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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Kurzbiographien führender KPD-Funktionäre
BeitragVerfasst: Di 27. Mär 2007, 22:38 
Ehrenmitglied des gewe-Fanclub
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Beiträge: 353
Folgende Kurzbiographien sind aus einer alten DDR-Fotomappe des "Verlag für Agitations- und Anschauungsmittel" abgeschrieben. Ich stelle sie mal hier rein, weil ich sie ganz interessant fand, v.a. da viele der Genossen völlig unbekannt sind, bzw. mir waren.
(In Klammern hab ich dazu geschrieben, wenn die Genossen im Forum schon mal erwähnt wurden.)

Zitat:
Martha Arendsee

Geboren am 29. März 1885 in Berlin, gestorben am 22. Mai 1953 in Berlin.
Martha Arendsee, Tochter eines Buchdruckers, trat 1906 in die SPD ein. 1907 wurde sie Mitglied des Wäschearbeiterverbands. 1917 schloß sie sich der USPD an, zu deren linken Flügel sie gehörte. 1920 wurde sie Mitglied der KPD. Sie widmete sich vor allem der Sozialpolitik und der Frauenarbeit der Partei. Als führende Funktionärin der Internationalen Arbeiterhilfe von 1924 bis 1935 und als Reichssekretärin der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Organisationen (Arso) von 1928 bis 1931 hatte sie großen Anteil am Kampf um die Durchsetzung der sozialpolitischen Forderungen der Werktätigen und die Festigung der internationalen Solidarität.
Nach der Errichtung der faschistischen Diktatur wurde sie von April bis September 1933 in Berlin inhaftiert. 1934 emigrierte sie in die Sowjetunion. In Moskau leistete sie 1941 bis 1945 am Deutschen Volkssender eine wirksame antifaschistische Arbeit. 1943 zählte sie zu den Mitbegründern des Nationalkomitees „Freies Deutschland“.
Martha Arendsee gehörte zu den Unterzeichnern des Aufrufes des ZK der KPD vom 11. Juni 1945. Sie nahm am Vereinigungsparteitag von KPD und SPD 1946 teil und war 1946/1947 Mitglied des Parteivorstandes der SED. Als Vorsitzende der Versicherungsanstalt Berlin 1949/1950 und in Funktionen des FDGB hatte sie maßgeblichen Anteil am Aufbau einer einheitlichen Sozialversicherung. Noch in ihren letzten Lebensjahren half Martha Arendsee, eine den Interessen aller Werktätigen entsprechende Sozialpolitik der SED und der DDR zu entwickeln.



Zitat:
Conrad Blenkle

Geboren am 28. Dezember 1901 in Berlin, ermordet am 20. Januar 1943 im Zuchthaus Berlin-Plötzensee.
Conrad Blenkle, Sohn eines Schlossers, trat Anfang 1919 der KPD bei. Als Bäckergeselle schloß er sich Anfang 1920 der Gewerkschaft an. 1924 wurde er Mitglied des Exekutivkomitees der Kommunistischen Jugendinternationale, 1925 Vorsitzender des Kommunistischen Jugendverbandes. Konsequent setzte er sich für die Interessen der Jugendlichen, vor allem der Arbeiterjugend, ein. So prangerte er als jüngster Reichstagsabgeordneter Mißstände in den Berufsschulen und in der Lehrlingsausbildung an. Als Mitglied des ZK und seinen Politbüros von 1925 bis 1929 hatte er großen Anteil an der Ausarbeitung und Verwirklichung der marxistisch-leninistischen Jugendpolitik der KPD. Seit 1929 war er als Politischer Sekretär von Unterbezirksleitungen der Partei tätig. 1932 wurde er wegen seines antiimperialistischen Wirkens von der bürgerlichen Klassenjustiz eingekerkert. Von Sommer 1933 bis Februar 1934 wirkte Conrad Blenkle in der illegalen Bezirksleitung Berlin-Brandenburg der KPD. Ab Sommer 1934 gehörte er in Amsterdam der Leitung der Organisation der KPD in den Niederlanden an. Wiederholt fuhr er ins faschistische Deutschland, um den Widerstandskampf seiner Genossen zu unterstützen. 1937 setze er seine antifaschistische Tätigkeit von der Schweiz, danach von Dänemark aus fort. Ende 1941 wurde er von der dänischen Polizei verhaftet und an die Gestapo ausgeliefert. Der faschistische „Volksgerichthof“ verurteilte Conrad Blenkle am 25. November 1942 zum Tode.



Zitat:
Hugo Eberlein

Geboren am 04. Mai 1887 in Saalfeld, gestorben am 12. Januar 1944 in der UdSSR.
Hugo Eberlein, Sohn eines Schlossers, arbeitete als graphischer Zeichner seit 1905 aktiv im Gewerkschaftsverband der Lithographen und Steindrucker und trat 1906 der SPD bei. Nach dem Beginn des ersten Weltkrieges kämpfte er an der Seite Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs für die revolutionäre Beendigung des imperialistischen Krieges und gegen den Opportunismus der rechten sozialdemokratischen Führer. Im November 1918 wurde er Mitglied der Zentrale des Spartakusbundes. Der Gründungsparteitag der KPD, auf dem er über die Organisationsarbeit referierte, wählte Hugo Eberlein in die Zentrale (später Zentralkomitee) der Partei. Im März 1919 nahm er als Vertreter der KPD am Gründungskongreß der Kommunistischen Internationale (KI) in Moskau teil. Er gehörte bis 1929 dem ZK der KPD an. Hugo Eberlein erwarb sich große Verdienste bei der Durchsetzung der Leninschen Organisationsprinzipien in der KPD. Seit 1921 war er Mitglied des Preußischen Landtags. Ausdruck seiner festen Verbundenheit mit dem Sowjetland war sein aktiver Beitrag zur Schaffung des Komitees Arbeiterhilfe für Sowjetrußland im Sommer 1921, aus dem die Internationale Arbeiterhilfe hervorging. 1924/1925 war er für die Leitung der Druckereien und Verlage und danach, bis zu seiner Wahl in die Kontrollkommission der KI im Sommer 1928, für die Finanzangelegenheiten der KPD verantwortlich. Mitte 1933 emigrierte er in die Sowjetunion. Nach dem VII. Weltkongreß 1935 arbeitete er als Sektorleiter beim Exekutivkomitee der KI.


(Anmerkung: In der Wittdorf-Affäre erhob er Vorwürfe gegen Thälmann, siehe http://61219.forum.onetwomax.de/topic=103877559387&search=hugo%2Ceberlein )


Zitat:
Ottomar Geschke

Geboren am 16. November 1882 in Fürstenwalde (Spree), gestorben am 17. Mai 1957.
Ottomar Geschke, Sohn eines Schmieds, von Beruf Schlosser, trat 1910 der SPD und dem Deutschen Metallarbeiterverband bei. 1917 schloß er sich der USPD an. Während der Novemberrevolution gehörte er zu den revolutionären Obleuten in Berlin. Er war Mitbegründer der KPD in Berlin. Seit 1923 gehörte er dem ZK der KPD an.
Ottomar Geschke widmetet sich vor allem der Organisations- und Gewerkschaftsarbeit der Partei. Von 1924 bis 1928 war er Mitglied des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale. Als Mitglied des Sekretariats des Zentralvorstands der Roten Hilfe Deutschlands 1929/1930 half er bei der Unterstützung der von der kapitalistischen Klassenjustiz verfolgten Kämpfer. Nach der Errichtung der faschistischen Diktatur wurde er verhaftet, im Zuchthaus Spandau eingekerkert und danach in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Er zählte zu den Teilnehmern des Todesmarsches der Häftlinge des KZ Sachsenhausen, die am 1. Mai 1945 von der Sowjetarmee befreit wurden.
Ottomar Geschke gehörte zu den Unterzeichner des Aufrufes der KPD vom 11. Juni 1945. Als Vorsitzender der Bezirksleitung Groß-Berlin der KPD hatte er großen Anteil an der Vereinigung der KPD und der SPD zur SED. Im Februar 1947 wurde er vom Vorsitzenden der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) in der damaligen sowjetischen Besatzungszone gewählt. Seit 1953 war er Mitglied des Präsidiums des Komitees der antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR. Er starb auf dem Wege nach München zum Kongreß der VVN der BRD.



Zitat:
Ernst Grube

Geboren am 22. Januar 1890 in Neundorf (Anhalt), gestorben am 14. April 1945 im KZ Bergen-Belsen.
Ernst Grube, Sohn eines Bergmanns, von Beruf Tischler, trat 1908 der SPD und dem Deutschen Holzarbeiterverband bei. In den Jahren des ersten Weltkrieges organisierte er in Werdau und Zwickau illegale Zusammenkünfte der Kriegsgegner und die Verteilung von Spartakusbriefen. Während der Novemberrevolution war er Vorsitzender des Arbeiterrates und Mitbegründer der Ortsgruppe des Spartakusbundes in Werdau. Anfang Januar 1919 wurde er Vorsitzender der Ortsgruppe Werdau der KPD. 1920 stand er im Kampf gegen den Kapp-Putsch an der Spitze der Arbeiterwehr in Zwickau und übernahm dort im gleichen Jahr die Leitung der Ortsgruppe der KPD. Von 1924 bis Anfang 1930 war er Politischer Sekretär der Bezirksleitungen Erzgebirge-Vogtland, Magdeburg-Anhalt und Wasserkante der Partei. Seit 1927 war er Kandidat, seit 1929 Mitglied des ZK der KPD. Von ihrer Gründung im Dezember 1930 an leitete er die Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit. Ernst Grube kämpfte unermüdlich für ein breites antifaschistisches Bündnis aller Arbeitersportler und setzte sich aktiv für die Einbeziehung der bürgerlichen Sportverbände in den Kampf gegen die drohende faschistische Diktatur ein. Ende Februar 1933 wurde er verhaftet und bis 1940 in Konzentrationslagern gefangengehalten. Nach seiner Freilassung stand er unter strenger Gestapoaufsicht. Im August 1944 erneut verhaftet, wurde er zunächst in das KZ Sachsenhausen und später in das KZ Bergen-Belsen verschleppt, wo er an Flecktyphus starb.



Zitat:
Edwin Hoernle

Geboren am 11. Dezember 1883 in Cannstatt (Württemberg), gestorben am 21. Juli 1952 in Bad Liebenstein.
Edwin Hoernle, Sohn eines Pfarrers, nahm schon während seines Theologiestudiums eine kritische Haltung gegenüber den gesellschaftlichen Verhältnissen im imperialistischen Deutschland ein. 1910, ein Jahr nachdem er sein Amt als Landvikar niedergelegt hatte, trat er der SPD bei. Während des ersten Weltkrieges gehörte er zu den führenden Vertretern der Spartakusgruppe in Württemberg. Danach war er Leiter der Abteilung Land, später der Abteilung Bildung und Propaganda bei der Zentrale der KPD, der er von 1921 bis 1924 angehörte. Edwin Hoernle erwarb sich große Verdienste auf dem Gebiet der Schul- und Bildungspolitik sowie der Agrarpolitik der Partei. Ende 1933 wurde er als Abteilungsleiter an das Internationale Agrarinstitut in Moskau berufen. Seit 1938 war er Abteilungsleiter am dortigen Weltwirtschaftsinstitut. Im Nationalkomitee „Freies Deutschland“, das er 1943 mitgegründet hatte, leistete er eine umfangreiche antifaschistische Aufklärungsarbeit unter den deutschen Kriegsgefangenen.
Im Mai 1945 kehrte er nach Deutschland zurück. Edwin Hoernle gehörte zu den Unterzeichnern des Aufrufs der KPD vom 11. Juni 1945 und hatte großen Anteil an der Vereinigung der KPD und SPD zur SED. Führend war er an der demokratischen Bodenreform beteiligt. Als Mitglied der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR trug er wesentlich zur Erziehung und Ausbildung von Kadern für die sozialistische Landwirtschaft bei.



Zitat:
Helene Overlach

Geboren am 29. Juli 1894 in Greiz, gestorben am 07.08. 1983 in Berlin.
Helene Overlach, Tochter eines Arztes, arbeitete als Stenotypistin, Kontoristin und Hilfsschwester. Sie wurde 1920 Mitglied der KPD und arbeitet zunächst als Volontärin und dann als Redakteurin bei Bezirkszeitungen der Partei. 1925 war sie Chefredakteurin der „Niedersächsischen Arbeiterzeitung“, des Bezirksorgans der KPD in Hannover. Im November 1925 wurde sie zweite Vorsitzende des Roten Frauen- und Mädchenbundes. 1927 wurde sie als Mitglied des ZK, 1929 als Kandidat des Politbüros gewählt. Von 1927 bis 1931 leitete sie die Frauenabteilung des ZK.
Helene Overlach setzte sich aktiv für die Interessen der werktätigen Frauen und für deren Einbeziehung in den Kampf gegen kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Militarismus, imperialistische Kriegsgefahr und drohenden Faschismus ein. Seit dem Gründungskongreß im November 1928 gehörte sie dem Reichskomitee des Bundes der Freunde der Sowjetunion an. Nach der Errichtung der faschistischen Diktatur leistete sie illegale Arbeit in Essen und Berlin. Ende 1933 wurde sie verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. 1944 erneut verhaftet, wurde sie in das KZ Ravensbrück verschleppt. Nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus setzte sie ihre ganze Kraft für den antifaschistisch-demokratischen Neuaufbau ein. Sie erwarb sich große Verdienste beim Aufbau des Berufsschulwesens in Berlin und als Leiterin des Instituts für Berufsschullehrerausbildung.



Zitat:
Ernst Putz

Geboren am 20. Januar 1896 in Bad Brückenau (Rhön), ermordet am 15. September 1933 im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit.
Ernst Putz war Sohn eines Mittelbauern. Die Kriegserlebnisse als Marineoffizier und die Not der armen Rhönbauern führten ihn in die Reihen der revolutionären Arbeiterbewegung. Ende 1923 wurde er Mitglied der KPD. Er schloß sich dem Bund schaffender Landwirte an, der ihn im Mai 1924 zu seinem Vorsitzenden wählte.
Er entwickelte sich zu einem der führende Agrarpolitiker der KPD. Unermüdlich setzte er sich für die Schaffung des Bündnisses der Arbeiterklasse mit der werktätigen Bauernschaft ein. Ernst Putz, der selbst Bauer war, nutzte wirksam die Tribüne des Reichstages, dem er seit Ende 1924 angehörte, um die bauernfeindliche Politik der Reichsregierungen und der Großagrarier anzuprangern und die konstruktiven Vorschläge der KPD zur Verbesserung der Lage der werktätigen Landbevölkerung darzulegen. Mit Bauerndelegationen besuchte er mehrmals die Sowjetunion. Leidenschaftlich propagierte er die sozialistischen Errungenschaften des Sowjetstaates. Im Herbst 1925 wurde er Vorsitzender des Reichsbundes der Kleinbauern und im Frühjahr 1927 Vorsitzender des daraus hervorgegangenen Reichsbauernbundes. Seine reichen Erfahrungen flossen in das im Mai 1931 von Ernst Thälmann verkündete Bauernhilfsprogramm der KPD ein, dessen Propagierung er sich mit ganzer Kraft widmete. Er wurde Vorsitzender des Reichsbauernkomitees, das auf dem Reichsbauernkongreß im Januar 1932 in Berlin erwählt worden war. Am 19. Juli 1933 wurde er von den Faschisten verhaftet. Nach acht Wochen erlag er den unmenschlichen Folterungen.



Zitat:
Siegfried Rädel

Geboren am 07. März 1893 in Copitz (bei Pirna), ermordet am 10. Mai 1943 im Zuchthaus Berlin-Plötzensee.
Siegfried Rädel, Sohn eines Buchdruckers, trat als Tischler 1910 dem Deutschen Holzarbeiterverband bei. 1912 wurde er Mitglied der SPD. In Pirna gehörte er dem Spartakusbund an und war Anfang 1919 Mitbegründer der Ortsgruppe der KPD. 1922/23 wirkte er aktiv in der revolutionären Betriebsrätebewegung. Ende 1925 wurde er Politischer Sekretär des Bezirks Ostsachsen der KPD.
Siegfried Rädel entwickelte sich zu einem der führenden Sozialpolitiker der KPD. Das widerspiegelte sich auch in seiner Tätigkeit im Reichstag, dem er seit Mai 1924 angehörte. Von ihrer Gründung im Oktober 1927 an bis 1933 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Organisationen (Arso). 1929 wurde er Kandidat des ZK der KPD. Konsequent setzte er sich für die Verteidigung der sozialpolitischen Errungenschaften der Arbeiterklasse ein, bekämpfte die Notverordnungspolitik der Reichsregierungen und prangerte deren Faschisierungskurs an. Nach der Errichtung der faschistischen Diktatur arbeitete er bis Ende 1933 illegal in Berlin. In der Emigration – 1934 in der CSR, 1935 in der Sowjetunion, 1936 in der Schweiz und ab Ende 1936 in Frankreich – half er in wichtigen Funktionen, den Kampf gegen den deutschen Faschismus zu organisieren. Auf der Berner Konferenz der KPD Anfang 1939 wurde er in das ZK gewählt. Bei Kriegsausbruch 1939 wurde er von der französischen Polizei im Lager Le Vernet in Südfrankreich interniert und im August 1942 an die Gestapo ausgeliefert. Am 25. Februar 1943 wurde er vom faschistischen „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt.



Zitat:
Max Maddalena

Geboren am 17. Januar 1895 in Riedheim (Baden), gestorben am 22. Oktober 1943 im Zuchthaus Brandenburg-Görden.
Maximilian Maddalena, Sohn eines Mosaikarbeiters, trat 1911 dem Deutschen Metallarbeiterverband und 1913 der SPD bei. 1918 wurde er Mitglied der USPD. Seit der Vereinigung der USPD (Linke) mit der KPD Ende 1920 gehörte er der KPD an. Vom Herbst 1920 bis Ende 1924 leitete er die Ortsverwaltung Singen des Metallarbeiterverbandes. Von Januar bis April 1925 arbeitete er in der Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD. Danach leitete er die Bezirksorganisation Württemberg der KPD. Im Oktober 1925 wurde er Mitglied des Sekretariats der Bezirksleitung Wasserkante. Von Ende 1930 bis Mitte 1932 war er Mitglied der Reichsleitung der Revolutionären Gewerkschaftsopposition (RGO) und Leiter der Industriegruppe Metall der RGO. Ab Juni 1932 vertrat er die RGO bei der Roten Gewerkschaftsinternationale in Moskau. Max Maddalena erwarb sich große Verdienste bei der Durchsetzung der Gewerkschaftspolitik der KPD und im Ringen um die Herstellung der Einheit der Gewerkschaftsbewegung. Als Mitglied des Reichstages, dem er seit 1928 angehörte, setzte er sich konsequent für die Sicherung und Erweiterung der sozialen Errungenschaften der Arbeiterklasse ein. Anfang 1935 beauftragte das ZK der KPD Max Maddalena, ins faschistische Deutschland zurückzukehren und die illegale Landesleitung zu unterstützen. Ende März 1935 wurde er verhaftet und am 04. Juni 1937 zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Er verstarb an den Folgen der jahrelangen Kerkerhaft.



Zitat:
Theodor Neubauer

Geboren am 12. Dezember 1890 in Ermschwerd (Werra), ermordet am 05. Februar 1945 im Zuchthaus Brandenburg-Görden.
Theodor Neubauer, Sohn eines Gutsinspektors, war von Beruf Lehrer. Der tiefe Eindruck, den die Große Sozialistische Oktoberrevolution auf ihn ausübte, führte ihn in die Reihen der revolutionären Arbeiterbewegung. 1919 trat er der USPD bei. Seit der Vereinigung der USPD (Linke) und der KPD Ende 1920 war er Mitglied der KPD. In der revolutionären Krise im Herbst 1923 war er Mitglied der Arbeiterregierung in Thüringen. Ab 1924 arbeitete er als Redakteur an den Bezirkszeitungen der KPD in Düsseldorf und Essen. Seit Ende 1924 Mitglied des Reichstages, entwickelte sich Theodor Neubauer zu einem der führenden kommunistischen Parlamentarier. Als ihn die Reichstagsfraktion der KPD 1929 nach Berlin berief, widmete er sich vor allem Finanz- und Steuerfragen sowie der Außenpolitik. Leidenschaftlich und konsequent trat er für die Herstellung freundschaftlicher Beziehungen zur Sowjetunion ein, kämpfte er gegen die imperialistische Kriegsgefahr und für die Sicherung des Friedens. Im August 1933 wurde er verhaftet. Im Reichtstagsbrandprozeß, in dem er als Zeuge vernommen wurde, verteidigte er standhaft die Politik der KPD und unterstützte damit Georgi Dimitroff. Nach seiner Freilassung 1939 setzte er den Kampf gegen die faschistische Diktatur fort. Zusammen mit Magnus Poser schuf er eine neue illegale Bezirksleitung der KPD in Thüringen. Seit Herbst 1943 gehörte Theodor Neubauer der illegalen Landesleitung der KPD in Deutschland an. Im Juli 1944 erneut verhaftet, wurde er am 08. Januar 1945 vom faschistischen „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt.



Zitat:
Michael Niederkirchner

Geboren am 05. September 1882 in Budapest, gestorben am 19. August 1949 in Berlin.
Michael Niederkirchner, Sohn eines Steinhauers, von Beruf Maschinenschlosser und Rohrleger, trat 1900 der Gewerkschaft und 1903 der Sozialdemokratischen Partei Ungarns bei. 1905 kam er nach Deutschland und wurde Mitglied der SPD und des Deutschen Metallarbeiterverbands. Als Kriegsgefangener nahm er an der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution teil. Seit Juni 1918 gehörte er der deutschen Sektion der KPR(B) in Moskau an. 1920 wurde er wurde er Mitglied der KPD. Von 1920 bis 1929 war er Funktionär im Metallarbeiterverband. Er gehörte zu den revolutionären Kräften in der Gewerkschaftsbewegung, die für eine proletarische Klassenpolitik kämpften und sich konsequent für die Interessen ihrer Kollegen einsetzten. Seit 1927 gehörte er dem ZK der KPD an. Von 1929 bis 1932 war er in das Vollzugsbüro der Roten Gewerkschaftsinternationale (RGI) gewählt. Ende Februar 1933 wurde er in Berlin verhaftet. Als „lästiger Ausländer“ im Juni 1934 ausgewiesen, kehrte er nach Moskau zurück und setzte seine Tätigkeit in der RGI fort. Seit 1941 musste er wegen schwerer Erkrankung seine politische Tätigkeit einschränken. Im November 1945 kehrte er nach Deutschland zurück und beteiligte sich aktiv an der Schaffung einheitlicher Gewerkschaften auf revolutionärer Grundlage. Im Juni 1946 war er Mitbegründer der Industriegewerkschaft Metall und gehörte seit der Gründung des FDGB 1946 dessen Bundesvorstand an.


(Anmerkung: Über seine Tochter, ebenfalls aktive Kommunisten und antifaschistische Widerstandskämpfering, gibt es in diesem Faden einige Informationen: http://61219.forum.onetwomax.de/topic=102979639361&search=niederkirchner )


Zitat:
Rudolf Renner

Geboren am 27. März 1894 in Beule (Westfalen), gestorben am 30. Juli 1940 im Konzentrationslager Buchenwald.
Rudolf Renner, Sohn eines Kleinhändlers, trat als Lehrling 1910 dem Verband Deutscher Buchdrucker bei. Er gehörte zu den Mitgliedern der Spartakusgruppe in Elberfeld. Seit ihrer Gründung war er Mitglied der KPD. Von 1920 bis 1924 arbeitete er als Volontär und Redakteur bei Bezirkszeitungen der KPD in Chemnitz und Dresden. Von Anfang 1923 bis Ende 1929 war er Mitglied der Bezirksleitung Ostsachsen der KPD. Seit 1925 leitete er als Chefredakteur das Bezirksorgan der KPD „Arbeiterstimme“ in Dresden. Im Juni 1929 wurde er zum Mitglied des ZK der KPD gewählt. Als im Dezember 1929 die KPD-Bezirke Ostsachsen, Westsachsen und Erzgebirge-Vogtland zu einem einheitlichen Bezirk Sachsen zusammengefaßt wurden, übertrug eine Landeskonferenz Rudolf Renner die Funktion des Politischen Sekretärs. 1932 wurde er Chefredakteur der „Sächsischen Arbeiter-Zeitung“, des Bezirksorgans der KPD in Leipzig.
Als Parteifunktionär und als Abgeordneter des Sächsischen Landtags. dem er seit 1921 angehörte, erwarb sich Rudolf Renner große Verdienste im Kampf gegen die imperialistische Reaktion, gegen die Gefahr des Faschismus und für die Herstellung der Einheitsfront der Arbeiterklasse. Nach der Errichtung der faschistischen Diktatur organisierte er in Leipzig den antifaschistischen Widerstandskampf. Im April 1933 wurde er verhaftet und ein Jahr später zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Bis 1936 war er im Zuchthaus Waldheim und danach in verschiedenen Konzentrationslagern eingekerkert. Im KZ Buchenwald starb er an den Folgen der Mißhandlungen.



Zitat:
Georg Schumann

Geboren am 28. November 1886 in Reudnitz (bei Leipzig), ermordet am 11. Januar 1945 im Landgerichtsgefängnis Dresden.
Georg Schumann, Sohn eines Steindruckers, von Beruf Schlosser, wurde 1905 Mitglied der SPD und des Deutschen Metallarbeiterverbands. Während des ersten Weltkrieges schloß er sich der Spartakusgruppe an und kämpfte für die revolutionäre Beendigung des imperialistischen Krieges. Anfang Januar 1919 gehörte er zu den Mitbegründern der Ortgruppe Leipzig und danach der Bezirksorganisation Mitteldeutschland der KPD. 1921 bis 1923 war er Politischer Sekretär der Bezirksorganisation Halle-Merseburg der KPD und 1927 bis 1929 der Bezirksorganisation Westsachsen. 1923/24 und 1927 bis 1929 gehörte er dem ZK der KPD an. Im Reichstag, dessen Mitglied er seit 1928 war, widmete er sich als einer der führenden Sozialpolitiker der KPD vor allem Fragen des Wohnungsbaus und des Mieterschutzes.
Nach der Errichtung der faschistischen Diktatur leistete er illegale Arbeit zunächst in Leipzig und dann in Schlesien. Mitte Juni 1933 wurde Georg Schumann verhaftet und ein Jahr später zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Freilassung 1939 setzte er in Leipzig seine antifaschistische Tätigkeit fort. Es gelang ihm, wieder eine illegale Bezirksorganisation der KPD in Sachsen aufzubauen. Seit Herbst 1943 gehörte Georg Schumann der illegalen Landesleitung der KPD in Deutschland an. Im Juli 1944 erneut verhaftet, wurde er am 21. November 1944 vom faschistischen „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt.

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Eine gut geleitete Staatsregierung muß ein ebenso festgefügtes System haben wie ein philosophisches Lehrgebäude. Alle Maßnahmen müssen gut durchdacht sein, Finanzen, Politik und Heerwesen auf ein gemeinsames Ziel steuern.
Ein System kann aber nur aus einem Kopfe entspringen; also muß es aus dem des Herrschers hervorgehen.


Friedrich der Große


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