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 Betreff des Beitrags: Bucharin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:45 

Beiträge: 131
hier von wikipedia:
Nikolai Iwanowitsch Bucharin (russisch Николай Иванович Бухарин, wiss. Transliteration Nikolaj Ivanovič Bucharin; * 27. September/9. Oktober 1888 in Moskau; † 15. März 1938 in Moskau) war ein sowjetischer Politiker und marxistischer Theoretiker.

Er studierte Nationalökonomie an den Universitäten in Moskau und Wien, schloss sich 1906 den Bolschewiki an. 1908 Mitglied des Moskauer Komitees der Partei. 1911 wurde er nach Sibirien verbannt, konnte aber nach Deutschland fliehen. Ab 1916 lebte er in New York, und brachte eine radikale Zeitung heraus, kehrte im März 1917 nach Moskau zurück.

Er beteiligte sich an der Oktoberrevolution. 1919 kam Bucharin ins Zentralkomitee; von 1917 bis 1929 war er Chefredakteur der Parteizeitung Prawda (Wahrheit). Er schlug sich zunächst auf die Seite Stalins, um Trotzkis Pläne zu durchkreuzen.

1926 - 1929 war er Vorsitzender des Exekutivkomitees der Komintern.

1929 agitierte er gegen die Kollektivierung der Landwirtschaft und die Fünfjahrespläne und außerdem gegen den Trotzkismus. Er wurde im Gegensatz zu Trotzki als "rechter Abweichler der Parteilinie" bezeichnet.

1934 wurde er rehabilitiert, als die Gefahr durch ihn für die Parteilinie gebannt schien. Nun verband sich die "trotzkistische Opposition" mit der "rechten Opposition" unter dem "Banner des Trotzkismus", um "gegen die Kollektivierung, und deren Erfolge zu agieren".

Bucharin wurde 1937 der Prozess wegen Hochverrat gemacht, er wurde 1938 hingerichtet.

1988 wurde er rehabilitiert.



stimmt das?wurde er 1938 hingerichtet??war bucharin nicht eher ein anarchist?höre den namen bucharin eher im kontext mit anarchismus...


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 Betreff des Beitrags: Re: Bucharin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:45 

Beiträge: 141
Du verwechselst ihn sicherlich mit Michail Bakunin. Bakunin war ein Klassiker des Anarchismus.
Was zu Bucharin bei Wikipedia steht stimmt schon. Ich würde ihn als den "rechten Abweichler" bezeichnen, vielleicht sogar als den Sozialdemokraten. Allerdings kenne ich mich da zu wenig aus.
Hier ein Text von ihm zum Anarchismus:
http://www.marxistische-bibliothek.de/bucharin.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Bucharin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:46 

Beiträge: 131
stimmt habs verwechelt.

ich habe gelesen bakunin habe streit mit marx gehabt und würde aus der internationale ausgeschlossen wegen seiner anarchistischen meinungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bucharin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:46 

Beiträge: 131
genossen eine frage muss ich euch stellen,weil sie mir immer durch den kopf geht:war die hinrichtung bucharins nötig?


und hier,was haltet ihr von diesem kurzen abschnitt der schrift bakunins?mich hat sie sehr beeindruckt,doch zeigt bakunin,dass er von marx nichts verstanden hat.

Staatskommunismus


"(Autoritäre Sozialisten) behaupten, daß ein ... Staat liches Doch, eine Diktatur, ein unvermeidliches und vorübergehendes Mittel zur vollständigen Befreiung des Volkes sei: Anarchie oder Freiheit ist das Ziel, Staat oder Diktatur - das Mittel. So ist es also zur Befreiung der Volksmassen erst nötig, sie zu knechten. ...
Sie versichern, daß allein die Diktatur, natürlich die ihre, die Freiheit des Volkes schaffen kann; wir dagegen behaupten, daß eine Diktatur kein anderes Ziel haben kann, als nur das eine, sich zu verewigen, und daß sie in dem Volk, das sie erträgt, nur Sklaverei zeugen und nähren kann; Freiheit kann nur durch Freiheit geschaffen werden, d.h. durch einen allgemeinen Volksaufstand und durch die freie Organisation der Arbeitermassen von unten nach oben." (S.615)
"Wenn sie (die Macht) erst erlangt haben werden, so werden sie unweigerlich zum Feind des Volkes, .,. . und um die Macht zu halten, wenn auch nur befristet, sind sie gezwungen, nach neuen Kraftquellen - nun bereits gegen das Volk - ... zu suchen." (S.619/20)
"Und in der Tat kann staatliche Macht nicht das Ergebnis einer .Volksrevolution sein; möglicherweise kann sie das Ergebnis eines Sieges sein, den irgendeine Klasse über einen Volksaufstand errungen hat ... " (S.547)
"Verfechter einer Vorherrschaft der Wissenschaft über das Leben, doktrinäre Revolutionäre, sie alle verteidigen mit dem gleichen Feuer, wenn auch mit verschiedenen Argumenten, die- Idee des Staates und der Staatlichen Macht, weil sie darin, vollkommen logisch, das ihrer Ansicht nach einzige Heil der Gesellschaft sehen. Vollkommen logisch deshalb, weil sie dann, wenn sie einmal von der unserer Ansicht nach völlig falschen These ausgehen, daß das Denken dem Leben vorausgeht, ... notwendigerweise zu dem Schluß kommen, daß deshalb, weil Denken, Theorie und Wissenschaft wenigstens heute der Besitz nur einiger weniger sind, eben diese wenigen die Anführer des gesellschaftlichen Lebens sein müssen, und nicht nur die Initiatoren, sondern auch die Leiter aller Volksbewegungen, und daß am Tag nach der Revolution die neue gesellschaftliche Organisation nicht durch die freie Vereinigung von Volksassoziationen,Kommunen, Amtsbezirken und Distrikten von unten nach oben, entsprechend den Bedürfnissen und Instinkten des Volkes geschaffen wird, sondern allein durch die diktatorische Gewalt dieser gelehrten Minderheit, die angeblich dem Willen des ganzen Volkes Ausdruck verleiht." (S.564)


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 Betreff des Beitrags: Re: Bucharin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:46 
Literat

Beiträge: 2947
Ich bin momentan zu eingespannt, um mich gesondert mit diesen beiden Herren beschäftigen zu können. Ich krame aber mal kurz in meinem Gehirn: Bakunin ist Linksabweichler zur Marx-Zeit, Bucharin Rechtsabweichler zur Stalin-Zeit. Die eigentümliche intellektuelle Physiognomie der Halbmenschen macht, daß man sich trotz solch unterschiedlicher Bedingungen ähneln kann. Der eine war Interessenvertreter von Kleinbauern, der andere Interessenvertreter von Großbauern. Beide betrieben die Agraisierung der Industriegesellschaft; in der Theorie, wie sich versteht. Bucharin, in dem er die Agrarfrage zur wesentlichen Frage der sozialistischen Ökonomie erklärte. Bakunin, indem er er eine romantische, kleinbürgerlich-bäuerliche, nach hinten gerichtete Utopie der Kleinproduktion in die Zukunft schummelte. Dennoch gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen den beiden Herren. Bucharin ist theoretisch nicht ohne Belang. Wenn vieles in seinen Theorien auch reaktionär war oder wurde, so hat er doch eine Rolle gespielt. Bakunin hat zu keiner irgendwas von Belang vermeldet, und ist nur als Krawallmacher in die Geschichte eingegangen.
Über Bucharin hat Lenin 1922 folgende wichtige Einschätzung abgegeben: "Bucharin ist nicht nur ein überaus wertvoller und bedeutender Theoretiker der Partei, er gilt auch mit Recht als Liebling der ganzen Partei, aber seine theoretischen Anschauungen können nur mit sehr großen Bedenken zu den völlig marxistischen gerechnet werden, denn in ihm steckt etwas Scholastisches (er hat die Dialektik nie studiert und, glaube ich, nie vollständig begriffen)."

War die Hinrichtung von Bucharin nötig, fragst du. Bei der Beantwortung deiner Frage kommt es darauf an, worauf du damit hinauswillst. Wenn du meinst, ob die Hinrichtung erfreulich war, dann lautet die Antwort nein. Wenn du aber wirklich meinst, ob sie nötig war, dann muß die Antwort lauten ja. In einem innerlich derart zerstrittenen Zustand wie in den 30 Jahren hätte die Sowjetunion gegen die einfallende Macht der Faschisten kein halbes Jahr standgehalten. Genauso wie die Industrialisierung und Kollektivierung die Voraussetzungen für den erfolgreichen Widerstand gegen die Faschisten war, so waren es auch die Säuberungen. Was die Todesurteile angeht, so sollte man bedenken, daß die Sowjetunion ein stark minderentwickeltes Land war, das sich ökonomisch auf einer beispiellosen Aufholjagd befand, das aber bereits vor dem Zweiten Weltkrieg einen anderen Weltkrieg, einen Bürgerkrieg, eine Intervention von einem guten Dutzend ausländischer Mächte und eine weitere Zahl kleinerer Kriege erlebt hatte. Der Imperialismus war eben dabei, gegen den Sozialismus seine brutalsten Waffen zu wetzen. Vor diesem Hintergrund wird einiges verständlich.

(Danke Webmaster; ich habe die Jahreszahl korrigiert.)

_________________
Der Hunsch wars!


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 Betreff des Beitrags: Re: Bucharin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:46 
Administrator
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Beiträge: 4023
Lenin über Bucharin:

Was die jungen Mitglieder des ZK betrifft, so möchte ich einige Worte über Bucharin und Pjatakow sagen. Das sind meines Erachtens die hervorragendsten Kräfte (unter den jüngsten Kräften), und ihnen gegenüber sollte man folgendes im Auge haben: Bucharin ist nicht nur ein überaus wertvoller und bedeutender Theoretiker der Partei, er gilt auch mit Recht als Liebling der ganzen Partei, aber seine theoretischen Anschauungen können nur mit sehr großen Bedenken zu den völlig marxistischen gerechnet werden, denn in ihm steckt etwas Scholastisches (er hat die Dialektik nie studiert und, glaube ich, nie vollständig begriffen).
24.12.1922
BRIEF AN DEN PARTEITAG (Testament)


Stalin: DIE BUCHARINGRUPPE UND DIE
RECHTE ABWEICHUNG IN UNSERER PARTEI
http://www.stalinwerke.de/band11/b11-035.html

Ab ca. 1928/29 beschäftigt sich Stalin in seinen Werken eingehender mit der Auseinandersetzung der Partei (Der Partei! Nicht nur Stalin!) mit Bucharin. In Band 12, daran arbeite ich zur Zeit aber noch, spitzt sich dieser Konflikt zu.

Ansonsten mal wieder der Hinweis: auf stalinwerke.de befindet sich auf der Startseite eine Google-Suchmaske, damit kannst Du _nur_ in den Werken Stalins nach bestimmten Stichwörtern suchen.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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