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 Betreff des Beitrags: Zur Wahrheit über die Sowjets
BeitragVerfasst: Di 3. Jul 2007, 00:45 
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Beiträge: 353
Einige Schlußworte, die "Wahrheit über die Sowjets" betreffend

(Quelle: Barbusse, Henri: 150 Millionen bauen eine neue Welt, Berlin, 1930. S. 360-370.)



Zitat:
Einige liebenswürdige, übrigens mir durchaus wohlgesinnte Korrespondenten nehmen Anstoß daran, dass ich selbst wie die Zeitschrift „Monde“ alles, was in der UdSSR geschieht, billige.
„Warum“, so schreibt man mir, „sprechen Sie und Ihre Mitarbeite von der Sowjetunion nur, um ihr Lob zu singen, und niemals, um Kritik zu üben?“
Diese Korrespondenten sehen in unserer Haltung gegenüber einer Frage, die aufs intensivste einen so großen Teil des Publikums beschäftigt eine vorgefaßte Meinung. Denn, sagen sie, es ist wenig wahrscheinlich, daß im Sowjetstaate alles vollkommen sei und es gar keine Vorbehalte zu machen gebe.
Wir wollen uns darüber einmal grundlegend auseinandersetzen und versuchen, jedes Missverständnis zwischen unseren Lesern und uns zu zerstreuen.
Wir haben es gesagt und wir wiederholen es: Unsere Haltung gegenüber der Sowjetunion ist ns durch keinerlei prinzipielle Verbindlichkeit auferlegt. Wenn wir systematisch ein günstiges Bild von der neuen Nation geben, so geschieht dies keineswegs deshalb, weil wir uns verpflichtet glauben, unsere persönliche Anschauung von dem Werte und der Bedeutung dieses Volkes uns seines Werkes kundtun zu müssen. Noch weniger gehorchen wir einer kommunistischen Weisung.
Die Richtung, die wir eingeschlagen haben, entspringt ganz einfach der Quelle des gesunden Menschenverstandes und der Rechtlichkeit und ist wirklich, unseres Erachtens, objektiv.
Ja, alle Welt will die Wahrheit über die UdSSR wissen! Seien wir jedoch vorsichtig, wenn wir einwandfrei und ehrlich ergründen wollen, woher diese Neugierde kommt. Sie kommt daher: im Oktober 1917 überschwemmte in Rußland eine proletarische Revolution die bürgerliche Revolution vom Februar, die, wenn sie auch den Zarismus stürzte, doch nicht den sozialen und politischen Stand der Dinge im Ex-Zarenreich wesentlich geändert hatte, so daß die Vorherrschaft in den Händen derselben Klasse blieb. Hingegen brachte die Oktoberrevolution eine tiefe Erschütterung der Beziehungen und sozialen Werte. Es war ein ungeheures Experiment, ohne Beispiel in der Geschichte, das erprobt wurde: die Arbeiterklasse, die Masse der Ausgebeuteten, nahm zum ersten Male in den Annalen der Menschheit die Macht in die Hand. Dieser gigantische Versuch setzte sich durch und setzte sich fort inmitten unzähliger Kämpfe und Schwierigkeiten, die jedem bekannt sind.
Seither ist die Frage, die sich das Publikum der ganzen Welt stellt, diese: ist die Oktoberrevolution geglückt oder ist sie gescheitert?
Waren die Hoffnungen, die das russische Proletariat erregte, als es aufstand, waren die Perspektiven, die es den Massen der Welt eröffnete, nur Luftspiegelungen – oder nur Lügen? Ist es die endgültige Befreiung der Sklaven der Arbeit im Sowjetlande, die anhebt und sich Bahn bricht, oder findet man darin den Beweis, daß diese Weltanschauung gegenüber dem kapitalistischen System, das die übrige Welt regiert, nicht standhalten kann? Oder geht etwa dort unten dasselbe vor, was auch bei uns geschieht: ein Betrug der Menge hinter einer theatralisch aufgemachten Demokratie?
Sind die politische Revolution und die neue Ordnung, die sie eingeführt hat, fähig oder nicht fähig, das wirtschaftliche Geschick eines riesengroßen Landes zu sichern? Haben die russischen Arbeiter und Bauern die Produktionskraft des Landes, dessen Regierung sie niedergeworfen habren, wiederhergestellt – und sind sie revolutionär geblieben?
Der Wissensdrang, der die denkenden Köpfe auf das geschichtliche Werk der Oktoberrevolution hinwies, untersteht nicht denselben Gesetzen wie der Wunsch, sich über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit irgendeines Landes der Welt Klarheit zu verschaffen.
Oder vielmehr, er hat nicht die gleichen Dimensionen. Das Schicksal einer Nation oder einer Bundesgruppe von Nationen, die seit zwölf Jahren darauf besteht, unter dem alleinigen Gesetz des Sozialismus einen anderen Weg zu gehen als die ganze übrige Welt, und der der Kapitalismus, der überall sonst allmächtig ist, tückische Dolchstöße zu versetzen sucht, stellt das soziale und politische Schicksal aller Länder der Erde mit in Frage. Aber es handelt sich nur darum, die wirklich Sachlage zu kennzeichnen. Was man von uns verlangt, ist eine Bilanz der positiven materiellen Realisationen, sind keine Verteidigungsreden oder Anklagen, noch abstrakte Theorien.
Die sowjetische Realität, die eine organische Folge der proletarischen Revolution ist, ist also nichts als ein gewaltiges Beispiel, das den großen Kampf erhellt, der die Menschen in zwei sich gegenüberstehende Parteien spaltet – in die Ausgebeuteten und die Ausbeuter. Sie ist die praktische Wahrheit, die den einen oder den anderen die Waffen leiht oder raubt. Die konkrete Tatsache des Bestehens der UdSSR und ihrer Grundsätze schüren aufs allerpositivste den Kampf auf Leben und Tod, der zwischen der Revolution und der Gegenrevolution im Gange ist. Den Massen der ganzen Welt, die hinblicken und warten, können die Ereignisse im Sowjetstaate beweisen, daß eine neue Welt in der Bildung begriffen ist und das internationale Proletariat anstacheln, mitzuhelfen und daran zu glauben – oder sie können im Gegenteil lehren, daß diese Revolution gescheitert ist wie so viele andere, und daß den arbeitenden Massen nichts anderes zu tun bleibt, als den Kopf sinken zu lassen, sich der alten kapitalistischen Ordnung zu fügen und sich dem Bankier, dem der General und der Priester zur Seite stehen, zu unterwerfen.
Ich komme zum wesentlichen Punkt:
Um zu wissen, ob der gewaltige Sturmlauf eines Landes, das alle seine Ketten gebrochen hat und auf unerforschten Wegen geht, siegreich oder vergeblich ist, muß man dieses Land und die Geschichte seiner Gegenwart als ein untrennbares Ganzes betrachten und nur die Gesamtergebnisse herausgreifen, um so festzustellen, ob die Gewinne die Verluste aufwiegen, ob die Vorteile des ungeheuren Abenteuers die Nachteile ausgleichen, ob die ganze Nation steigt oder fällt, zur Blüte oder zum Verfall gelangt. Darauf muß man mit „ja“ oder mit „nein“ antworten – wie ein Jury – ohne zu feilschen. Diese Verallgemeinerung ist nur eine geistige Anständigkeit. Sie ist abhängig vom gesunden Menschenverstande und von der Würde. Clemenceau, in dessen Gegenwart man einmal von den Exzessen des revolutionären Terros von 1793 sprach, erwiderte, daß die französische Revolution ein unteilbares Ganzes bilde. Diese Behauptung ist der einzige Funke von Marxismus und wissenschaftlichem Geist, den seine Bewunderer diesem wildem alten Bourgeois vorwerfen können.
In welcher Richtung marschiert also das neue Rußland seit zwölf Jahren? Vorwärts oder rückwärts?
Noch einmal: darin liegt sicherlich alles, und die Aufmerksamkeit der Völker ist verzweifelt auf die Antwort gerichtet, die das Leben auf diese einfach Frage zu geben vermag.
Wir wollen noch hinzufügen, daß es von vitalem Interesse für den Arbeiterstaat ist, daß die internationalen Proletarier – die er braucht – sehr genau über die Phasen des sozialen Kampfes, den er verkörpert, unterrichtet sind.
Nun sehen wir aber zwei diametral entgegengesetzte Urteile über die wirtschaftliche und soziale Lage der UdSSR vorherrschen. Die einen erheben übermäßig, die anderen erniedrigen gewaltsam. Eine anormale Tatsache, die sich, da es sich um positive Gegebenheiten handelt, nur durch die Bitterkeit erklären läßt, die der heutige soziale Krieg und der gewaltige historische Druck auslösen, der durch die Stabilisierung des Arbeiter- und Bauernstaates in diesem Krieg spürbar wird. Eine jedenfalls äußerst ernste Tatsache, wenn man die unheilvollen Folgen bedenkt, die gewisse Verleumdungsmanöver für die internationale revolutionäre Entwicklung und Organisation haben können.
Nur eine einzige Haltung kommt in Frage: gründlich und wissenschaftlich die Wirklichkeit der Sowjetrepublik studieren, sich eine Meinung einzig auf der Basis der genauesten Tatsachen und der Zahlen bilden, da es sich ja vor allem um Realität und um Tatsachen handelt, und diese Meinung als dann mit allen ihren Forderungen in weitestem Maße bekanntmachen.
Auf diese Weise sind wir vorgegangen. Als ich als einer der Ersten, wenn nicht überhaupt als Erster, versucht habe, die vollständige Geschichte Georgiens zusammenzustellen, habe ich meine Studie gründlich durch vielfaches statistisches Material gestützt – eine Methode, die mir der arme Panait Istrati zum Vorwurf macht, der, nachdem er seine Räubergeschichten aufgegeben hat, mir keinen besonders soliden kritischen Geist zu besitzen scheint. Man gewinnt die Umrisse der Wirklichkeit in Zeit und Raum durchaus am besten, wenn man sich auf Zahlen und positive Elemente stützt und die gemachten Beobachtungen von jeder sentimentalen oder ideologischen Entstellung freihält.
Von der Menge der Belege aber, die sich täglich höher um das Rußland der Sowjets häufen, wird es immer gewagter und lächerlicher, seine umfassende Realisation zu bezweifeln. Die Tatsachen reden für sich. Die Oktoberrevolution hat ihre Versprechungen gehalten. Deshalb hüten wir uns, jene, die uns zuhören, zu täuschen, wenn wir davon reden!
An dieser Stelle aber müssen wir unsere Augen auf die journalistische und literarische Heuchelei richten, die über so viele Hilfsmittel verfügt.
Der Enthüllungskrieg – wenn ich mich so ausdrücken darf – den wir auf beiden Seiten um das wahre Gesicht der UdSSR führen, darf – wiederholen wir es – nur auf die Gesamtheit und nicht auf die Einzelheiten gerichtet sein, weil gegenüber der Gesamtheit die Einzelnheit lügt. Wir dürfen nicht müde werden, immer von neuem zu sagen, daß es sich darum handelt, zu erfahren, ob die vor zwölf Jahren erlebte Erschütterung eine neue Ordnung der Dinge herbeigeführt oder die revolutionäre Sache der Sklaven der ganzen Welt verraten und zurückgedrängt hat.
Es ist ein widerliches Geschäft, Einzelheiten zu vergrößern und sie in unerlaubter Weise zu verallgemeinern, um auf die große pathetische Frage der Völker mit „ja“ oder „nein“ zu antworten – je nach der guten oder schlechten Laune, die man hat, je nach der eigenen Kurzsichtigkeit, den privaten Grollgefühlen oder den kameradschaftlichen Empfindungen oder je nach dem gewünschten Effekt, dem erhofften Erfolg und dem erwarteten Geld.*
Die Anekdote vom Engländer, der, als er in Frankreich an Land gegangen war und eine rothaarige Frau getroffen hatte, daraus schloß, alle Französinnen hätten rote Haare, ist bekannt. Vor nicht langer Zeit habe ich eine literarische Studie gelesen, deren Verfasser mit dem Fleiß einer Biene aus Flauberts Werk grammatikalisch inkorrekte Sätze herausgesucht hatte. Er hatte einige gefunden und sie aneinandergereiht. Aus der Gesamtarbeit dieses Sammlers ging klar hervor, daß Flaubert nicht Französisch schreiben konnte. In unsrer Zeit hat sich ein nicht sehr fortschrittlicher Franzose namens Cru, der gleichen Aufgabe einer kritischen Hanswurstiade ähnlicher Art in Bezug auf die Kriegsbücher unterzogen.
Und auf dieselbe Weise schreiben manche Reporter und manche antisowjetischen Zeitungen Geschichte. So versichert z.B. irgendein von Emigranten geleitetes Blatt, nur ganz genaue Angaben zu machen. Ja – aber unter allen geringfügigen Begebenheiten, die sich in der Union ereignen, zieht es von Hunderten und Tausenden nur jene hervor, die Anlaß zu irgendeiner Kritik über das neue Rußland geben. Auf diese Weise, und da keine Gegenansicht formuliert wird, erscheint die UdSSR als ein ausschließlicht von Missetätern bewohnter Schlupfwinkel. So gelingt es, obgleich sie tatsächliche Vorgänge benutzen, den Heuchlern, Verrätern oder Dummköpfen ein furchtbares Lügennetz zu spinnen. Und die große Presse erleichert ihnen ihre Aufgabe, indem sie diese Verleumdungen sammelt, die die unglückliche öffentliche Meinung begeistert annimt.
Jede Tatsache muß in dem Bericht, den man zeichnet, an ihre richtige Stelle gerückt und auf ihr wahres Maß gebracht werden. Bei derartigen Themen und unter derartigen Umständen erscheinen die genauen Abstufung und die richtige Dosierung als eine gebieterische moralische Notwendigkeit.
Und gerade dieser Grund gibt uns die Richtung an, wenn wir von der neuen Gesellschaftsform sprechen, die das östliche Proletariat auf dieser Welt im Jahre 1917 eingeführt hat.
Wir leugnen keinenfalls die Unzulänglichkeit, die Mängel oder die Fehlschläge. Aber wir vermeiden es, ihnen durch Unterlasung einer Gegenüberstellung eine Bedeutung zu geben, die die Wahrheit entstellen, die öffentliche Meinung von der genauen Einschätzung der Dinge ablenken und die brüderlichen Massen entmutigen würde. Es ist doch ganz klar – um ein konkretes Beispiel zu nennen – daß, würden die Fehler, die man der sowjetischen Bürokratie vorwirft, sogar in einem gewissen Maße auf Wahrheit beruhen, das noch keineswegs die Folgen des sozialen Bankrotts nach sich zöge, die man für die Bedürfnisse des Konservatismus und der Reaktion daraus ableiten möchte. Wir haben alle gesehen, mit welcher Übertreibung und welcher Erbitterung die Gegenrevolution diese Kritiken ausnützt, indem sie sie einseitig überspitzt, isoliert – also fälscht. Durch eine Art von optischer Täuschung läßt sich das Publikum mit diesem Spiel fangen. Durch dieses Verfahren ist es gelungen, einen großen Teil der Mittelklassen und einen Teil der Arbeiterklasse von den Oktoberrevolutionären zu scheiden. Durch diese Mittel hat man die gläubige Herde der Leser irregeführt.**
Einige Exrevolutionäre, die natürlich in revolutionärem Übermaß schwelgen, behaupten, daß, wenn sie gegen die einzige revolutionäre Nation in den Chor der Reaktion einstimmen, wenn sie mit ganzer Seele den räuberischen Klassen helfen, das befreite Proletariat zu erdrosseln und die Bande brechen, die sie an das Proletariat aller Länder knüpfen – dies nur zum Wohle der sozialistischen Sache geschieht. Geplagter, rechtschaffender Arbeiter, erkennen diesen Sophismus, der nur eine einziges wirkliches Ziel hat: den Steinhagel zu verstärken und das Bellen der Meute anzustacheln, die die rote Republik belagert!
Wenn uns jedoch eine ehrliche Zusammenfassung der Lage des Sowjetlandes veranlaßt, stets in erster Reihe den wachsenden Sieg des Sozialismus festzustellen, so heißt das nicht, daß wir absichtlich die Augen vor den Fehlern und Mängeln schließen, die sich aus der Anwendung des Systems ergeben. Wenn sie bei der Arbeit sind, und wenn es sich nicht darum handelt, ein Gesamtbild zu geben und den Massen die Wahrheit zu unterbreiten, sondern wenn es sich einfach darum handelt, wie man es besser machen könnte, so kritisieren sich die sowjetischen Führer selbst unbarmherziger Strenge und erarchten ihr Ziel niemals für erreicht (eine unersättliche Strenge, die Gorki getadelt hat). Sie haben es nicht nötig, ihren Eifer durch Dolchstöße erregen zu lassen, und man fördert sicht nicht, wenn man sie mit Schmutz.
Tatsächlich ist der revolutionäre und proletarische Geist Sowjetrußlands so offenkundig, daß man blind sein muß, um ihn nicht zu erblicken. Der Elan treibt sie alle mächtig vorwärts. Ein dauernder Enthusiasmus vereinigt die emanzipierten Arbeiter. Die Zentralisation, die Organisation und die Teilung der Arbeit wachsen mit der Zunahme der Produktion. Der Fünfjahresplan, den keine andere Macht der Welt hätte aufstellen können, setzt sich in die Wirklichkeit um. Im jetzigen Augenblick: am Ende des ersten Jahres eines fünfjährigen Planes, der außerordentlich umfangreich ist und von dem man besonders viel gesprochen hat, hat die Zunahme der industriellen Produktion, die auf 21 % berechnet war, bereits 24 % erreicht. Die allmähliche Zustimmung der bäuerlichen Massen zur Kollektivwirtschaft mag langsam erfolgen, sie ist jedenfalls unbestreitbar. Die Individualität bildet sich dort unten an dem Bewußtsein, daß jeder seinen nützlichen Anteil an dem gemeinsamen Werk hat. Im Reiche der Ideen und der Kunst marschiert das aus einer neuen Formel geborene Land mit Riesenschritten. Habt ihr das gesagt und zeigt ihr nachher, wenn ihr wollt, einige Schatten auf dem Bilde, so werdet ihr – und nur dann! - wahrhaftig sein, weil diese Schatten, historisch, nicht zählen.
Aber jene, die der Sache der Menschen dienen und die zugleich eine wissenschaftliche Achtung vor der Wahrheit haben, mögen wissen, wie sorgsam sie über das Sowjetexperiment wachen müssen, damit die mannigfachen Helfer und Diener des bedrohten Kapitalismus nicht – mittels der Taschenspielerkunststücke unehrlicher Schriftsteller – sie im Geiste und im Herzen der Massen enstellen können. Möge der gesunde Arbeiter, der, sobald er aufhört, Sklave zu sein, Eroberer sein wird, diese ganze buntfarbige Gesellschaft von mehr oder weniger zynischen und hinterlistigen Gegner zurückweise, die durch ihre Angriffe, ihre Zuflüsterungen und ihre Vorbehalte – sei es, weil sie keine vollständigen Bilder entwerfen, sei es, weil sie die jetzige Richtung der marschierenden Revolution für die Hindernisse verantwortlichen machen, der die Verwirklichung eines sozialistischen Zustandes auf einem kapitalistischen Planeten begegnet – das heroisch zusammengetragene Werk untergraben und der Weltrevolution Schlingen legen.

Das ist die ganze Erklärung unserer sogenannten Parteilichkeit, die nichts ist als ein gerechtes Maß.


* Man möge sich über die Resultate der gegenrevolutionären internationalen Propaganda keine Illusionen machen. Die der UdSSR günstigen Bücher werden methodisch boykottiert. Bald werden sie nicht mehr erscheinen können. Ein großer englischer Verleger hat mir gesagt, daß es heute keinerlei Möglichkeit gibt, in den Vereinigten Staaten und in England ein Buch über die UdSSR zu veröffentlichen, das diesem Lande nicht feindlich ist.

** Ebenso dürfen in unserem alten europäischen Ländern irgendein partieller Wohlstand oder vereinzeltes Zunehmen des Wohllebens uns nicht daran hindern, zu verstehen, daß unsere heutige Bourgeois-Regierungen mit ihrer Willkür, ihrer Korruption, ihrer Ausbeutung und ihrer Begehrlichkeit dem Abgrund zugleiten.

_________________
Eine gut geleitete Staatsregierung muß ein ebenso festgefügtes System haben wie ein philosophisches Lehrgebäude. Alle Maßnahmen müssen gut durchdacht sein, Finanzen, Politik und Heerwesen auf ein gemeinsames Ziel steuern.
Ein System kann aber nur aus einem Kopfe entspringen; also muß es aus dem des Herrschers hervorgehen.


Friedrich der Große


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