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 Betreff des Beitrags: Erich Honecker
BeitragVerfasst: Mo 26. Mär 2007, 18:53 
Aus dem Schlussbericht der Gestapo in der Strafsache gegen Bruno Baum, Erich Honecker und andere vom 10. Dezember 1935

A/N
2,713/35

Berlin, den 10. Dezember 1935

Schlussbericht

...

2. Honecker, Erich, 25.8. 1912 in Neunkirchen/Saar geb., ist ein seit dem Jahre 1924 in der kommunistischen Bewegung stehender Mann. ...

Er ist geständig und gibt zu, sich dem kommunistischen Jugendverband zur Mitarbeit gegen den Deutschen Staat zur Verfügung gestellt zu haben. Er gibt ferner zu, zur Erledigung dieser Arbeit laufend mit dem Pol.-Leiter des Verbandes von Berlin, Baum, zusammen gekommen zu sein, um mit ihm die laufenden Arbeiten und Aufgaben für die staatsfeindliche Tätigkeit zu besprechen. ...

Die Fedorova, die festgenommen wurde, ohne dass sie davon wusste, dass Honecker gleichfalls der Polizei in die Hände gefallen war, gab in ihrer ersten Vernehmung eine absolut und bewusst harmlose Darstellung des Zweckes ihrer Anwesenheit in Berlin. Sie verschwieg sichtlich die Zusammenkunft mit Honecker, ebenso wie die Aufgabe des Geheimkoffers auf dem Anh. Bahnhof. Erst nach und nach, als sie einsah, dass die Polizei mehr wußte, wie sie vermuten konnte, bequemte sie sich, Zugeständnisse zu machen. Sie gab allerdings nicht mehr zu als ihr im einzelnen nachgewiesen werden konnte und das auch nur unter dem Druck der bereits gemachten Aussagen des Honecker. ...

Quelle:

Peter Przybylski, 'Tatort Politbüro. Die Akte Honecker', Berlin 1991, S. 212ff, gekürzte Wiedergabe.

Daraus ergibt sich, dass Honeckers Aussagen zur Belastung des Kommunisten Baums sowie zur Überführung der Kurierin Fedorova führten. Man kann daraus weiter schließen, dass durch diese Aussagen Honeckers, die Strafe für ihn, acht Jahre, relativ gering ausfiel.

Erich Mielke bewahrte dieses Dokument in dem 'roten Aktenkoffer' in seinem Safe auf.

Warum tat er dies?


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 Betreff des Beitrags: Re: Erich Honecker
BeitragVerfasst: Di 27. Mär 2007, 14:14 
Moderator

Beiträge: 876
Warum wird diese Frage hier gestellt?

Denkt der "Gast" wirklich, daß jemand hier die Antwort kennt?

Nein, natürlich nicht. Es ist also eine rhetorische Frage.

Dieser Beitrag ist exemplarisch für viele Versuche, den Sozialismus und die DDR zu "delegitimieren".

Er hat mehrere Ebenen. Zunächst mal zu der faktischen Ebene:

1. Niemand kann heute mit Sicherheit sagen, ob die zitierten Dokumente authentisch sind oder irgendwann manipuliert wurden. Und selbstverständlich kann niemand sagen, warum Erich Mielke diese Dokumente aufbewahrte und wofür er sie genutzt hat, wenn er sie denn genutzt hat.

2. Angenommen, der beschriebene Sachverhalt ist zutreffend. Was besagt er denn? Daß Honecker in einer Verhörsituation Aussagen gemacht hat, die ihm damals sinnvoll erschienen.

Es geht aus dem Text nicht hervor, ob er überhaupt wußte, daß Fedorova bereits in Gefangenschaft war. Und daß er eine Aussage gemacht hätte, um sich dadurch einen persönlichen Vorteil zu verschaffen, ist lediglich eine Unterstellung des Verfassers des Beitrags.

Dann ist es interessant, zu überprüfen, wer der Verfasser des zitierten Buches ist. Peter Przybylski ist ein ehemaliger Sprecher des DDR-Generalstaatsanwalts, der zu dem Sachverhalt auf der Internetseite des BStU zitiert wird.

In der dort zitierten Rede heißt es u.a.:

Zitat:
Wobei ich dazu sagen muss, dass wir damals noch dem Irrtum unterlegen waren, dass die Genossin Fodorova, also diese tschechische jüdische Medizinstudentin, von der Gestapo umgebracht worden sei und möglicherweise ein Opfer von Honecker geworden war. Das war falsch. Wir wussten es damals nicht besser. Frau Fodorova hat sich nach der Wende gemeldet, als Honecker selbst beschuldigt und verfolgt wurde, und hat ein Loyalitätszeugnis für ihn abgegeben und gesagt: "Er hat mich nicht belastet, jedenfalls ist mir nichts passiert und ich habe Herrn Honecker keine Vorwürfe zu machen".

[url]http://www.bstu.bund.de/cln_042/nn_713334/DE/MfS-DDR-Geschichte/Einzelthemen/Themenarchiv/Roter-Koffer/
Ermittlungen-1989-90-/ermittlungen-1989-90-__node.html__nnn=true[/url]

Soviel zu den Tatsachen.

Nun zur manipulativen Ebene.

Der Autor des anonymen Beitrags will suggerieren, daß Erich Honecker, langjähriger führender Repräsentant der DDR, in seiner Jugend anderen Menschen vorsätzlich geschadet habe, zu seinem eigenen Vorteil.

Dadurch soll dem Leser der Eindruck vermittelt werden, Honecker sei ein schlechter Mensch gewesen, und natürlich sei die DDR ein schlechter Staat gewesen, wenn sie durch "solche Leute" geführt wurde.

Weiterhin baut der Beitrag auf der Methode auf, zu behaupten, daß der Sozialismus "an sich" eine schöne Utopie sei, die aber keinesfalls realisierbar wäre. Die Leute, die das versucht hätten seien alles Heuchler und Verbrecher gewesen. (Honecker ein Verräter, später selbst erpresst durch Mielke.)

Wahrscheinlich hat jede Person mit Verantwortung irgendwann Fehler begangen. Die Methode der Delegitimierung versucht, diese herauszugreifen und durch das Betonen eines tatsächlichen oder unterstellten Fehlers das gesamte Lebenswerk der betreffenden Person und alles, wofür sie steht, zu diskreditieren.

Insofern ist dieser Beitrag in einer Reihe mit einer Vielzahl vergleichbarer Beiträge zu sehen.

Ein weiteres Eingehen auf derartige Beiträge erübrigt sich. Eine Beantwortung solcher Fragen ist vielleicht für Historiker in Elfenbeintürmen, die ihre Kunst der Kunst wegen betreiben, von Interesse, für die Gegenwart und Zukunft der Menschheit und des Sozialismus ist sie absolut irrelevant.

Die Absicht ist erkannt, der angestrebte propagandistische Effekt verpufft.


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 Betreff des Beitrags: Re: Erich Honecker
BeitragVerfasst: Di 27. Mär 2007, 14:21 
Administrator
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Beiträge: 4023
Neo hat geschrieben:
Warum wird diese Frage hier gestellt?


Weil der Fragensteller GvS ist.

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“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Erich Honecker
BeitragVerfasst: Di 27. Mär 2007, 16:43 
Literat

Beiträge: 2947
Ich erwähne es ja nicht zum ersten mal und weise auch immer wieder gern darauf hin: Niemand von uns verbringt sonderlich viel Zeit damit, das Geschmiere jener Geheimdienstkreatur, die sich "Gerd von Schnehen" nennt, genauer zu überprüfen. Gerade deshalb ist erstaunlich, wie schnell man ihm doch immer wieder auf die Schliche kommt. Er scheint ganz und gar unfähig zu sein, einen Text zu schreiben, der nicht mindestens eine Übertreibung, Fälschung oder Lüge enthält. Wir erinnern uns z.B. noch lebhaft an die Phantastereien über Malenkow, Molotow und Andropow. Oder an die Lobpreisungen Budu Svanidzes, einer Figur, die mit GvS gemein hat, daß auch sie im echten Leben nicht exisitert. Und wir erinnern uns auch, wie schnell sich deutlich zeigte, daß GvSs Darlegungen fehlerhaft (um keine unfreundlicheren Vokabeln zu benutzen) waren. Und ich möchte wirklich nicht wissen, welche Resultate eine gründliche Überprüfung dieser Texte erst ergeben würde.

Zu Honecker ist mir Neo leider zuvorgekommen. Da ich den Tag über nicht auf meine Bibliothek zugreifen kann, konnte ich auch nicht das Folgende zitieren. Es handelt sich um eine Anmerkung, die Siegfried Prokop in "Poltergeist im Politbüro" (Frankfurt Oder 1996) zu einer Bemerkung macht, die Alfred Neumann über Erich Honecker fallen läßt, und die die Behauptung enthält, dieser erpreßbar gewesen:
Zitat:
Neumann kannte zu dieser Zeit [1993 - NP] nur die Aussagen einer Historikerin des ehemaligen IML, die in den Medien weite Verbreitung fanden, wonach Honeckers Aussagen vor der Gestapo zur Hinrichtung einer Kurierin geführt haben sollen. In der Zwischenzeit meldete sich die Frau aus Israel. Sie gab an, daß Honeckers Verhalten ihr das Leben gerettet habe. Das schrieb nur noch eine kleine Zeitung. Vgl. Georg Fülberth, Das Archiv als Planschbecken, In: konkret, Nr. 10, Hamburg 1994, S. 32.
Wer sich also genauer als bis hier schon über die Sache informieren will, der besorge sich Fülberths Artikel.

Bekanntlich sind die meisten Mitglieder dieses Forums weit davon entfernt, Erich Honecker unkritisch zu sehen oder gar zu verherrlichen. Wie ließe sich diese mediokre Gestalt, die die DDR in den Ruin gewirtschaftet hat, auch verherrlichen? Es ist aber eine ganz andere Sache, diesem Erich Honecker jedes Übel unterzujubeln, mit dessen Vorfall er sich irgend in Verbindung bringen läßt. Deswegen muß ich Neo darin zustimmen, daß diese Art der Meinungsbildung, die Gerd von Schnehen betreibt, und für die es keinen treffenderen Namen als Verleumnung gibt, keine weitere Beschäftigung verdient. Er selbst wiederum, der Yeti von der Rhur, diese Kunstfigur, die keiner außerhalb des Internets je getroffen zu haben scheint, klagt, wie man hört, gern darüber, daß er hier bei uns nicht zu Wort kommt. Wir wiederum, auch wenn wir natürlich darauf hinweisen können, daß GvS in diesem Form, wie jeder leicht nachlesen kann, breiteren Raum bekommen hat als die meisten anderen Idioten, wir können mit dem Gedanken ganz gut leben, daß Gestalten, deren ganzes Geschäft die Verlemnung von Kommunisten ist, in diesem Forum hier nur sehr eingeschränkt zu Wort kommen.

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Der Hunsch wars!


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 Betreff des Beitrags: Re: Erich Honecker
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 15:40 
Hallo!!!

Ihr habt einen an der Waffel! Wirklich war. Werd hier nie wieder wat rein schreiben. Macht euren Mist alleene!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Erich Honecker
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 18:18 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Werd hier nie wieder wat rein schreiben.


Versprochen, Gerd?

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Der Hunsch wars!


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 Betreff des Beitrags: Re: Erich Honecker
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 02:45 
Administrator
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Beiträge: 4023
Gast hat geschrieben:
Hallo!!!

Ihr habt einen an der Waffel! Wirklich war. Werd hier nie wieder wat rein schreiben. Macht euren Mist alleene!!!


Das heißt "Dreck" und nicht "Mist"!

http://www.wer-weiss-was.de/theme47/article630275.html

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