deute darauf hin, dass der Antisemitismus in den Köpfen der ehemaligen DDR-Bürger eine geringere Rolle als bei ihren Landsleuten im Westen spiele. Auch sei durchaus ein Erfolg der "antifaschistischen Sozialisation" anzunehmen. Die antiisraelische Politik in der DDR habe dagegen offenbar weniger Wirkung als vermutet hinterlassen.
S. 121-122


Wie es aussieht, hat der Umgang der DDR mit dem Antisemitismus doch ziemlich viel genützt. Selbst der "Spiegel" mußte 1992 schreiben, daß die Ostbürger die Konsequenzen aus der NS-Vergangenheit für die Gegenwart ernster nehmen als die Westbürger. In den Jahren danach ist die Unterschied zwischen Ost und West kleiner geworden, weil im Osten der Antisemitismus angestiegen ist. Das wird aber nicht auf die kapitalistischen Verhältnisse der BRD zurückgeführt, sondern weil man im Osten angeblich das Thema Antisemitismus Jahrzehnte lang tabuisiert hat. Diese Aussage kommt von demselben "Wissenschaftler", der den Ostdeutschen geringe Ausprägung von Antisemitismus bescheinigt hat. Wenn man dieser Logik folgt, führt Über-Antisemitismus-reden zu mehr Antisemitismus. Ob das nicht auch wieder Antisemitismus ist, nämlich sekundärer Antisemitismus?

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 Betreff des Beitrags: Re: Faschistische Partei - Herrschende Klasse
BeitragVerfasst: Mi 21. Jan 2009, 01:00 

Beiträge: 15
hey! nicht jede antifa gruppe in deutschland ist antideutsch oder anarchistisch ... (wobei mich mit anarchistische Gruppen gut solidarisieren kann - mit antideutschen ehen weniger - in Weimer (!) verschlägt die AD Antifa die eigene like Jugend, die durch mangel an Adorno Zitaten ja antisemitisch sein muss!)
es gibt auch viele strukturierte ML Antifa Gruppen, die antideutschen verschwinden langsam von der Bildfläche - wobei man die auswirkungen des palästina-isreal konflikts noch nicht sieht )=

danke für die vielen Antworten :]

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"[...]daß nicht das Parlament, sondern nur die Arbeiterräte das Werkzeug sein können, mit dem die Ziele des Proletariats zu erreichen sind, und natürlich ist derjenige, der das bis jetzt noch nicht begriffen hat, der schlimmste Reaktionär, [...]"
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