Forum.stalinwerke.de - stalinforum.de

Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
Aktuelle Zeit: So 20. Mai 2018, 11:24

Alle Zeiten sind UTC




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 10 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Warum war Trotzki solange Parteimitglied?
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:32 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Moin,

ich bin jetzt beim Bearbeiten von Band 10. Das ist das Jahr 1927.

So langsam frage ich mich, wenn Trotzki fast permanent seit 20 Jahren gegen die Partei gearbeitet hat, warum war er dann 1. überhaupt im ZK und 2. warum noch Mitglied?

Ich will ja jetzt nicht den Eispickel schwingen, aber warum wurde nichts gegen diese Person unternommen?

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Warum war Trotzki solange Parteimitglied?
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:32 

Beiträge: 164
Na ja, du hast ja recht - ich bin auch der Meinung, das man ihn viel eher hätte rauswerfen bis erschießen sollen - aber im Nachhinnein ist das ein hervorragender Beweis dagegen, das Stalin jeden, der ihm nicht gepaßt hat in den Winterurlaub nach Sibirien geschickt hat!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Warum war Trotzki solange Parteimitglied?
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:32 

Beiträge: 79
In Max Seydewitz, "Die Große Alternative" wird gesagt, dass Stalin Trotzki zweimal vor dem Parteiausschluss gerettet hätte, weil er sich dachte, dass er halt ein Spinner ist, der sich bessern kann. Das hat sich als Fehler erwiesen, der - "Gott" sei Dank -, später korregiert wurde.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Warum war Trotzki solange Parteimitglied?
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:32 

Beiträge: 164
Max Seydewitz... interessant, mal eine frage, das buch "Die große Alternative" kenne ich nicht aber sowiet ich herraus fand, ist das Buch 1991 in London erschienen, Max Seydewitz starb aber bereits 1987 - ist es möglich, das es sich um eine Neuauflage von "Stalin oder Trotzki" handelt?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Warum war Trotzki solange Parteimitglied?
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:33 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Zitat:
In Max Seydewitz, "Die Große Alternative" wird gesagt, dass Stalin Trotzki zweimal vor dem Parteiausschluss gerettet hätte, weil er sich dachte, dass er halt ein Spinner ist, der sich bessern kann. ...


Das ist richtig.

DER XIV. PARTEITAG DER KPdSU(B)

18.-31. Dezember 1925

SCHLUSSWORT ZUM POLITISCHEN RECHENSCHAFTSBERICHT DES ZENTRALKOMITEES

9. Zur Geschichte der Meinungsverschiedenheiten

Gestatten Sie mir, jetzt zur Geschichte unseres internen Kampfes innerhalb der Mehrheit des Zentralkomitees überzugehen. Womit begannen unsere Unstimmigkeiten? Sie begannen mit der Frage, „was mit Trotzki geschehen soll”. Das war Ende 1924. Eine Gruppe der Leningrader beantragte anfangs, Trotzki aus der Partei auszuschließen. Ich habe hier die Diskussionsperiode des Jahres 1924 im Auge. Das Leningrader Gouvernementskomitee nahm eine Resolution an, die den Ausschluss Trotzkis aus der Partei forderte. Wir, das heißt die Mehrheit des ZK, waren damit nicht einverstanden (Zwischenrufe: „Sehr richtig!”) und konnten nach einigem Kampf die Leningrader Genossen dazu überreden, in ihrer Resolution den Absatz über den Ausschluss zu streichen. Nach einiger Zeit, als das ZK zu seiner Plenartagung zusammentrat und die Leningrader gemeinsam mit Kamenew den sofortigen Ausschluss Trotzkis aus dem Politbüro beantragten, waren wir auch mit diesem Vorschlag der Opposition nicht einverstanden. Wir erhielten die Mehrheit im ZK und beschränkten uns darauf, Trotzki vom Posten des Volkskommissars für Kriegswesen abzusetzen. Wir waren mit Sinowjew und Kamenew nicht einverstanden, da wir wussten, dass die Politik des Absägens große Gefahren für die Partei in sich birgt, dass die Methode des Absägens, des Aderlassens - und sie forderten Blut - gefährlich und ansteckend ist: heute hat man den einen abgesägt, morgen kommt der andere, übermorgen ein dritter dran, und was bleibt dann in der Partei? (Beifall.)

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Warum war Trotzki solange Parteimitglied?
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:33 

Beiträge: 79
@ JWD

Das Buch heißt: MAX SEYDEWITZ, Die große Alternative. Eine Zeitgeschichtliche Untersuchung.

Ich hab' den Nachdruck des ML-Literaturvertriebes (http://www.geocities.com/mllitv/) von 2003

Original ist es im Londoner Malik-Verlag erschienen. Das Vorwort stammt von der Red Star Press September 1991


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Warum war Trotzki solange Parteimitglied?
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:33 

Beiträge: 237
Zitat:
Na ja, du hast ja recht - ich bin auch der Meinung, das man ihn viel eher hätte rauswerfen bis erschießen sollen - aber im Nachhinnein ist das ein hervorragender Beweis dagegen, das Stalin jeden, der ihm nicht gepaßt hat in den Winterurlaub nach Sibirien geschickt hat!


Stalin war in vielen Fällen zu nachsichtig. Die sich dadurch anstauenden Probleme - vor Allem die Anhäufung von Verrätern und Revisionisten in den eigenen Reihen - mußten dann durch massive Maßnahmen korrigiert werden. Und dennoch konnte das nicht verhindern, daß Ungeziefer wie Chruschtschow sich in der KPdSU breitmachte, Stalin nach seinem Tode in den Dreck zog und die UdSSR samt fast dem ganzen sozialistischen Weltsystem zerstörte - und zerstört, wie man an den chinesischen "Genossen" sieht.

Das ist meine Stalinkritik, womit ich nicht sagen will, daß er hätte anders handeln können. Die Folgen, welche wir jetzt ausbaden müssen, waren wohl nicht zu vermeiden, trotz aller Standhaftigkeit und Konsequenz Stalins.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Warum war Trotzki solange Parteimitglied?
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:33 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Zitat:
Das ist meine Stalinkritik, womit ich nicht sagen will, daß er hätte anders handeln können.



Der Kritik kann ich mich nur anschließen. Mag es sein, das Stalin irgendwann amtsmüde war, er hat es nicht geschafft, einen würdigen Nachfolger heran zu ziehen.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Warum war Trotzki solange Parteimitglied?
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:34 

Beiträge: 164
schlimm ist das ich keine Möglichkeit weiß, wie man Schleimsch*** wie Chrustschow verhindern kann... die werden immer nach oben Kratzen und nach unten treten, wenn einer von genug solchen Leuten umgeben ist, die alles so reden, wie man es hören will und immer loben anstatt mal etwas zu kritisieren etc. da mußte Stalin doch irgendwann den Durchblick verlieren.... ich kann das jedenfalls irgendwie nachvollziehen, obwohl es natürlich falsch war!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Warum war Trotzki solange Parteimitglied?
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:34 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Ich hätt da ne interessante Antwort auf meine Eingangsfrage vom Genossen Stalin selber.

Ist es richtig, wenn in den Thesen gesagt wird, dass die Hauptmethode unseres Kampfes gegen die rechte Abweichung die Methode des voll entfalteten ideologischen Kampfes sein muss? Ich glaube, das ist richtig. Es wäre gut, sich hier der Erfahrungen des Kampfes gegen den Trotzkismus zu erinnern. Womit begannen wir den Kampf gegen ihn? Vielleicht mit organisatorischen Maßnahmen? Natürlich nicht! Wir begannen mit dem ideologischen Kampf. Dieser wurde bei uns von 1918 bis 1925 geführt. Bereits im Jahre 1924 nahmen unsere Partei und der V. Kongress der Komintern eine Resolution an über den Trotzkismus als kleinbürgerliche Abweichung. Dennoch saß Trotzki bei uns sowohl im ZK als auch im Politbüro. Ist das eine Tatsache oder nicht? Es ist eine Tatsache. Wir „duldeten“ also Trotzki und die Trotzkisten im ZK. Warum ließen wir ihr Verbleiben in den führenden Organen der Partei zu? Weil die Trotzkisten sich damals ungeachtet der Meinungsverschiedenheiten mit der Partei den Beschlüssen des ZK unterordneten und sich loyal verhielten. Wann begannen wir, in nennenswertem Maße organisatorische Maßnahmen anzuwenden? Erst nachdem die Trotzkisten sich zu einer Fraktion organisiert, ein eigenes fraktionelles Zentrum geschaffen, ihre Fraktion zu einer neuen Partei gemacht hatten und anfingen, zu antisowjetischen Demonstrationen aufzurufen.

Stalin Werke Band 11
Über die Industrialisierung des Landes
III Über den Kampf gegen die Abweichungen und das Versöhnlertum ihnen gegenüber
(Rede auf dem Plenum des ZK der KPdSU(B), 19. November 1928)

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 10 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen

Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Deutsche Übersetzung durch phpBB.de