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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Sozialismus in einem Land
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:20 
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Ich denke, die fast unüberschaubare Größe der Sowjetunion war der entscheidende Grund dafür, das der Sozialismus dort in einem Land zu schaffen war. Selbst als die Entende-Mächte den größten Teil des Landes besetzt hatten, waren noch Reserven für die Rote Armee da. Wäre z.B. allein in Deutschland 1918 die Revolution ausgebrochen und ein sozialistisches Deutschland geschaffen worden, dann wäre ich da viel pessimistischer gewesen.

(Deshalb ist auch heute eine internationale Arbeiterbewegung von größer Bedeutung.)

Insofern haben auf der einen Seite Lenin/Stalin Recht gehabt, auf der anderen Seite auch Trotzki. Was allerdings Trotzkis Verbrechen dabei war, das er (vielleicht sogar unbewusst) versucht hat, den bereits bestehenden Staat weiter zu bekämpfen mit seiner Theorie, das der Staat ja eigentlich gar nicht existieren kann. Was aber bitte hat Trotzki damit gewollt? Die Rückkehr zum Kapitalismus?

Zu Marx/Engels: Die Beiden haben wirklich viele kluge Sachen geschrieben, aber so um 1850 rum. Seit dem hat sich die Welt weiterentwickelt, man sollte sie also nicht als für immer feststehendes Dogma ansehen. Das hat schon Stalin vor 80 Jahren erkann.

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Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Sozialismus in einem Land
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:20 

Beiträge: 164
Das der Sozialismus in einen Land möglich ist, beweist nebenbei gesagt auch Kuba und Nordkorea....
und die größe des Landes ist auch Nebensache, sicher war es für die Sowjetunion nützlich alle Rohstoffe selber zur Verfügung zu haben aber grade für den ersten Fünfjahresplan waren die Beziehungen zu den kapitalistischen Ausland auch wichtig - ebenso ist es für Kuba u.a. wichtig mit den Kapitalisten Kompromisse einzugehen, man muß bloß wissen, wie man die Profitgier für sich möglichst gut nutzt um den sozialistischen Aufbau vorran zu treiben, das es mit der kompletten Abkapslung vom Ausland schief geht zeigt Kambodschea.... und auch der Kommunismus kann nur weltweit funktionieren, da er ja die Abschafung des Geldes bedeutet und dann ja kein Außenhandel mehr möglich ist, der aber für Kuba zwingend erforderlich ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Sozialismus in einem Land
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:20 
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Beiträge: 66
Ja, was heißt, man sollte Marx und Engels nicht als für immer feststehendes Dogma anerkennen? Sicher, Marx und Engels haben im Kapitalismus der freien Konkurrenz gelebt und noch nicht im Monopolkapitalismus/ Imperialismus, aber der Marxismus ist kein Dogma, sondern Anleitung zum Handeln (So schön hab´ich das mal in der Schule gelernt ). Und die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus sind doch wohl die gleichen, oder? Lenin hat dann den Marxismus weiterentwickelt, nämlich für die nächste Etappe des Kap., den Imperialismus. Also, ich denke, der Marxismus ist nachwievor gültig (Marxismus und Leninismus bilden eine Einheit). Hier noch eine Losung, die man zu DDR-Zeiten öfter mal hören oder lesen konnte: Die Lehren von Marx sind allmächtig, weil sie wahr sind!


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Sozialismus in einem Land
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:20 
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Beiträge: 66
Nun, was Kuba betrifft, so fällt es mir nicht leicht, von Sozialismus zu reden. Ja, ich hege große Sympathien für dieses Land und seine Revolution. Ich war auch mittlerweile schon fünfmal dort. Sicher, die Kubaner haben alle eine soziale Grundsicherung, Gleichberechtigung, ein kostenloses Bildungs- und Gesundheitssystem usw.Aber die Situation ist dort wirklich nicht einfach (nicht nur die ökonomische). Einerseits haben z.B. Ausländer in Kuba manchmal mehr Rechte, als die Kubaner selbst, d.h., als Ausländer darf ich mir viel mehr erlauben, als die Kubaner. So werden oftmals Kubaner, zumindest in den Touristenzentren, bestraft, wenn sie sich mit Ausländern herumtreiben(nicht nur Frauen!.....)Wir wollten uns mal mit dem Auto von ´nem Kubaner mit zum Capitol in Havanna führen lassen, als er dann mit uns umherlief, kam ein Polizist und brummte ihm ´ne Strafe von 15 Pesos auf(bei ´nem Monatseinkommen von 120-200 Pesos ne ganze Menge). Außerdem kursieren leider auch in Kuba Drogen.Meinem Kumpel und mir wollten sie mal in ner Disko Kokain verkaufen. - Echt Sch..., daß es sowas dort gibt. Der Staat kämpft zwar dagegen, aber die Ursache solcher Dinge ist wohl die Armut. Denn was macht ein Kubaner manchmal nicht alles, um an ein paar US-Dollar zu kommen..... Ja, die Grundnahrungsmittel und was man so dringend zur Existenz braucht, gibt´s für kubanisches Geld, also Pesos zu kaufen, aber brauchst du Klamotten, Fernseher, Radio, Waschmaschine oder ähnliche Sachen, das gibt´s nur für US-Dollars. Für Touristen ist das Angebot auch größer, als für Kubaner.......
Na ja, solche und andere Sachen machen es eben nicht leicht, an den Fortbestand der Revolution zu glauben, obwohl es glücklicherweise nachwievor sehr viele Kubaner gibt, die zu ihrem Land und zu Fidel Castro stehen, allerdings sind das auch mehr die Älteren. Bei der Jugend sieht das schon nichtmehr ganz so rosig aus....
Ja, auch ich sage "Viva la revolución", aber mit großer Vorsicht
Gruß, Mikro


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Sozialismus in einem Land
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:21 

Beiträge: 164
Richtig! Ich denke Marx und Engels hätten auch gewollt, das ihr Theorien immer wieder kritisch überprüft werden - Newtons Gravitationstheorien haben die Menschen auch sehr lange Zeit als richtig angenommen, bis Einstein kam und sie widerlegt hat aber dennoch wird Newton heute immernoch verwendet, da er die Gravitation für menschliche Maßstäbe genau genug erklärt!
Was ich sagen will ist, das selbst wenn sich einmal zeigt, das es etwas genauers und besseres als Marx gibt, der Marxismus immernoch gut verwendbar bleiben wird!


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Sozialismus in einem Land
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:21 

Beiträge: 164
zum Thema Kuba:

Was heißt eigentlich Sozialismus? Heißt es, das es allen Menschen gut geht und das alles perfekt ist? Nein, das heißt es nicht!
Sozialismus heißt, das die Diktatur des Proletariates herrscht, das kein Mensch durch andere Menschen ausgebeutet wird, das die Produktionsmittel verstaatlicht sind oder genossenschaftlich betrieben werden - trifft das etwa nicht auf Kuba zu? Ich meine, das man Kuba als sozialistischen Staat bezeichenen kann, trotz aller Mängel, die du nennst!


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Sozialismus in einem Land
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:21 
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Beiträge: 4023
Zitat:
Ja, was heißt, man sollte Marx und Engels nicht als für immer feststehendes Dogma anerkennen?


Das heisst auf keinen Fall, das Marx und Engels ungültig werden. Der Marxismus-Leninismus ist eine Wissenschaft, die sich weiter entwickelt.

Bsp.:

http://www.kjvd.de/bildung/grundsaetze/ ... e.html#a19

19. Frage: Wird diese Revolution in einem einzigen Lande allein vor sich gehen können?

Antwort: Nein. ... Die kommunistische Revolution wird daher keine bloß nationale, sie wird eine in allen zivilisierten Ländern, d.h. wenigstens in England, Amerika, Frankreich und Deutschland gleichzeitig vor sich gehende Revolution sein. ...

Nun kann man sich natürlich drüber streiten, wie "lang" denn die Revolution dauert. Eigentlich ist sie ja nie zu Ende. Fakt ist aber, 1917 fand sie erfolgreich in nur einem Land statt. Und mal abgesehen von China blieb das bis 1945, also fast 30 Jahre auch so.

D.h. man kann sagen, grundsätzlich hat Engels mit seinen Grundsätzen des Kommunismus Recht gehabt, in einigen Details hat der Lauf der Geschichte jedoch gezeigt, das es durchaus Änderungen gegeben hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Sozialismus in einem Land
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:21 

Beiträge: 164
Zitat:
Fakt ist aber, 1917 fand sie erfolgreich in nur einem Land statt.


das war aber 1917 keine kommunistische sondern eine sozialistische Revolution! Der Kommunismus ist eine Klassenlose Gesellschaft, die wurde bis 1989 nicht erreicht - von diesen "Übergang" Sozialismus -> Kommunismus halte ich eigentlich nichts, der Sozialismus ist in meinen Augen schon ein eigenes Stadium und es bedarf einer massiven Umwälzung um von den Sozialismus in den Kommunismus über zu gehen! (da gibt es keine Diktatur des Proletariats mehr, kein Geld, etc.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Sozialismus in einem Land
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:21 
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Beiträge: 4023
Herjehy, immer diese Krümelesser!

Sicher war es eine Revolution zum Sozialismus, der Sozialismus ist die Übergangsgesellschaft zum Kommunismus. Der ist dann eine staatenlose Gesellschaft.

Und was heute ganz sicher noch keiner weiß, ob es je eine Revolution zum
Kommunismus in Deutschland geben wird, denn vielleicht gibt es in 100 Jahren gar kein Deutschland mehr, wie wir es heute kennen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Sozialismus in einem Land
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 23:22 

Beiträge: 164
was heißt Krümelleser? wenn du schreibst

Zitat:
Die kommunistische Revolution wird daher keine bloß nationale


ist das richtig aber du widersprichst dir doch selber wenn du sagst

Zitat:
1917 fand sie erfolgreich in nur einem Land statt


ich habe bloß deinen Widerspruch behoben, indem ich klar stellte das die Oktoberrevolution keine kommunistische war!


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