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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: So 25. Mär 2007, 01:57 
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ICh bearbeite gerade Trotzkis "Mein Leben - Versuch einer Autobiographie"

Na ja, das ist wirklich ein "Versuch". Umso mehr ich das lese, umso mehr komme ich zu dem Eindruck, gebt mit 5 Trotzkis und ich befreie die Welt von allem Elend"

"Ich entschloss mich, zu versuchen, Raskolnikow entgegenzukommen. Hier gebe ich ihm selbst das Wort: „Es ist schwer zu sagen, wie lange die stürmische Erregung der Masse noch angedauert hätte“, schreibt der expansive Leutnant in seinen Erinnerungen, „wenn nicht der Genosse Trotzki zu Hilfe gekommen wäre. Er machte einen scharfen Sprung auf das Vorderteil des Automobils, und mit der weit ausholenden, energischen Handbewegung eines Menschen, der nun des Wartens überdrüssig ist, gab er ein Signal zum Schweigen. Im Augenblick verstummte alles, es trat Todesstille ein. Mit lauter, klarer, metallischer Stimme ... hielt Lew Dawidowitsch eine kurze Ansprache, die er mit dem Satz beendete: ‚Wer für eine Gewaltanwendung gegen Tschernow ist, erhebe die Hand‘ ... Niemand tat den Mund auf“, fährt Raskolnikow fort, „niemand brachte ein Wort der Erwiderung hervor. ‚Bürger Tschernow, Sie sind frei‘, brachte Trotzki feierlich heraus, und sich mit dem ganzen Körper nach dem Ackerbauminister umwendend, lud er ihn mit einer Geste ein, aus dem Wagen zu steigen."

Und so geht das die ganze Zeit, Trotzki der Held, der immer wieder alles besser kann und weiß.

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Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:56 
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Natürlich ist Trotzki der Held! Ohne ihn hätte es niemals die Oktoberrevolution gegeben (zumindest hat er das am Ende seines Lebens geglaubt).


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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:56 
Literat

Beiträge: 2947
Da fallen mir doch Lion Feuchtwangers Worte ein:

Zitat:
"Das Selbstporträt, das Leo Trotzki von sich entwirft, seine sehr gut geschriebene Autobiographie, bemüht sich, nachzuweisen, daß auch er, Trotzki, ein ähnlich begabter Mann sei, ein großer Kämpfer, ein großer Anführer im Aufbau. Allein gerade dieser Versuch, sicherlich von dem besten Advokaten Trotzkis unternommen, eben von ihm selber, scheint mir zu beweisen, daß ..."


Trotzki weiß überhaupt über sich nur Gutes und über Stalin nur Schlechtes zu berichten:

Zitat:
"'„Sagen Sie mir', fragte Skijanski, 'was stellt denn Stalin dar?' ... Ich dachte nach.
'Stalin', sagte ich, 'ist die hervorragendste Mittelmäßigkeit unserer Partei. Diese Bezeichnung erstand vor mir während unserer Unterhaltung zum erstenmal, nicht nur in ihrer psychologischen, sondern auch in ihrer sozialen Bedeutung. Nach dem Gesichtsausdruck Skijanskis erriet ich gleich, daß ich ihm geholfen hatte, etwas Wichtiges zu erkennen. Das ist die Reaktion nach der großen sozialen und psychologischen Anspannung der ersten Jahre der Revolution. Die siegreiche Konterrevolution kann ihre großen Männer haben. Aber ihre erste Stufe, der Thermidor, braucht Mittelmäßigkeiten, die nicht über ihre Nase hinaussehen können. Ihre Macht ist ihre politische Blindheit, es ist wie beim Mühlenpferd, dem es scheint, es gehe bergauf, während es in Wirklichkeit nur das sich drehende Triebrad hinunterstößt. Ein sehendes Pferd Ist für solche Arbeit ungeeignet.'"


Es bleibt am Ende lediglich die Frage, wie es eigentlich kommen konnte, daß Stalin den Kampf um die Macht gewonnen hat. Dafür hat der gute Leo ja eigentlich gar keine Erklärung.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:57 
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Laughing Revolutionsromantik Laughing

Zitat:
Spät am Abend, in Erwartung der Eröffnung des Sowjetkongresses, ruhten ich und Lenin uns aus in einem dem Sitzungssaal benachbarten Zimmer, in dem außer Stühlen nichts war. Jemand legte uns auf den Fußboden Decken, jemand - ich glaube, die Schwester Lenins - brachte uns Kissen. Wir lagen nebeneinander Körper und Seele lösten sich, wie eine überspannte Feder. Das war ein wohlverdientes Ausruhen. Schlafen aber konnten wir nicht. Halblaut unterhielten wir uns. Lenin hatte sich nun endgültig über die Verzögerung des Aufstandes beruhigt. Seine Befürchtungen zerstreuten sich. In seiner Stimme erklangen Töne von besonderer Herzlichkeit.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:57 
Literat

Beiträge: 2947
Dufte! Sie hätten sich geliebt, der Lenin und der Trotzki, wenn sie sich nicht so gehaßt hätten.

Wenn wir schon bei sentimentalen (oder sollte ich sagen: senilen) Erinnerungen Trotzkis sind:

Zitat:
"Mit dem Einatmen der Meeresluft sog ich mit meinem ganzen Wesen die Gewißheit ein, daß im Kampf gegen die Epigonen das historische Recht auf meiner Seite steht".


Nein, was etwas Meeresluft oder ein paar Stühle so alles bewirken können. Aus zwei Erzfeinden macht das Freunde. Aus einem handlungsunfähigen Egomanen ein Werkzeug des Weltgeistes.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:57 
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Doofer Stalin!

Zitat:
Aber Stalin säte offenkundig bösen Samen. Erst viel später wurde mir klar, wie systematisch er sich damit beschäftigte, fast ausschließlich damit. Denn Stalin hat niemals ernsthafte Arbeit geleistet. „Die Haupteigenschaft Stalins ist Faulheit“, belehrte mich einstens Bucharin. „Die zweite Eigenschaft: ein unversöhnlicher Neid gegen alle, die mehr wissen oder können als er. Er hat auch gegen Iljitsch unterirdische Gänge gewühlt...“


Aber was seniles, äh, sentimentales hab ich auch noch:

Zitat:
Zu Saizew auf die Jagd fuhr auch Lenin, und Iwan Wassiljewitsch zeigte stets den Platz im Holzspeicher, wo Lenin im Stroh zu liegen pflegte. Lenin war ein leidenschaftlicher Jäger, aber er jagte selten. Bei der Jagd war er sehr hitzig, trotz seiner enormen Ausdauer in großen Dingen. Ebenso wie geniale Strategen gewöhnlich schlechte Schauspieler sind, so können auch Menschen mit genialer politischer Zielsicherheit mittelmäßige Jäger sein. Ich erinnere mich, wie Lenin mir geradezu verzweifelt, im Bewusstsein von etwas nie mehr Gutzumachendem, klagte, dass er bei einer Treibjagd den Fuchs aus 25 Schritt Entfernung verfehlt hatte. Ich verstand ihn, und mein Herz floss von Mitgefühl über.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:58 
Literat

Beiträge: 2947
Stalins Faulheit, von Trotzki dokumentiert. Würde mich auch nicht wundern, wenn Bucharin das nie gesagt hätte. (Wenngleich es freilich schon nach ihm klingt.) Die Wahrheit ist natürlich eine ganz andere. Der Witz ist hier, daß das Gegenteil von dem, was Trotzki schreibt, der Fall ist. Und jeder wußte das damals. Stalins Aufstieg in der ersten Hälfte des dritten Dezeniums war davon gekennzeichnet, daß er eine Reihe von Aufgaben und natürlich die damit verbundenen Befugnisse in seiner Hand anhäufte. Und das konnte er, weil sich die meisten der anderen Herren zu schade für solche Arbeiten waren. Soviel zum Thema Faulheit von Stalin. Ich habe aber eine schöne Äußerung von Stalin über Trotzki:

Zitat:
"Man spricht von einer Hetze gegen Trotzki. Hiervon haben Preobrashenski und Radek gesprochen. Genossen, ich muss erklären, dass die Erklärungen dieser Genossen über Hetze der Wirklichkeit keineswegs entsprechen. Ich will Sie an zwei Tatsachen erinnern, damit Sie die Möglichkeit haben, hierüber zu urteilen. Die erste Tatsache ist der Zwischenfall, zu dem es auf dem Septemberplenum des ZK kam, als Trotzki die Erklärung des ZK-Mitglieds Komarow, dass die ZK-Mitglieder die Ausführung der ZK-Beschlüsse nicht verweigern dürfen, damit beantwortete, dass er aufsprang und die Plenarsitzung verließ. Sie werden sich erinnern, dass das ZK-Plenum damals eine "Delegation" zu Trotzki sandte mit dem Ersuchen, zur Plenarsitzung zurückzukehren. Sie werden sich erinnern, dass Trotzki sich weigerte, dem Ersuchen des Plenums nachzukommen, und damit bekundete, dass er auch nicht die geringste Dosis Achtung für sein ZK hat.

Oder weiter die Geschichte einer anderen Tatsache, die darin besteht, dass Trotzki sich entschieden weigert, in den zentralen Sowjetorganen, im Rat für Arbeit und Verteidigung und im Rat der Volkskommissare, zu arbeiten, obwohl das ZK zweimal beschlossen hat, dass Trotzki endlich die Arbeit in den Sowjetorganen aufnehmen soll. Sie wissen, dass Trotzki nicht versucht hat, auch nur einen Finger zu rühren, um den Beschluss des ZK auszuführen. Wahrhaftig, warum sollte Trotzki nicht im Rat für Arbeit und Verteidigung, im Rat der Volkskommissare arbeiten? Warum sollte Trotzki, der sich darin gefällt, so viel über den Plan zu sprechen, warum sollte er nicht einmal in unsere Staatliche Plankommission hineinschauen? Kann man eine Lage als normal ansehen, wenn ein Mitglied des ZK einen Beschluss des ZK ignoriert? Zeugen nicht alle diese Tatsachen davon, dass das Gerede von Hetze leeres Geschwätz ist, dass, wenn es schon gilt, jemand zu beschuldigen, Trotzki selbst beschuldigt werden muss, dessen Verhalten man nur als eine Verhöhnung des ZK ansehen kann?"

(1924)

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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:58 

Beiträge: 131
Das zeigt ja alles.....Also Trotzki ist noch schlimmer als ich dachte.........Ein armer Irrer.......Wie kann man Trotzkist sein?????


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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:58 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
vielleicht bietet da http://antitrot.tripod.com/ eine antwort

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Pole Pole Mzungu. Welcome to Tanzania, the land where dead cows are lying and dogs are flying. But be careful of the ju-wai-biems. Now let's search for some Schtonetools and after that let's go to Tohu-Wa-Bohu (also known as Mto-Wa-Mbu/Moskitotown)


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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:58 

Beiträge: 131
Trotzkisten sind also Revisionisten.gut,das weiss ich ja auch noch.
Was wollen Revisionisten,oder sagen wir was haben sie für eine Wirkung auf uns?Sie schaden und zerstören uns.Also müssen wri sie aufhalten.

Na so einfach,zumindest in der Theorie.

mrg
Cenk


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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:59 
Verdientes Mitglied des Forums

Beiträge: 198
Zitat:
Trotzkisten sind also Revisionisten.gut,das weiss ich ja auch noch.
Was wollen Revisionisten,oder sagen wir was haben sie für eine Wirkung auf uns?Sie schaden und zerstören uns.Also müssen wri sie aufhalten.

Na so einfach,zumindest in der Theorie.


Das erste Problem welches du in der Praxis hast: Ab wann kann jemand als Revisionist bezeichnet werden? Da wirst du von den unterschiedlichsten Leuten auch die unterschiedlichsten Urteile bekommen ob jemand ein Revisionist ist. Wenn du Stalin Sympatisanten o. Stalinisten fragst ob Trotzki ein Revisionist war werden sie dir mit ja antworten. Fragst du Trotzkisten werden diese selbstverständlich mit nein antworten und bei Trotzki ist diese Frage noch relativ einfach zu beantworten, das ist bei vielen Menschen dann schon deutlich schwerer.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:59 

Beiträge: 131
Hast natürlich recht.Und dank der bürgerlichen Propaganda gitbs sogar viele Stalingegner unter Kommunisten.....


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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:59 

Beiträge: 131
en passent ich hab noch was :
Ein Trotzkist der anfängt zu denken,ist schon fast keiner mehr. Strahlender Stern


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 Betreff des Beitrags: Re: "Versuch einer Autobiographie"
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:59 
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Beiträge: 4023
Trotzki "Mein Leben"

Auch wenn Stroilow ein Verbrecher war, gibt es doch eine hübsche Kritik des Buches ab:

Ich sagte, dass ich es gelesen habe. ... Ich antwortete, dass vom literarischen Standpunkt er es als Journalist gut geschrieben habe, dass es mir aber vom Standpunkt des endlosen „Ichs“ nicht gefallen habe.

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