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 Betreff des Beitrags: Putschversuch vom 19. August 1991
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 14:18 
Moderator

Beiträge: 876
Am 19. August 1991 versuchte in der Sowjetunion ein "Staatliches Komitee für den Ausnahmezustand (GKTschP)" die Macht zu übernehmen.

In der Erklärung des Komitees wurde die "Überwindung der tiefen und umfassenden Krise, der politischen, zwischennationalen und Bürgerkonfrontation sowie von Chaos und Anarchie" als Hauptaufgabe genannt.

Führende Mitglieder des Komitees waren Ministerpräsident Viktor Pawlow, Verteidigungsminister Dmitri Jasow, KGB-Chef Wladimir Krjutschkow und Innenminister Boris Pugo, der ehemalige Gewerkschaftführer Gennadi Anajew sowie ZK-Sekretär Oleg Schejnin.

Wie der Versuch ausgegangen ist, ist bekannt.

Nina Andrejewa hat die Vorgehensweise des Komitees angeblich abgelehnt. Ist bekannt, mit welcher Begründung?

Wie bewertet Ihr den "Putschversuch"?


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 Betreff des Beitrags: Re: Putschversuch vom 19. August 1991
BeitragVerfasst: Di 16. Nov 2010, 23:31 

Beiträge: 132
Sagen wir mal so: Einerseits finde ich es etwas befremdlich, dass sich unter den Teilnehmern so viele "Wendehälse" finden, wie etwa der heute von Putin geehrte Staatsdiener Jasov oder der spätere Bankenpräsident und -berater Pavlov.

Andererseits war es wohl die letzte Chance - unabhängig von der Politik, die die "Putschisten" dann gemacht hätten -, die sozialistische Gesellschaftsordnung der Sowjetunion zu erhalten. Von daher definitiv schade dass es nicht geklappt hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Putschversuch vom 19. August 1991
BeitragVerfasst: Mi 17. Nov 2010, 08:37 

Beiträge: 2008
Achtung hier kommt ein Beitrag eines paranoiden Verschwörungstheoretikers!

@ralph, stell Dir mal vor, das wäre alles inszeniert gewesen. Genauso inszeniert wie die "friedliche Revolution" in Deutschland oder auch wie heute die Scheinattacken der CDu u.a. gegen die PdL. Eine wirkliche kommunistische Partei wird in der Bunzelrepublik schnellstens verboten.

Dies als Arbeitshypthese genommen, wirft etliche Fragen auf. Vielleicht könnten Antworten sein:
- der Westen hat den Osten "gekauft", würde bedeuten
- Gorbatsch und Kumpane haben dem Westen die DDR und alle anderen Warschauer Vertragsstaaten und am ende sich selbst den USA, England, Frankreich und der BRD zum Kauf "angeboten".
- die heutigen sogenannten Oligarchen haben den Großteil des Geldes eingesteckt. Wahrscheinlich zuvor dazu verdonnert, den neuen (alten) Politgrößen nicht ins Handwerk zu pfuschen.
- wer von den Ost-Führungsgrößen das nicht mitmachen wollte, wurde (gut inszeniert) erschossen (z.B. Rumänien) oder in den Knast gesteckt und anschließend ins Exil gejagt (E. Honecker, ).
- etliche andere sind (zum Schein? ) vor Gericht gestellt und meist mit geringen Strafen nach Hause geschickt worden. Natürlich mussten die Pensionen etwas eingekürzt werden.
- wer hat das jahrlang vorher hinter den Kulissen vorbereitet und dann durchgeführt? Natürlich, die Leute, die für geheime/verdeckte Operationen zuständig sind. Welche Aufgabe z.B. hatte Putin bei seinem 10 jährigen Aufenthalt als KGB-Offizier in Dresden? War deshalb Modrow einer der "großen Reformer"?

Letztendlich sind nur einige tausend wirkliche Kommunisten bestraft worden. Da hat der Klassenfeind schon zu anderen Zeiten ganz andere Vernichtungsorgien gefeiert. Klar mußte man den Bürgerrechtlern einige deren Hauptfeinde zum Fraß vorwerfen. Letztendlich verbesserte das doch nur die Tarnung des Vorhabens.

Genauso mußte man der Frage, warum wehrt sich niemand von den Mächtigen in der Sowjetunion gegen die Konterrevolution des Gorbatsch und seines Chefsäufers? Der Frage kam man mit dem inszenierten "Putsch" zuvor und hatte die nächsten Jahrzehnte nichts zu befürchten.
Wäre es ein wirklicher Putsch gewesen, hätte man jeden der Teilnehmer an die Wand gestellt.
Welche medienwirksame Darstellung, als sich Jelzin vor die Panzer "warf". In einer wirklichen Revolution wäre er hinter Gitter gekommen oder hätte es nicht überlebt. So war es mit das beste, was diesem Säufer passieren konnte, um danach aufs Podest gehoben zu werden. Der Kerl war der Mann fürs Grobe. Er hat endgültig Tür und Tor dem Kapital geöffnet und das Volk ins Elend gestürzt.

In unseren Breitengraden wird das Thema "Stasi" zu allen "Jahrestagen" aus der Mottenkiste geholt. Hin und wieder läßt man eine kleinen IM (Beweise sind überflüssig, allein der Verdacht reicht) über die Klinge springen. Bestenfalls reicht das alles noch für den einen oder anderen verlogenen Film und für die Scharfmacher von BILD, ZDF und RTL (und viele andere).

Die wirklichen Opfer der Konterrevolution sind die arbeitenden Menschen. Denen wird das Einkommen gekürzt und denen werden die Sozialleistungen gestrichen. Millionen werden in Arbeitslosigkeit und heute 4 Millionen in HIV gestürzt. Die Ärmsten dürfen das Leben der Superreichen finanzieren.

Warum wehren die sich nun nicht. Warum wählen die Kälber weiterhin ihre eigenen Schlächter? Warum kommt es nicht zu einer revolutionären Massenbewegung?
Wir wissen, welcher Gehirnwäsche die Menschen dieses Landes täglich unterworfen werden.
Na und meine Verschwörungstheorie, da (zumindest heute) nicht beweisbar, würde als das Produkt eines paranoiden Hirns, eines alten kommunistischen Betonskopfes abgetan, ja ins Lächerliche gezogen werden. Es würden sich tausende Leute finden lassen, die groß und breit in Medien und Talkshows Gegenteiliges "beweisen" sollen.
Die Kälber trotten doch nur weiter zur Wahl, wenn es in ihren Köpfen hämmert, das war alles eine friedlich Demonstration unterdrückter Menschen und die hochheilige bürgerliche Demokratie hat sie dabei beschützt (gegen Stasi und Politbüro und die ganzen alten Seilschaften) und verhindert bis heute, dass die politischen Verhältnisse wirklich mit einer echten Revolution geändert würden. Wobei letzteres sogar zutrifft ... :redstar164: :redstar161: :redstar164: :redstar170: :redstar164:

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 Betreff des Beitrags: Re: Putschversuch vom 19. August 1991
BeitragVerfasst: Do 18. Nov 2010, 12:41 

Beiträge: 132
Mit anderen Worten: Du meinst, es war gar kein richtiger Putsch, sondern letztlich nur ein absurdes Theater, dass der Konterrevolution als Feigenblatt dienen sollte?

Jedenfalls würde das die milden Strafen für die Putschisten wie auch die unglaubliche Naivität des Unternehmens erklären.

Nur mal so aus Interesse: Denkst Du, Romanov wäre für die Sowjetunion eine gute Lösung gewesen? Dass er wohl besser als Gorbachov gewesen wäre, ist sehr wahrscheinlich, aber (relativ) "besser" heisst ja noch lange nicht automatisch (absolut) "gut".


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 Betreff des Beitrags: Re: Putschversuch vom 19. August 1991
BeitragVerfasst: Do 18. Nov 2010, 16:33 

Beiträge: 2008
Ralph hat geschrieben:
Nur mal so aus Interesse: Denkst Du, Romanov wäre für die Sowjetunion eine gute Lösung gewesen? .

Welcher Romanov? Der 1917 ins Jenseits beförderte Zar?
Der wäre nicht mal heute eine Alternative. Da müssen wir wohl auf einen neuen Lenin warten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Putschversuch vom 19. August 1991
BeitragVerfasst: Do 18. Nov 2010, 16:43 

Beiträge: 2008
Ralph hat geschrieben:
Mit anderen Worten: Du meinst, es war gar kein richtiger Putsch, sondern letztlich nur ein absurdes Theater, dass der Konterrevolution als Feigenblatt dienen sollte?


Könnte sein, oder?
Aber nicht nur dieser Putsch. Alle diese "friedlichen Revolutionen" wären ohne Mitspieler auf Seiten der Gorbatsch und Kumpane nicht möglich gewesen. Stell Dir vor, was passiert wäre, wenn Stalin noch die politische Führung gehabt hätte. Abgesehen davon, dass die ganzen gesellschaftlichen Prozesse nach 1953 anders verlaufen wären, hätte es eine Sowjetmacht unter einem Stalin nie zugelassen, dass die Konterrevolution nahezu das gesamte sozialistische Lager beseitigen darf. Das auch noch ohne Schaden an Land, Wäldern, Gebäuden, Kunstwerken und brauchbaren Wirtschaftseinheiten. Welch moderne Kriegsführung. ;)

Damit ich nicht falsch verstanden werde. Ich bin kein Freund von Menschen verletzen oder töten. Doch wer sagt das es unter einem Stalin hätte soweit kommen müssen. Die Revisionisten hätten wahrscheinlich kein Oberwasser bekommen und die wirtschaftliche Entwicklung wäre sicher anders verlaufen. Vielleicht hätte es im Westen eine "friedliche Revolution" gegeben.

Sicher alles nur Spekulationen. Aber nachdenken darüber ist ja noch nicht verboten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Putschversuch vom 19. August 1991
BeitragVerfasst: Do 18. Nov 2010, 16:58 

Beiträge: 132
Auf jeden Fall interessante Spekulationen.

Richtig ist auf jeden Fall schon mal: Jeder normale Staat würde sich gegen so einen versuchten Umsturz nach Kräften wehren. Man denke doch nur daran, was in der BRD zu Zeiten der RAF los war, obwohl da nun wirklich nicht die Aussicht auf einen Staatsstreich gegeben war. Man denke daran, wie Lenin und Stalin mit der Konterrevolution verfuhren. Und man denke daran, wie heute in der BRD selbst friedliche Demonstranten von der Staatsmacht verprügelt werden.

Bis auf die Unterdrückung der Konterrevolution in der Sowjetunion (und den anderen sozialistischen Ländern) will ich davon nichts gutheißen. Was ich aber sagen will: Dass man in der Sowjetunion 1991 anders reagiert hat, nämlich nicht wie ein Staat, der sich verteidigen will (oder das überhaupt müsste), gibt durchaus zu denken. Wenn ich mir die "Entschlossenheit" der Putschisten und die "drakonischen Strafen" ansehe, ergibt das ein Bild, dass Deine Spekulationen iwie unterstützt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Putschversuch vom 19. August 1991
BeitragVerfasst: Do 18. Nov 2010, 19:52 

Beiträge: 2008
Ralph hat geschrieben:
Auf jeden Fall interessante Spekulationen.


Vielleicht eines Tages eine Arbeitshypothese für einen Historiker, dem die Hände nicht so gebunden sind uns wie heute. Mit Sicherheit gibt es eines Tages verdammt viele Schweinereien der Kapitalistenknechte nach 1989 aufzuarbeiten.
Ich werde mit solchen Theorien oder Überlegungen auch heute nicht an die Öffentlichkeit gehen. Dazu bedarf es vieler Recherchen. Wenn das nicht beweisbar ist, macht man sich nur lächerlich. Aber wir wissen, es werden bessere Zeiten für uns kommen. Dann wird die Wahrheit zumindest ein Stück mehr an die Oberfläche gelangen ... :redstar169:

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