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 Betreff des Beitrags: Schauprozesse?
BeitragVerfasst: So 25. Mär 2007, 02:20 
Administrator
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Beiträge: 4023
Wer mal abbrechen will: http://de.wikipedia.org/wiki/Sinowjew

"... wurde Sinowjew entgegen Stalins Zusagen unter absurden, unter Folter erpressten 'Geständnissen' ..."

Woher ist eigentlich bekannt, das die Geständnisse erpresst sein sollen? Auf wessen Aussagen beruht das? Etwa Trotzki oder den Verurteilten selber? Oder wird einfach grundsätzlich davon ausgegangen, ohne jeden Beweis?


Ausserdem wird ja gerne behauptet, Stalin wäre Antisemit gewesen. Worin soll sich das geäussert haben? Mir erklärte mal der Macher von http://www.mlwerke.de/ das der Antisemitismus daher klar wird, das die Angeklagten der Prozesse mit ihrem vollen, ursprünglichen Namen genannt werden, und die sind bei einigen nunmal jüdisch. Soll das der Beweis für Antisemitismus sein?

Ich zitiere mal eine Antwort aus dem Usenet. Was ist davon zu halten?

Es gibt viele Quellen, Augenzeugenberichte. Auch die Absurdität der
"Geständnisse" ist offensichtlich. Das "Problem" das du ansprichst ist
das gleiche wie bei den Holocaustleugnern. Auch sie verlangen
"Beweise". So absurd wie die damaligen Vorgänge sind auch die Versuche
der 'Revisionisten, die Vorgänge einfach durch absurde Verlangen nach
"Beweisen" zu negieren. Wenn man Augenzeugen bringt, sagen sie,
Augenzeugen könnten irren. Wenn man hundert Augenzeugen bringt, sagen
sie "Massenpsychose". So blöd geht das weiter.
Stalins Schauprozesse sind gut dokumentiert, die Quellen entprechen
einander und sind voneinander unabhängig. Geh mal in eine öffentliche
Bibliothek oder Universitätsbiblithek und forsche dort. Ein paar
Zeilen in einer Newsgroup können keine eigenen Forschungen ersetzen.

Wenn du meinst, dass die Vorgänge in den dreißiger Jahren in der
Sowjetunion absurd waren kann ich dich gut verstehen. "Schauprozesse,
die Ermordung der Kulaken usw." Nichtsdestoweniger sind sie wahr.
Stalin war ebenso wie Hitler ein blutgieriges Ungeheuer. Ihre
psychische Monströsität überwältigte andere Menschen soweit, dass
diese folgsam die ungeheuerlichsten Untaten begingen und dabei noch
der Überzeugeng waren, etwas Gutes zu tun. Da fällt mir ein, glaubst
du eigentlich daran, dass es Pol Pot gegeben hat und dass das was ihm
zugeschrieben wird wahr ist?

Ich habe lange über die Schauprozesse nachgeforscht, weil ich es zu
Beginn auch nicht glauben konnte, dass es so etwas Irres gibt. Aber
die Quellen haben mich eines Besseren belehrt. Aber Absurdität ist
immer noch steigerbar. Es gibt Leute, die hier schreiben, dass es das
alles gar nicht gegeben habe. Ich habe mich schon immer für
Revisionisten interessiert, seit einiger Zeit weiß ich auch den Grund
dafür: sie ersetzen mir einen Besuch im Zoo.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Schauprozesse?
BeitragVerfasst: So 25. Mär 2007, 02:21 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
Zitat:
Mir erklärte mal der Macher von http://www.mlwerke.de das der Antisemitismus daher klar wird, das die Angeklagten der Prozesse mit ihrem vollen, ursprünglichen Namen genannt werden, und die sind bei einigen nunmal jüdisch.


das als beweis für antisemitismus zu sehen, halte ich für absurd. wenn man vor gericht steht, wird halt der vollständige name zitiert:
nur mal angenommen stalin würde vor gericht stehen, dann würde er in der anklageschrift nicht josef stalin genannt, sondern Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwilli (sein richtiger Name).ist das jetzt etwa ein beweis dafür, dass man was gegen Georgier hat?

Zitat:
Es gibt viele Quellen, Augenzeugenberichte.


Zitat:
Stalins Schauprozesse sind gut dokumentiert, die Quellen entprechen
einander und sind voneinander unabhängig.


richtig es gibt quellen, es gibt augenzeugen, die unabhängig voneinander sind, die neutral sind.sie beweisen, dass die "schau"prozesse im großen und ganzen wahr sind.natürlich kann man davon ausgehen, dass die eine oder andere information falsch ist, und genauso kann man auch sagen dass die eine oder andere quelle falsch ist, der ein oder andere augenzeuge lügt bzw. sich irrt.doch dass stellt eher ne ausnahme dar.
ein beispiel hierfür liefert bill bland: "Die Verschwörer aus dem Apparat des NKWD, die durch Umstände, auf die sie keinen Einfluss hatten, gezwungen waren, die Angeklagten vor Gericht zu stellen, leisteten jedoch Hilfsdienste, wenn es darum ging, die Glaubwürdigkeit der Prozesse in Frage zu stellen, indem sie den Angeklagten gestatteten, einige kleinere Irrtümer in ihre Aussagen einfließen zu lassen, die durch einfache Nachfragen leicht aufgedeckt werden konnten. Zum Beispiel: E. S. Golzmann, einer der Angeklagten im Sinowjew-Kamenjew-Prozess vom August 1936, gab zu, sich konspirativ mit Trotzkis Sohn Sedow getroffen zu haben, verlegte den Treff jedoch zum 'Hotel Bristol in Kopenhagen'. Aus seinem Exil war Trotzki in der Lage, darauf hinzuweisen, dass dieses Hotel mehrere Jahre von diesem Treffen abgerissen worden war, womit er ein Argument in die Hand bekam zu behaupten, dass der ganze Prozess ein abgekartertes Spiel sei.

Nun ist es klar, dass Beweise fabriziert werden können, dass Zeugen Meineide schwören und dass falsche Anschuldigungen gemacht und Komplotte geschmiedet werden können. Es war jedoch typisch für diese öffentlichen Prozesse, dass die Angeklagten allesamt zugaben, einer hochverräterischen Verschwörung angehört zu haben."

Zitat:
Stalin war ebenso wie Hitler ein blutgieriges Ungeheuer. Ihre
psychische Monströsität überwältigte andere Menschen soweit, dass
diese folgsam die ungeheuerlichsten Untaten begingen und dabei noch
der Überzeugeng waren, etwas Gutes zu tun.
[/quote][/quote][/quote]
diese fargestellung ist ansich nur noch absurd und lächerlich.sie geht vom der idealistischen geschichtsschreibung aus, dass männer geschichte schreiben....ein kommunist lehnt aber die theorie eines allmächtigen diktators ab..und das aus gutem grunde..........und was soll denn bitte sehr immer dieser bezug auf die psychologie..es gibt genügend augenzeugen, die mit stalin gesprochen haben, und selbst seine größten gegner waren überzeugt, dass er "psychisch gesund" war.........also kann ich diese fragestellung nicht ernst nehmen.

noch ne bemerkung zu denen die die holocaust-leugner mit uns gleichsetzen wollen:

die holocaust-leugner verlangen ja bewiese für den holocaust....prinzipiell ist das gar nicht falsch, da es für alles beweise geben muss um sie zu glauben. nur hier kommt die ironie des ganzen: für den holocaust gibt es etliche beweise.ich gehe mal davon aus dass es für ein politisches verbrechen, niemals soviele beweise gab und gibt. und diese bewiese leugnen die holocaust-leugner!

was uns betrifft: wir verlangen keine bewiese für die richtigkeit der moskauer prozesse: wir haben sie! doch diese bewesie werden von der bürgerlichen medienpropaganda (bewusst) geheimgehalten. es gibt zwar den ein oder anderen "beweis" dafür, dass die moskauer prozesse nen fake sind, doch sind die allermeisten dieser "beweise" nicht stichhaltig oder werden falsch gedeutet (indem man zum beispiel kein verständnis vom klassenkampf hat).
und wenn von 1000 beweisen für die moskauer prozesse nur einer oder zwei falsch sind, dann ist immer noch die richtigkeit der prozesse definitiv nicht widerlegt!

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Pole Pole Mzungu. Welcome to Tanzania, the land where dead cows are lying and dogs are flying. But be careful of the ju-wai-biems. Now let's search for some Schtonetools and after that let's go to Tohu-Wa-Bohu (also known as Mto-Wa-Mbu/Moskitotown)


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 Betreff des Beitrags: Re: Schauprozesse?
BeitragVerfasst: So 25. Mär 2007, 02:22 
Träger des Agitprop-Stalinorden
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Beiträge: 628
Dem muss man eigentlich nichts mehr hinzufügen, aber was mir noch einfällt: Ich habe mal aufgeschnappt dass soger der amerikanische Botschafter in der SU damals bestätigt haben soll dass die Prozesse rechtsstaatlich waren...und den wird mal wohl kaum der stalinistischen Propaganda beschuldigen können.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schauprozesse?
BeitragVerfasst: So 25. Mär 2007, 02:22 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
das wird wohl so sein, denn davies, der us-botschafter, hatte sein buch Mission to Moskow soweit ich weiß erst geschrieben, als er 1941 in die usa zurückkehrte

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