Forum.stalinwerke.de - stalinforum.de

Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
Aktuelle Zeit: Sa 18. Nov 2017, 08:07

Alle Zeiten sind UTC




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 51 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Sa 22. Nov 2008, 20:06 
Meister des virtuellen Pinsels
Benutzeravatar

Beiträge: 688
Natürlich muss die Architektur einen einfach selber gefallen, aber dann auch nicht dabei den Zweck des Körpers aus den Augen verlieren
Wo wir schon bei Lenin waren, muss man sagen das zB. unser Lenin Mausoleum aus dem roten schwedischen Granit sehr gelungen ist.
Den Palast der Republik kann man auch gut finden, er passt gut zum Charakter der DDR.
Oder die Moskauer UBahn, aber hierbei muss man sicherlich abwägen und differenzieren.
Zu erwähnen wäre auch Wien, zB. der Karl Marx Hof, wobei ich ihn vom Ästhetischen her für zu grob halte.

_________________
"Alle Menschen von Genie, alle jene, die sich in der Republik des Geistes einen Namen gemacht haben, sind Franzosen, ganz gleichgültig, in welchem Land auch immer sie geboren wurden."
- Napoleon -


Zuletzt geändert von DF2K2 am Mo 24. Nov 2008, 15:32, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Sa 22. Nov 2008, 20:45 
Salonbolschewist
Benutzeravatar

Beiträge: 1077
Backsteingotik. Wenn man seine Bevölkerung beeindrucken will, sollte man genau so bauen können. Dann kann man sich auch eine ganze Ecke anderweitgen Aufwand sparen. ;)

_________________
Brian: You have to be different!
The crowd: Yes, we are all different!
Small, lonely voice: I'm not!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Sa 22. Nov 2008, 20:59 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Wo steht denn der schöne Knast?

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Sa 22. Nov 2008, 21:09 
Salonbolschewist
Benutzeravatar

Beiträge: 1077
http://de.wikipedia.org/wiki/Molino_Stucky

Allgemein:

http://de.wikipedia.org/wiki/Backsteingotik

_________________
Brian: You have to be different!
The crowd: Yes, we are all different!
Small, lonely voice: I'm not!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: So 23. Nov 2008, 15:18 

Beiträge: 52
@Marinus

Natürlich!

1917 revolutionierte auch die Welt-Architektur. In den ersten zehn bis fünfzehn Jahren
wurde in der sowjetischen Architektur eigentlich mit allen Formen experimentiert. Diese Zeit nahm die Ästhetik der 50iger 60iger 70iger vorweg. Die Bourgeosie kopert seit dem nur.....

Mal ein paar Beispiele:

- 1929 Gosprom Gebäude - Sergej Serafimow
- 1936 Gosplan-Garage - Konstantin Melnikow
- 1926 Sujew- Arbeiterklub - Ilja Golossow
- 1927 Kussakow-Arbeiterklub Konstantin Melnikow
- 1927 -1931 Melnikow-Haus
- 1931 -1937 Kulturpalast Proletarski Alexander Wesnin
- 1929 - 1936 Centrosojus- Gebäude Corbusier
1928 - 1932 Arbeiterklub Baki Alexander Wesnin

_________________
Zensur im Stalin-Forum

http://www.sed-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?f=28&t=494


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: So 23. Nov 2008, 17:26 
Benutzeravatar

Beiträge: 40
Ben hat geschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Molino_Stucky

Allgemein:

http://de.wikipedia.org/wiki/Backsteingotik


Und was hat das mit sozialistischen Gebäuden zu tun, wenn ich fragen darf?

@ Bernd:

Danke dir, ich finde allerdings keine Aufnahmen dieser Gebäude, woher nimmst du diese Liste?

Zitat:
Zensur im Stalin-Forum


Themenfremd, aber was hat es denn damit auf sich?

_________________
"Konkrete politische Aufgaben muß man in einer konkreten Situation stellen."

W. I. Lenin


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: So 23. Nov 2008, 17:49 
Meister des virtuellen Pinsels
Benutzeravatar

Beiträge: 688
Zitat:
Danke dir, ich finde allerdings keine Aufnahmen dieser Gebäude, woher nimmst du diese Liste?


Hier mal eines der Beispiele:

http://www.kommunarts.homepage.t-online.de/Sonstiges/Bild_II%20129.jpg

_________________
"Alle Menschen von Genie, alle jene, die sich in der Republik des Geistes einen Namen gemacht haben, sind Franzosen, ganz gleichgültig, in welchem Land auch immer sie geboren wurden."
- Napoleon -


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: So 23. Nov 2008, 18:18 
Salonbolschewist
Benutzeravatar

Beiträge: 1077
Marinus hat geschrieben:
Ben hat geschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Molino_Stucky

Allgemein:

http://de.wikipedia.org/wiki/Backsteingotik


Und was hat das mit sozialistischen Gebäuden zu tun, wenn ich fragen darf?


Nichts, was mir bekännt wäre. Ich sprach lediglich an, daß meiner Meinung nach auch vor den hier besprochenen sozialistischen Baustilen anständig gebaut wurde. Ich betrachte also dieses Ästhetik-Thema recht unpolitisch, glaube allerdings, daß man die Augen seiner Einwohner tatsächlich schonen sollte, will man das Gefühl vermitteln, ein anständiges Land aufzubauen. Die Backsteingotik ist nunmal ein Stil der mir sehr gefällt und mann muss ja nicht das Rad neu erfinden, ältere Gemäuer haben, und das weiß ich aus Erfahrung, doch eine Menge konkreter Vorteile abgesehen von ihrem besseren Erscheinungsbild. Sie sind teilweise widerstandsfähiger, wirtschaftlicher und nicht ganz so kompliziert zu errichten wie sie aussehen.

Ansonsten ist DF2K2 in dieser Sache ziemlich gut informiert und urteilsfähig.

Marinus hat geschrieben:
Zitat:
Zensur im Stalin-Forum


Themenfremd, aber was hat es denn damit auf sich?


Och, das haben wir alle noch recht gut in Erinnerung. Bernd1 hatte das Pech, in mehreren Fachgebieten des Users NumaPompilius Unsinn zu erzählen und ging dementsprechend deutlich unter. Dann bezeichnete er die Löschung einer seiner späteren, unfreundlicheren Beiträge nachträglich als Zensur und stellte Teile der Diskussion in ein SED-Forum, wo sich anscheinend auch niemand dafür interessiert.

_________________
Brian: You have to be different!
The crowd: Yes, we are all different!
Small, lonely voice: I'm not!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Mo 24. Nov 2008, 08:44 
Moderator

Beiträge: 384
Zitat:
Ich betrachte also dieses Ästhetik-Thema recht unpolitisch


Zitat:
Die Backsteingotik ist nunmal ein Stil der mir sehr gefällt



Aha, und daß das Kloster Lenin Backsteingotik ist, soll wohl Zufall sein oder wo???

http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Lehnin_(Kloster)

Totalitärer als diese Stalinisten geht ja wohl kaum mehr...


Mal ernsthaft zum Thema:

Ich mag bestimmte Formen der Architektur lieber als andere, mein Fluch ist, daß ich mich mehr für Nutz- denn Repräsentationsarchitektur interessiere, also z.B. mehr für Wohnhäuser als für Paläste. Darüber hinaus kann ich mich auch an manchen Baustilen erfreuen, die ich, objektiv gesehen, ästhetisch für Schrott halte. Grundsätzlich gilt aber für die Architektur, was für alle Künste gilt. Das macht es für sie nicht unbedingt leichter.

Ein Beispiel: Eine Freundin von mir studiert Architektur in Dresden. Im ersten Semester hat man ihr gesagt, daß sich jeder, der für seine Diplomarbeit ein Gebäude mit Spitzdach entwerfe, als durchgefallen betrachten könne. Danke, Zeitgeist.

Ist sie allein Modezwängen unterworfen und ansonst nur noch den Gesetzen der Physik, dann kommt eben genau das heraus, was zur Zeit die Großstädte überfüllt: Modearchitektur, in unserem Fall Glas-Stahl-Quader. Ich rate dazu, Peter Hacks' Witz vom Diplomarchitekten Osama Bin Laden ernst zu nehmen.

Merkt man Architektur an, daß Mühe drinsteckt, dann ist sie, wie alle Kunst, schwer genießbar. Das Schinkelviertel in Berlin mag beispielsweise handwerklich gelungen sein, jedoch schmeckt man bis heute das angestrengte Bemühen Fritze-Wilhelms 3 raus, Athen zu die Berliner Eulen zu tragen, wa? Insofern spürt man auch den Zwang Schinkels. Ich kann mich an Klassizismus so sehr erfreuen wie an der Förderung humanistischer Ideale, am Schinkelviertel nur bedingt.

Man neigt auch leicht zur Überschätzung einzelner architektonischer Leistungen, weil man selten sonst so schön Werk neben Werk zu hängen hat. In Magdeburg wurde jüngst ein Hundertwasserhaus gebaut, und das ist nun, wie Hundertwasserhäuser so sind: Schräg, aberwitzig und albern. Allerdings hat man es geschickterweise in eine solch hässliche Gegend gestellt, daß es einem geradezu wie ein Triumph freier geistiger Entfaltung und ästhetischer Empfindung erscheinen muss, direkt pfiffig. Blendet man die Umgebung aus (nicht leicht in Magdeburg) und macht sich die Konformität des Ganzen klar, dann ist es, was es ist: Eine schiefe, schlecht angemalte Box.

Von der barocken Innenarchitektur des Berliner Ensembles übrigens wird erzählt, es gäbe sie nur, damit man sich von langweiligen Inszenierungen ablenken könne...

Kurz und gut, hier ein paar zufällige Urteile meinerseits, alle stark subjektiv gefärbt.

Sanssouci: Ganz hübsch, die Mühle, das Schloss ist auch nicht übel.

Moskauer Metro: Jefällt.

Dresdner Semperoper: Tagsüber schön, nachts sieht sie aus wie eine Prostituierte, die von einer Weihnachtsbaumbeleuchtung übermannt wurde.

Palast der Sowjets: Bin ich der einzige, den das Teil an "Metropolis" erinnert? Ich kann solcher Architektur was abgewinnen, aber man muss doch sagen, daß es aussieht, als hätte George Orwell in die Gegend masturbiert. Dystopisch-totalitärer als das Teil ist vielleicht nur noch das Olympiastadion zu Berlin.

Olympiastadion zu Berlin: Weltoffen und ein Ausdruck des Fortschritts und der Freiheit, ich kann nur sagen: Einfach klasse.

Kölner Dom: Döme gehen an mir vorbei. Dome auch. Domse erst recht.

München: München.

Die Mauer: Ist ohnehin der Shakespeare unter den Bauten.


Der Preis für das hässlichste Gebäude (eigentlich mehrere Gebäude) ever geht an die Universität Trier. Keine Menge Yaoi kann die retten.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Mo 24. Nov 2008, 17:26 
Meister des virtuellen Pinsels
Benutzeravatar

Beiträge: 688
Zitat:
Mal ernsthaft zum Thema:

Ich mag bestimmte Formen der Architektur lieber als andere, mein Fluch ist, daß ich mich mehr für Nutz- denn Repräsentationsarchitektur interessiere, also z.B. mehr für Wohnhäuser als für Paläste. Darüber hinaus kann ich mich auch an manchen Baustilen erfreuen, die ich, objektiv gesehen, ästhetisch für Schrott halte. Grundsätzlich gilt aber für die Architektur, was für alle Künste gilt. Das macht es für sie nicht unbedingt leichter.


Naja, ich denke nicht das du das architektonische Schaffen einfach so mit der Kunst gleichsetzen kannst, Architektur kann zB. nicht tragisch oder komisch sein, genauso ist Architektur sehr viel utilitaristischer geprägt als andere Kunstgattungen und man muss sie diesbezüglich auch anderes einzuschätzen wissen. Die Rezeption ist sehr verschieden und auch die Abhängigkeit zum wissenschaftlich technischen Fortschritt, denn stelle man sich vor, wir könnten in einen Körper mehr Ausmaß hinein bekommen als wie er hergibt, oder Verbindungen erschaffen die so direkt nicht vorhanden sind, hätte dies ungemeinen Einfluss, auch auf die Rezeption historischen Bauten usw. usf.. In der Malerei zB. kann man nur "Sehen" in der Musik nur "Hören", diese Rezeption bleibt gleich. Wobei es diese Architektur Trickserein ja bereits anders herum gibt, → Guggenheim Museum in Bilbao.

Ich kann mich mit der modernen Architektur kaum anfreunden, wie zB. Guggenheim, nun gut, es passt gut zu dem Ramsch der da drin zu bezweifeln,.... bewundern ist... aber mehr bietet es auch nicht. Ich denke diese Architektur will nichts. Nun möchte ich den Architekten nicht gänzlich aburteilen, einige seiner Gebäude besitzen eine gute Dynamik,... aber würde ich mir vorstellen in einer Welt zu leben, in welcher nur er und seine Kumpanen Gebäude konstruieren... ich würde Wahnsinnig werden.

Aber besonders viel mit "Mode" hat das denke ich nichts zutun, auch wenn es in dem Hauptrahmen Moden gibt, aber seit den letzten 200 Jahren hat eine Tendenz eingesetzt die als erstes „Formalisierend“ war, und in den letzten 100 Jahren „Dematerialisierend“ (Nach A. C. Danto)
Neben dem Künstler als das „Genie“ und dem modernen Kunstmarkt, nehme ich da sehr vorsichtig an, dass diese genannte Tendenz der letzten 200 Jahre durch das selbe bedingt ist, dass also die bürgerliche Kunst nach und nach das Alte verdrängt und sich durchsetzt.
Der sozialistische Realismus ist da natürlich nicht mit drunter zu rechnen, wobei es auch später in den sozialistischen Staaten die selben Tendenzen gab (Weniger in der Architektur), aber das ging mit dem Zerfall sowieso einher.
Aber die genannte Tendenz der Dematerialisierung war vorerst eher dem zuzurechnen was Bildende Künste betrifft, Warhole gilt hierbei sicher als Klassiker, stellt aber auch nur einen Übergang dar.
In der Architektur ist das anders, auch die philosophische Grundlage, wobei Leute die ich kenne und sich auch damit etwas auskennen, vorallem aus der Gegend um Krisis immer von diesen Postfordismus sprechen und meinen die bürgerliche Kultur hätte eine Art neue Qualität, ich hatte schon gesagt das ich denke, dass dies erst die eigentliche Qualität der bürgerlichen Kunst ist.
Aber zurück zur Architektur, die Postmodernistische – Dekonstruktivistische Tendenz fängt schon an mit Vertretern wie Robert Venturi die auch theoretisiert haben (Vielfalt und Widerspruch) , aber auch Personen wie Charles Moore wären zu nennen.
In Europa verlief die Lösung von der Moderne zwar anders, (vorallem Kontextualismus etc.) und heuchlerischer, aber hatte das gleiche Resultat. Alles ging schrittweise auf die Denzentralisation und Individualisierung ganzer Komplexe zu (Colin Rowe – C.City) , dass heißt das alles eine Zusammensetzung verschiedenster Identitäten ist, es gibt keine gemeinsame Strebsamkeit, eine Gesamtheit aus konkurrierenden Interessen der einzelnen Körper prallen aufeinander und ergeben zusammen einen diffusen Brei. Dies hatte auch eine Annäherung an die lokalen Gegebenheiten zufolge. Die Postmoderne gibt sich Volksnah und technisiert (in ihrem ganzen Unverständnis was sie bei den Massen erregt), auf den ersten Blick bemüht es allen Recht zu machen, könnte man fast sagen.
Ich denke dies ist nur der spezifisch architektonische Ausdruck der genannten Dematerialisiserung, die Folge der Entwicklung ist eine Entfremdung der Kunst von den Massen und die Bildung einer sich elitär fühlenden Kunstelite... zumindest wird diese Ansicht an vielerlei Stelle behauptet, Kunst wäre nur etwas für einen bestimmten Kreis.

_________________
"Alle Menschen von Genie, alle jene, die sich in der Republik des Geistes einen Namen gemacht haben, sind Franzosen, ganz gleichgültig, in welchem Land auch immer sie geboren wurden."
- Napoleon -


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Mo 24. Nov 2008, 18:40 
Moderator

Beiträge: 384
Zitat:
Naja, ich denke nicht das du das architektonische Schaffen einfach so mit der Kunst gleichsetzen kannst


Das wollte ich auch nicht, vielmehr wollte ich zum Ausdruck bringen, daß architektonisches Schaffen den prinzipiellen Regeln von Kunst folgt und danach, wie alle Kunstrichtungen, seinen eigenen Gesetzen. Architektur hat zudem einen Sonderstatus inne (Welche Kunstrichtung nicht?), weil sie auch einen ganz pragmatischen Zweck verfolgt, immerhin muss ja auch jeder irgendwo wohnen, nicht aber muss jeder Operetten hören. Das komisch vs. tragisch-Argument verfehlt etwas, immerhin gibt es Kunstgattungen, die per Definition weder komisch noch tragisch sein müssen oder können bzw. wenn sie eine solche Wirkung auf den Rezipienten entfalten, dann ist das nicht ihr Ziel, sondern bestenfalls ein erwünschter, schlechtestenfalls ein unerwünschter Nebeneffekt, auf dieser Ebene freilich kann auch Architektur wirken. Schlechter Tanz z.B. kann ebenso unfreiwillig komisch sein wie ein schlechtes Haus. Assoziativ kann eine an eine historische Epoche angelehnte Brücke tragisch wirken, wie es auch eine auf bestimmte Weise komponierte Melodie kann, obwohl in keinem von beiden ein tragischer Inhalt wesentlich enthalten sein kann.

Das mit der Rezeption von Gebäuden habe ich nicht ganz verstanden, das mit dem Guggenheim-Museum usf. Ist das nicht dieses Teil von Frank Gehry? Wenn ja, wie rezipiert man es, wenn nicht, indem man es von außen oder innen betrachtet und sich darinnen aufhält? Gibst du mir nicht recht, daß man Architektur traditionell nicht auch "nur" so rezipiert? Klar, man kann es auch schmecken, mit genug Resonanz in den Wänden hören oder seine Fassade abtasten, aber sonst? Klär mich doch bitte auf.

Ich gebe zu, daß ich nicht genug Einblick in die historische Entwicklung der Architektur in der jüngeren Zeit habe, um adäquat beurteilen zu können, was hieran als Mode zu verstehen ist und was nicht. Überhaupt ist der Begriff "Mode" vielleicht zu schwammig. Ich lege folgende Begriffsbestimmung an: Unter Mode verstehe ich jene kulturellen Erscheinungen, die primär vom Zeitgeist geprägt und tendenziell kurzlebig sind. Wie man sieht, ist der Begriff eher unscharf. Nur soviel: Eine Entwicklung von 200 Jahren, die dennoch jeweils rein zeitlich gefärbt ist, deren Ergebnis nenne ich immer noch eine Mode. Die 200 Jahre sind historisch betrachtet immer noch "tendenziell kurzlebig" und jeder der einzelnen Schritte ist es ohnehin. Peter Hacks hat uns gezeigt, daß die Romantik in ihrer jeweils konkreten Form zwar nicht zeitgebunden ist, aber selbständig nicht lebt und tradiert wird, sondern daß ihr Wasser durch Räder zum Fließen gebracht werden muss, wo doch eigentlich das fließende Wasser die Räder antreiben soll. Sie hat sich also über zweihundert Jahre "gehalten", falls man das so nennen möchte, das macht sie aber nicht weniger sprunghaft, subjektiv und chronistisch verhaftet, und also verbindet die heutige Romantik mit ihren Ahnen weder Form noch Inhalt, sondern nur die prinzipiell zugrundeliegende Geisteshaltung. Das Gegenteil des modisch-romantischen nenne ich das zeitlos-klassische. Das Gesunde nenne ich ewig, das Kranke aber modisch.

Sollte ich der Architektur mit meiner Einschätzung unrecht tun, dann tut es mir sehr leid, bislang erschien mir ihre jüngere Entwicklung als ein Paradebeispiel, mag aber sein, daß das der Blick eines Außenstehenden ist und also ein Fehler von mir. Allerdings klingt dein kurzer Abriss für mein Laienohr dann doch wieder nach einem Beispiel aus dem Lehrbuch "How to be romantisch". Ich stelle die Frage: Wenn es tausende Architekten gibt, die alle gleich schlecht entwerfen und konstruieren, soll man dann davon ausgehen, daß die alle individuell sich selbst ausdrücken und ewiglichen Gesetzen folgen oder eher, daß sie einer Konvention folgen? Und wenn man also festgestellt hat, daß letzteres der Fall ist, ist es dann von Bedeutung, ob man diese rein zeitliche Konvention das Ergebnis einer längeren Reihe willkürlicher Bestimmungen nennt, wie du es tust, oder eine Mode, wie ich das tu?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Mo 24. Nov 2008, 20:14 
Meister des virtuellen Pinsels
Benutzeravatar

Beiträge: 688
Zitat:
Das wollte ich auch nicht, vielmehr wollte ich zum Ausdruck bringen, daß architektonisches Schaffen den prinzipiellen Regeln von Kunst folgt und danach, wie alle Kunstrichtungen, seinen eigenen Gesetzen. Architektur hat zudem einen Sonderstatus inne (Welche Kunstrichtung nicht?), weil sie auch einen ganz pragmatischen Zweck verfolgt, immerhin muss ja auch jeder irgendwo wohnen, nicht aber muss jeder Operetten hören. Das komisch vs. tragisch-Argument verfehlt etwas, immerhin gibt es Kunstgattungen, die per Definition weder komisch noch tragisch sein müssen oder können bzw. wenn sie eine solche Wirkung auf den Rezipienten entfalten, dann ist das nicht ihr Ziel, sondern bestenfalls ein erwünschter, schlechtestenfalls ein unerwünschter Nebeneffekt, auf dieser Ebene freilich kann auch Architektur wirken. Schlechter Tanz z.B. kann ebenso unfreiwillig komisch sein wie ein schlechtes Haus. Assoziativ kann eine an eine historische Epoche angelehnte Brücke tragisch wirken, wie es auch eine auf bestimmte Weise komponierte Melodie kann, obwohl in keinem von beiden ein tragischer Inhalt wesentlich enthalten sein kann.


Anders sehe ich die Rolle der Architektur durch ihren praktischen Bezug doch auch nicht.
Tragisch oder komisch kann keine Architektur wirken, ich wählte diese beiden da sie mir auf die Schnelle eingefallen waren und ich finde die Architektur hat einen besonderen Status, sicher hat das, wie du schon sagst, jede Kunstgattung, Musik ist nicht gleichzusetzen mit Malerei usw. aber bei dem praktischen Moment ist die Architektur gegenüber den anderen Gattungen doch in einer Sonderstellung, sowie spiegelt sie nicht ein Objekt der Wirklichkeit wieder, sie spiegelt die Wirklichkeit nur dadurch wieder indem sie sie einfließen lässt in die Planung eines Körpers und daher mein Einspruch. Da du sagtest:
Zitat:
Grundsätzlich gilt aber für die Architektur, was für alle Künste gilt.

Mir schien es anders, als wie du es gemeint hattest.
Kein Gemälde, kein Musikstück oder Tanz usw. erfüllt zugleich ein so praktisches Bedürfnis wie das Wohnen, bei deinem Satz kam mir dies nicht so recht heraus, daher.
Zur Tragik und Komik
Als Gegenstand, wie es die Architektur ist, kann sie bei dessen Rezeption selbst keine Handlung beschreiben, sicher kann sie als Element in so einer stehen, aber nicht diese selbst hervorbringen, wenn ich sage das Haus hat eine tragische Geschichte, ob nun in dem Haus oder das Haus selber, da es zerfallen oder ein anderes Schicksal erlitten hat, so spielt dieser Aspekt in der Architektur selbst ja keine Rolle, man sieht es dem Haus allein nicht an, nur wenn man etwas darum hätte, ähnlich wie bei dem Sowjet Palast; Der Akt des Zerstörens des Alten, spielt dies mit ein, aber an dem Sowjet Palast wiederum selbst kann man es nicht finden, da keine Handlung und kein Prozess an diesem abgelesen werden kann. Diese Handlung müsste man dann von außen beziehen.

Zitat:
Das mit der Rezeption von Gebäuden habe ich nicht ganz verstanden, das mit dem Guggenheim-Museum usf. Ist das nicht dieses Teil von Frank Gehry? Wenn ja, wie rezipiert man es, wenn nicht, indem man es von außen oder innen betrachtet und sich darinnen aufhält? Gibst du mir nicht recht, daß man Architektur traditionell nicht auch "nur" so rezipiert? Klar, man kann es auch schmecken, mit genug Resonanz in den Wänden hören oder seine Fassade abtasten, aber sonst? Klär mich doch bitte auf.


Ja es ist von Frank Gehry und ja ich gebe dir doch Recht, ich wollte nur noch einmal betonen, dass zB. dieses Museum unter dem Gesichtspunkt gebaut worden war, dass man von Außen nicht nachvollziehen kann wo man in dem Gebäude war, so wird zB. Sonnenlicht durch Spiegel tiefer in das Gebäude geleitet, damit man den Eindruck gewinnt höher im Gebäude zu sein, also wird verschleiert wo man sich wirklich befindet. Und damit wollte ich nur noch einmal unterstreichen, dass in der Architektur durch ihre Nähe zum wiss.tech.Fort. für die Rezeption mehr drin ist, als zB. bei einem Gemälde. Oder mal ein ganz extremes Beispiel, würden wir Raum & Zeit überwinden können, wäre die Rezeption eines solchen Gebäudes völlig anders als frühere Architektur, in der Malerei fällt mir dagegen nichts ein, was hierbei die Rezeption vergleichbar revolutionieren könnte. Damit wollte ich nur noch die Gattungsunterschiede betont haben, sicher kann sich das auch mit der Zeit als Fehleinschätzung erweisen. Jedenfalls sehe ich eine besondere Beeinflussung der Architektur, mehr als bei anderen Kunstgattungen, durch den wiss.tech.Fort.
Zitat:
Ich gebe zu, daß ich nicht genug Einblick in die historische Entwicklung der Architektur in der jüngeren Zeit habe, um adäquat beurteilen zu können, was hieran als Mode zu verstehen ist und was nicht. Überhaupt ist der Begriff "Mode" vielleicht zu schwammig. Ich lege folgende Begriffsbestimmung an: Unter Mode verstehe ich jene kulturellen Erscheinungen, die primär vom Zeitgeist geprägt und tendenziell kurzlebig sind. Wie man sieht, ist der Begriff eher unscharf. Nur soviel: Eine Entwicklung von 200 Jahren, die dennoch jeweils rein zeitlich gefärbt ist, deren Ergebnis nenne ich immer noch eine Mode. Die 200 Jahre sind historisch betrachtet immer noch "tendenziell kurzlebig" und jeder der einzelnen Schritte ist es ohnehin. Peter Hacks hat uns gezeigt, daß die Romantik in ihrer jeweils konkreten Form zwar nicht zeitgebunden ist, aber selbständig nicht lebt und tradiert wird, sondern daß ihr Wasser durch Räder zum Fließen gebracht werden muss, wo doch eigentlich das fließende Wasser die Räder antreiben soll. Sie hat sich also über zweihundert Jahre "gehalten", falls man das so nennen möchte, das macht sie aber nicht weniger sprunghaft, subjektiv und chronistisch verhaftet, und also verbindet die heutige Romantik mit ihren Ahnen weder Form noch Inhalt, sondern nur die prinzipiell zugrundeliegende Geisteshaltung. Das Gegenteil des modisch-romantischen nenne ich das zeitlos-klassische. Das Gesunde nenne ich ewig, das Kranke aber modisch.

Sollte ich der Architektur mit meiner Einschätzung unrecht tun, dann tut es mir sehr leid, bislang erschien mir ihre jüngere Entwicklung als ein Paradebeispiel, mag aber sein, daß das der Blick eines Außenstehenden ist und also ein Fehler von mir. Allerdings klingt dein kurzer Abriss für mein Laienohr dann doch wieder nach einem Beispiel aus dem Lehrbuch "How to be romantisch". Ich stelle die Frage: Wenn es tausende Architekten gibt, die alle gleich schlecht entwerfen und konstruieren, soll man dann davon ausgehen, daß die alle individuell sich selbst ausdrücken und ewiglichen Gesetzen folgen oder eher, daß sie einer Konvention folgen? Und wenn man also festgestellt hat, daß letzteres der Fall ist, ist es dann von Bedeutung, ob man diese rein zeitliche Konvention das Ergebnis einer längeren Reihe willkürlicher Bestimmungen nennt, wie du es tust, oder eine Mode, wie ich das tu?


Bei deinem Begriff der Mode bin ich von einer viel kürzeren Zeit ausgegangen, wenn du meinen beschriebenen Zeitabschnitt ebenso als Mode bezeichnen möchtest, denke ich, dass wir da durchaus übereinstimmen können. Bei Mode dachte ich vielmehr an einen anderen Inhalt, so zB: um in der Arch. zu bleiben, wenn über 3 bis 4 Jahre hinweg die Häuser überdurchschnittlich oft mit terrakotta gestrichen werden.
Ich wollte keines Wegs sagen, dass diese Architekten unbedingt schlecht sind, sicher ist meine persönliche Meinung von deren Werken weniger positiv, zumindest das Postmoderne, aber ich hatte zuvor schon erwähnt, dass jeder selbst entscheiden muss. Auch wollte ich gerade eine Einheit deiner „Konvention“ und des „Selbstausdrucks“ der Architekten gewissermaßen beschreiben, schließlich geht es um die ästhetischen Ideale einer Gesellschaft, und diese entspringen aus den gesellschaftlichen Verhältnissen.
( und "Selbstausdruck" bei Kunstschaffen halte ich für ein generell schlechtes Wort )Ähnlich wie zB. das Kunstschaffen im Feudalismus, hier war für die Menschen das Schöne ein Ausdruck Gottes, was Schön war war in irgendeiner Weise göttlich etc., in der bürgerlichen Gesellschaft muss dies anders sein, hier zählt nicht Gott sondern zB. das Individuum, der Künstler wurde dadurch nun endlich anerkannt als der Schöpfer des Kunstwerks, vorher war er nur bloßer Mittler zwischen Gott und der Welt. Deswegen kam u.A. auch der Begriff des Genies auf, und an diesen Bewusstseinsveränderungen der Gesellschaft wollte ich diese Wandlung in der Kunst und Architektur fest machen. Diese Entwicklungen, die ich bei dieser Beschreibung meine, betreffen daher weniger einzelne Stile, Konventionen usw. sondern die prinzipielle Bewusstseinsveränderung der Kunst durch den Wandel der Gesellschaftsformation.

EDIT: Zu deinem letzten Part, es kann sein, dass wir uns vielleicht etwas falsch verstehen und verschiedene Dinge meinen, bei dir scheint es doch mehr um das Konkrete zu gehen, als wie es bei mir der Fall ist, auch kenne ich die Schrift von Hacks leider nicht, über den Rahmen der Diskussion hinaus wäre es nett wenn du mir vielleicht hierzu einen Link geben könntest.

_________________
"Alle Menschen von Genie, alle jene, die sich in der Republik des Geistes einen Namen gemacht haben, sind Franzosen, ganz gleichgültig, in welchem Land auch immer sie geboren wurden."
- Napoleon -


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Mi 26. Nov 2008, 20:01 
Meister des virtuellen Pinsels
Benutzeravatar

Beiträge: 688
Noch etwas Interessantes aus der Geschichte:
Hier stehen sich 1937 (nicht zufällig) hitlerfaschistischer (Albert Speer) und sowjetischer (Boris Michailowitsch Iofan [Arch.] & Wera Ignatjewna Muchina [Bildh.]) Pavillion gegenüber, ein sehr interessantes Bild.

Das Bild gibt es hier : http://www.100besteschriften.de/49_Peignot.html

_________________
"Alle Menschen von Genie, alle jene, die sich in der Republik des Geistes einen Namen gemacht haben, sind Franzosen, ganz gleichgültig, in welchem Land auch immer sie geboren wurden."
- Napoleon -


Zuletzt geändert von Woschod am Do 27. Nov 2008, 10:47, insgesamt 1-mal geändert.
Urheberrechte. Die Franzosen sind bei ihrem Eifelturm sehr eklig.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Sa 3. Jan 2009, 11:04 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Hier gibt es einen Spiegelartikel zum Thema:

http://einestages.spiegel.de/static/top ... ismus.html

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Mo 5. Jan 2009, 14:07 

Beiträge: 29
der Link ist sehr interessant


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Fr 26. Jun 2009, 12:52 

Beiträge: 46
Ich weiß nicht ob das schon gepostet wurde aber sowas wollten die Nazis auch bauen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Welthauptstadt_Germania


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Di 30. Jun 2009, 08:05 
Meister des virtuellen Pinsels
Benutzeravatar

Beiträge: 688
Zitat:
Ich weiß nicht ob das schon gepostet wurde aber sowas wollten die Nazis auch bauen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Welthauptstadt_Germania


Das sollte man schon wissen (.), aber wieso es hier erwähnen (?), das will doch etwas bezwecken (!), nun mal raus mit der Sprache.

_________________
"Alle Menschen von Genie, alle jene, die sich in der Republik des Geistes einen Namen gemacht haben, sind Franzosen, ganz gleichgültig, in welchem Land auch immer sie geboren wurden."
- Napoleon -


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Do 29. Okt 2009, 23:32 

Beiträge: 46
Zitat:
Das sollte man schon wissen (.), aber wieso es hier erwähnen (?), das will doch etwas bezwecken (!), nun mal raus mit der Sprache.


Wieso sollte ich damit etwas bezwecken wollen ?
Solche, wie es in den heutigen Medien sehr scharf betont wird, "größenwahnsinnige" Bauprojekte waren damals auf allen Seiten normalität.

Aber das solche Rießenprojekte auch heute in Angriff genommen werden zeigt der Drei-Schluchten-Staudamm in China.

Alles in allem: Ich wollts ja nur mal erwähnen, die Bauprojekte der Nazis sind ja auch nicht gerade uninteressant und dazu gehört noch viel mehr.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Fr 30. Okt 2009, 19:56 

Beiträge: 2008
Graffik hat geschrieben:
Alles in allem: Ich wollts ja nur mal erwähnen, die Bauprojekte der Nazis sind ja auch nicht gerade uninteressant und dazu gehört noch viel mehr.


Meinste wirklich, dass dies in dieses Forum gehört? :x

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Fr 30. Okt 2009, 23:25 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Graffik hat geschrieben:
Alles in allem: Ich wollts ja nur mal erwähnen, die Bauprojekte der Nazis sind ja auch nicht gerade uninteressant und dazu gehört noch viel mehr.


Es gehört aber nicht viel dazu, aus diesem Forum zu fliegen!

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Fr 30. Okt 2009, 23:49 
Meister des virtuellen Pinsels
Benutzeravatar

Beiträge: 688
Man kann sich natürlich streiten, aber das Problem mit Germania ist ja das, dass es die Nazis bauen wollten, und wenn die das bauen wollten, wer sollte da dann noch was gut daran finden können? Natürlich, die Inhalte die darin repräsentiert werden sind nicht gerade progressive und haben mit der sozialistischen Idee nichts gemein. Die Überschneidungen zwischen Germania und dem Neuen Moskau liegen allein im Formalismus und teils in der Funktionsweise der Baukörper.
Eine Halle des Volkes, also das zentrale Gebäude Germanias repräsentiert etwas gänzlich anderes als ein Sowjetpalast. Diese "Große Halle" bestünde bloß aus einem einzigen Raum, und der hatte den Zwecke Führer und Volk in Verbindung zu setzen.
Der Sowjetpalast dagegen war zergliedert in einzelne Lokalitäten und Funktionsräume, Bibliotheken, Kaffees, Aufenthalts- und andere Kultur-räume, daneben Sitzungssäle und eine Kongresshalle.
Die Frage ist immer, wie die vorhandene Baumasse den Ansprüchen und Bedürfnissen der Menschen gerecht wird, eine Große Halle hat nur bedingt einen wirklichen Nutzen fern ab einer faschistischen Diktatur, das sieht beim Palast der Sowjets sehr viel anders aus, dieser ist für eine demokratische Gesellschaft konzipiert, nicht für eine diktatorische.

Das die Größenordnungen irgendetwas darüber sagen würden, wie Größenwahnsinnig ein Architekt oder vielmehr der Auftraggeber sein würde ist völliger Blödsinn, die Frage der Größenordnung findet nicht ihre Lösung in sich selbst, sondern in der Funktion des Gebäudes. Die größte Halle des Sowjetpalast´s hätte maximal wohl so 20000 Menschen umfasst. Die Halle des Volkes etwa 180000. Zum Vergleich, der Superdome in New Orleans hat ein Fassungsvermögen von 72000 Menschen. Welche Bedürfnisse der Menschen werden hier bedient muss die Frage sein. New York kann ansonsten auch als eine Art Größenwahn gekennzeichnet werden, nur das hier die Konstruktion anders organisiert war und ist.
Dann kommt noch etwas anderes Hinzu. Die Nazi Bauten gründeten zudem auf der völlig irrsinnigen Ruinentheorie. Nein, nicht tausende zerstörte Häuser vom Bombenkrieg, sondern es heißt; das man nur daran die Großartigkeit eines Volkes erkenne, wie großartige Ruinen es hinterlassen wird oder hat. Diese Orientierung der Gesamtarchitektur ist so schon eine Verneinung der eigentlichen Funktion von den meisten Gebäuden. Denn aufgrund dieser Ruinentheorie rutscht jedes Gebäude in die Kategorie der Denkmäler hinab, aber solche Denkmäler, die eines Zustandes der noch nicht einmal vorhanden ist vorweg zu nehmen versuchen.

_________________
"Alle Menschen von Genie, alle jene, die sich in der Republik des Geistes einen Namen gemacht haben, sind Franzosen, ganz gleichgültig, in welchem Land auch immer sie geboren wurden."
- Napoleon -


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Sa 31. Okt 2009, 02:43 

Beiträge: 46
Zitat:
Meinste wirklich, dass dies in dieses Forum gehört? :x


Soll ich das etwa in ein Nazi-Forum posten oder wie ?

Zitat:
Man kann sich natürlich streiten, aber das Problem mit Germania ist ja das, dass es die Nazis bauen wollten...


Macht diese Tatsache die Bauprojelte, die mehr als Germania umfassen, die Bauprojekte uninteressanter oder Tabu ?

Zitat:
...wer sollte da dann noch was gut daran finden können?


Ich habe: interessant und nicht: Germania war super geschrieben.

Zitat:
Die Überschneidungen zwischen Germania und dem Neuen Moskau liegen allein im Formalismus und teils in der Funktionsweise der Baukörper.


Ich hatte nicht die Absicht, Germanie mit dem Neuen Moskau gleichzustellen.
Entschuldigung wenn ich mich vorhin falsch Ausgedrückt habe.

Zitat:
Das die Größenordnungen irgendetwas darüber sagen würden, wie Größenwahnsinnig ein Architekt oder vielmehr der Auftraggeber sein würde ist völliger Blödsinn,...


Nicht umsonst habe ich auch "Solche, wie es in den heutigen Medien sehr scharf betont wird, "größenwahnsinnige" Bauprojekte" geschrieben.
Beachte das in Klammer gesetze Wort: "größenwahnsinnig"

Das sollte jetzt geklärt sein. (hoffe ich)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Sa 31. Okt 2009, 06:58 

Beiträge: 2008
Graffik hat geschrieben:
Soll ich das etwa in ein Nazi-Forum posten oder wie ?


Wenn es Dich in ein Naziforum zieht, dann verschwinde hier und zwar umgehend.
Wenn nicht, dann schalte mal im Oberstübchen den Knopf "Selbstkritische Reflektion" ein.

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Sa 31. Okt 2009, 14:19 

Beiträge: 46
Zitat:
Wenn es Dich in ein Naziforum zieht, dann verschwinde hier und zwar umgehend.


Wenn ich ein Nazi wär, würde ich sozusagen gegen mich selbst sein.
Außerdem, wie kommst du darauf das es mich in ein naziforum ziehen könnte ???

Also ich habe ehrlich gesagt kein Bock mehr über so eine Kinderkacke zu streiten.
Ich war, bin und werde nie ein Nazi sein.
Und ihr solltet nicht sofort so ausrasten...
Es sind doch bloß Bauprojekte die der eine oder andere Interessant findet und das hat weder damit zu tun da derjenige Nazis toll findet oder selber einer ist.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Palast der Sowjets
BeitragVerfasst: Sa 31. Okt 2009, 15:02 
Meister des virtuellen Pinsels
Benutzeravatar

Beiträge: 688
Zitat:
Macht diese Tatsache die Bauprojelte, die mehr als Germania umfassen, die Bauprojekte uninteressanter oder Tabu ?

Ja sehr wohl, so ist das.

Zitat:
Ich habe: interessant und nicht: Germania war super geschrieben.

Zitat:
Nicht umsonst habe ich auch "Solche, wie es in den heutigen Medien sehr scharf betont wird, "größenwahnsinnige" Bauprojekte" geschrieben.

Ich hatte das allgemein und für alle nochmal sagen wollen, nicht um dich irgendwie zu korrigieren.

Zitat:
Ich hatte nicht die Absicht, Germanie mit dem Neuen Moskau gleichzustellen.
Entschuldigung wenn ich mich vorhin falsch Ausgedrückt habe.

Naja, das tut man aber wenn man einfach in den Thread des neuen Moskaus ein Link zu Germania rein postet, ohne eine Frage oder Ergänzung.
Aber ich hab das ja hinreichend geklärt.

_________________
"Alle Menschen von Genie, alle jene, die sich in der Republik des Geistes einen Namen gemacht haben, sind Franzosen, ganz gleichgültig, in welchem Land auch immer sie geboren wurden."
- Napoleon -


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 51 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen

Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Deutsche Übersetzung durch phpBB.de