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 Betreff des Beitrags: Gedenken an Ernst Thälmann
BeitragVerfasst: Di 27. Mär 2007, 22:35 
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(Originalbeitrag vom 18. August 2006)

Heute vor 62 Jahren wurde Ernst Thälmann von den deutschen Faschisten ermordet.

Thälmannlied

Heimatland, reck deine Glieder,
kühn und beflaggt ist das Jahr
Breit in den Schultern steht wieder,
Thälmann vor uns wie er war.

Thälmann und Thälmann vor allen,
Deutschlands unsterblicher Sohn.
Thälmann ist niemals gefallen -
Stimme und Faust der Nation.


Maßlos gequält und gepeinigt
blieb er uns treu und hielt Stand
in seinem Namen geeinigt
kämpf um dein Leben mein Land.

Thälmann und Thälmann vor allen,
Deutschlands unsterblicher Sohn.
Thälmann ist niemals gefallen -
Stimme und Faust der Nation.


Das ihre Waffen zerbrechen,
schirmen wir Brücke und Wehr;
geben der Welt das Versprechen,
standhaft zu bleiben wie er.

Thälmann und Thälmann vor allen,
Deutschlands unsterblicher Sohn.
Thälmann ist niemals gefallen -
Stimme und Faust der Nation.


Träumen und drängen und bauen,
wird auch der Rhein wieder frei!
Brechten den Feinden die Klauen,
Thälmann ist immer dabei!

Thälmann und Thälmann vor allen,
Deutschlands unsterblicher Sohn.
Thälmann ist niemals gefallen -
Stimme und Faust der Nation.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedenken an Ernst Thälmann
BeitragVerfasst: Di 27. Mär 2007, 22:36 
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Beiträge: 4023
Am 18. August 2006 hielten anlässlich der Thälmann-Ehrung in Dresden zwei junge Genossen der SDAJ/DKP eine (meiner Meinung nach sehr gute) Rede, welche hier im Folgenden dokumentiert wird.

Bild

Genossinnen und Genossen,

wir haben uns heute an diesen Ort versammelt, um einen Mann zu gedenken, der wie kein anderer zu seiner Zeit, als Führer der kommunistischen Partei und im Namen der Arbeiterklasse für eine bessere Welt kämpfte.

Ernst Thälmann, ein einfacher Transportarbeiter, Gewerkschaftsfunktionär, Vorsitzender der Kommunistischen Partei und Repräsentant der Kommunistischen Internationale, Reichstagsabgeordneter und Begründer der Antifaschistischen Aktion. Heute jährt sich seine Ermordung zum 62. mal. Dieser für die deutsche Arbeiterschaft so bedeutsame Mensch wurde auf direkten Befehl Hitlers, im KZ Buchenwald, nach 11-jähriger Haft ermordet.

Warum haben wir uns heute hier versammelt? Viele Worte brauche ich dazu nicht zu verlieren, am meisten geben wohl die Worte Thälmanns selber darüber Aufschluss:

„Unermesslich sind die Kräfte, die uns aus der Erinnerung an stolze und gehobene Momente und Tatsachen unserer Vergangenheit zuströmen.“

In ihm verloren wir nicht nur ein großen Führer der deutschen Arbeiterklasse, sondern auch einen weitsichtigen Menschen, der seines gleichen sucht. Sein Leben widmete er den Kampf gegen Krieg und Faschismus, und für Demokratie und Sozialismus. Nicht nur als Politiker, auch als Mensch wird uns „Teddy“, wie er von seinen Genossen liebevoll genannt wurde, wohl ewig in Erinnerung bleiben. In ihm steckt die Verkörperung, für all das, wonach ein klassenbewusster Kommunist je strebte. Als einfacher Arbeiter, der versuchte die Welt im Interesse der Menschheit zu verändern.

Einen besonderen Stellenwert besitzt er damals, wie heute, in der Arbeiterjugend. Tatsachen die heute noch genauso eine Gültigkeit besitzen, wie zu der Zeit, in der Thälmann lebte und wirkte. So sagte er:

„Die Jugend hat eine andere Mentalität als die erwachsene Arbeiterschaft. Man muß verstehen, die Jugend zu behandeln, um sie zu gewinnen.“

Die Jugend ist nicht nur ein Instrument zur Erhaltung der sozialistischen Idee, noch ist sie ein Teil der Arbeiterklasse wie andere Interessengruppen in der Arbeiterschaft. Sie ist die, die es zu unterstützen gilt und mit der man sich in wirtschaftlichen Kämpfen am ehesten solidarisieren sollte. Ganz auf sich alleine gestellt ist die Jugend schwach, das nutzt der Klassenfeind natürlich aus. So ist sie seither Vorbote für Einschnitte in die Rechte der Arbeiterschaft und sozial Benachteiligten.
Immer wieder betonte Thälmann die Wichtigkeit dessen und machte auf das eigentliche und das vorhandene Potenzial aufmerksam.

Genossinnen und Genosse, morgen würden wir den 54. Jahrestag des ersten Pioniertreffen in Dresden feiern, in dem der Verband der jungen Pioniere den Namen „Ernst Thälmann“ verliehen wurde. Diese Ehre zeugte von der Nachhaltigkeit seiner Arbeit in der Jugend.

Angesichts der Rolle, die Thälmann in der Geschichte gespielt hat und angesichts der Ungeheuerlichkeit, dass seine Mörder in der alten Bundesrepublik verschont wurden, wäre es auch eine moralische Pflicht der Regierung, bei ihrer Geschichtsbewertung über den Schatten ihres Antikommunismus zu springen und den kommunistischen Widerstand gegen Hitler in eine Reihe mit jenen Opfern des Naziregimes zu stellen, die in der Bundesrepublik geehrt werden.

Doch der Antikommunismus ist bis heute allgegenwärtig, auch lange nach dem Ende des Kalten Krieges. Seinen Höhepunkt erreichte er mit dem KPD-Verbot, was sich erst gestern zum 50. mal jährte und auch heute noch gilt, obwohl es gemäß dem Wortlaut des Urteils mit der Wiedervereinigung unwirksam werden sollte.

In dem 4 Jahre andauernden Prozess wurde der KPD vorgeworfen, dass sie gegen die "freiheitliche Demokratische Grundordnung" verstoße. Ihr Ziel, bestimmte Wirtschaftszweige zu enteignen, würde gegen das Grundgesetz verstoßen.

Das dies nicht stimmt sieht man an Artikel 14 Absatz 3 des Grundgesetzes:

"Eine Enteignung ist [...] zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf [...] durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt."

Der Umstand, dass die KPD sich gegen die Wiederbewaffnung einsetzte und ihre Programmatik auch ganz klar die Wiedervereinigung Deutschlands, wurde zu dieser Zeit als Hochverrat an der BRD gesehen.

Dabei sollte man sich vor Augen halten, dass es da noch das Potsdamer Abkommen gibt, welches damals wie heute seine Gültigkeit hat.

Das ganze macht nämlich deutlich, das die BRD dem Potsdamer Abkommen nicht nur nicht nachgekommen ist, sondern auch noch die bekämpft hat, die dessen Umsetzung einforderten. Entgegen den Demontage- und Dezentralisierungsbestimmungen wurde die Monopolbourgeoisie, welche vor 1933 die NSDAP maßgeblich unterstützte und später vom Faschismus massiv profitierte, in der BRD nicht angetastet. Anstatt einer Demilitarisierung hat eine Wiederbewaffnung stattgefunden und statt einer Entnazifizierung eine Renazifizierung: es kamen ohne Ende Altnazis in Amt und Würden.

Schauen wir seine Umsetzung in der DDR an, so sieht man, dass sich dort in jedem Punkt daran gehalten wurde, es lässt sich sogar sagen, das Potsdamer Abkommen war das Fundament der DDR. Die alten Kriegstreiber wurden enteignet und die Täter bestraft.

Diesen Wunsch in der BRD zu äußern, war strafbar.

In der Folge des Verbots kam es zu 120000 Ermittlungsverfahren von 1956 bis 1968, es traf auch viele, denen keine Verbindungen zur KPD hatten - es reichte einzelne "Gesinnungsmerkmale" zu teilen. Die Gerichte gingen sogar soweit, den Verurteilten "bürgerlichen Ehrenrechte" zu entziehen, also das Recht zu wählen, gewählt zu werden und öffentliche Ämter auszuüben. Viele wurden sogar verurteilt für die Arbeit in der Partei, als sie noch legal war.

Die KPD ging also zum 2. mal in die Illigalität, kurz nachdem sie in Nazideutschland 12 Jahre verboten war und obwohl sie als erste Partei von allen Besatzungsmächten die Lizenz erhielt, zu Wahlen anzutreten.

Obwohl es gemäß dem Wortlaut des Urteils mit der Wiedervereinigung Deutschlands unwirksam werden sollte, gilt es bis heute und kann jederzeit Grundlage weiterer Verbote sein.

In diesem Zusammenhang seien auch die aktuellen Verbotsbestrebungen in Tschechien und Polen erwähnt, sowie in der EU insgesamt. Uns wird vorgeworfen, gegen das Grundgesetz zu verstoßen, so tut es die Regierung tagtäglich selbst. Beispielsweise die Einführung biometrischer Pässe und die aktuellen Bestrebungen zur Vorratsdatenspeicherung und der Erweiterung der Zuständigkeiten für Geheimdienste und Militär verstoßen ganz klar gegen eben dieses Grundgesetz.

Überall in Europa müssen wir aufstehen und diesen Bestrebungen Einhalt gebieten.

Zitat von Max Reimann, Vorsitzender der KPD, als das Grundgesetz beschlossen wurde: "Sie, meine Damen und Herren, haben diesem Grundgesetz, mit dem die Spaltung Deutschlands festgelegt ist, zugestimmt. Wir unterschreiben nicht. Es wird jedoch der Tag kommen, da wir Kommunisten dieses Grundgesetz gegen die verteidigen werden, die es angenommen haben."

Lasst uns im Geiste Thälmanns den Kampf führen.

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